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Die deutschen Kolonien nach dem Versailler Vertrag

Title: Die deutschen Kolonien nach dem Versailler Vertrag

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Jan Richter (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Regelung über die deutschen Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg. Bereits vor diesem Krieg beschäftigte das Problem der Kolonien, und damit der Aufteilung der Welt unter den Großmächten, die Politik. Durch die Regelungen, die nach dem Weltkrieg in den Pariser Vorortverträgen erarbeitet wurden, hier speziell im ersten Teil mit der gleichzeitigen Gründung des Völkerbundes sowie im vierten Teil, wo speziell die deutschen Kolonien Beachtung fanden, wollten die Siegermächte diese Kolonialdiskussion anscheinend beenden und klare Regelungen treffen. Dabei ist für mich besonders von Interesse wie diese Regelungen im Zusammenhang mit der Gründung dieses Völkerbundes und der Vergebung von Hoheitsmandaten durch diesen Bund stehen. Dabei eröffneten die Verhandlungen von Paris doch eindeutig eine Chance, die damaligen Verhältnisse in der Welt klarer zu definieren und natürlich auch zu verbessern. Welche Probleme dadurch aber für Deutschland entstanden, ist besonders interessant. Vor allem durch die weiterhin angespannte Situation zwischen Deutschland, Frankreich und England sowie die Nichtteilnahme des Deutschen Reiches an den Verhandlungen und damit die Nichteinflußnahme auf die Entscheidungen die in Paris getroffen wurden, hatten diese Regelungen entscheidenden Einfluß auf die weitere Geschichte der Welt. So ist die Dolchstoßlegende sehr nah mit der Annahme des Versailler Vertrages, später mit der Machtergreifung Hitlers und damit dem Revanchismus des II. Weltkrieges verbunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der deutschen Kolonien im I. Weltkrieg

3. Die Entwicklung des Mandatsgedankens

4. Die Arten der Mandate

5. Der IV. Teil des Versailler Vertrages

5.1. Gegenvorschläge Deutschlands

6. Die einzelnen Mandatsgebiete

6.1. Deutsch-Ostafrika

6.2. Ruanda und Burundi

6.3. Deutsch-Südwestafrika

6.4. Kamerun

6.5. Togo

6.6. Deutsch-Neuguinea

6.7. Samoa

6.8. Nauru

6.9. Palau-, Marianen-, Karolinen- und Marshall-Inseln

7. Der Sonderfall Kiautschou

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Neuordnung der deutschen Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag und die Etablierung des Völkerbund-Mandatssystems. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen dieser Regelungen auf Deutschland sowie auf die reale Umsetzung der theoretischen Mandatskonzepte im Vergleich zur imperialen Praxis der Siegermächte.

  • Die Rolle der deutschen Schutzgebiete im Ersten Weltkrieg
  • Entwicklung und philosophischer Hintergrund des Mandatsgedankens
  • Struktur und Kategorisierung der Mandate (A-, B- und C-Mandate)
  • Die diplomatische Auseinandersetzung um den IV. Teil des Versailler Vertrages
  • Analyse der Verwaltungspraxis in den einzelnen ehemaligen Kolonialgebieten

Auszug aus dem Buch

3. Die Entwicklung des Mandatsgedankens

Nachdem bereits während den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 der Gedanke über eine Weltumspannende politische Vereinigung der Staaten aufgekommen war, wurde dieser erst wieder durch den amerikanischen Präsidenten Wilson in seinem 14 Punkte Programm von 1918 aufgegriffen: „Danach sollen keinerlei geheime internationale Abmachungen mehr bestehen, sondern die Diplomatie soll immer aufrichtig und vor aller Welt getrieben werden.“ 8

Um dieses Ziel zu erreichen war es dementsprechend nötig eine Vereinigung zu gründen, in der die Staaten zusammentrafen: „Ein allgemeiner Verband der Nationen muß gegründet werden mit besonderen Verträgen zum Zweck gegenseitiger Bürgschaften für die politische Unabhängigkeit und die territoriale Unverletzbarkeit der kleinen sowohl wie der großen Staaten.“ 9

Doch nicht nur eine Art Völkerbund sollte gegründet werden um die diplomatischen Vereinbarungen und Beziehungen zwischen den Staaten zu verbessern, gleichzeitig forderte Wilson das Ende der kolonialen Imperialismusstrategien der Weltmächte in seinem fünften Punkt: „Freier, unbefangener und völlig unparteiischer Ausgleich aller kolonialen Ansprüche, auf der genauen Beachtung des Grundsatzes beruhend, daß beim Entscheid in solchen Souveränitätsfragen die Interessen der betreffenden Bevölkerungen ebenso ins Gewicht fallen, wie die berechtigten Ansprüche der Regierung, deren Rechtstitel zu entscheiden ist.“ 10

Daß bei diesem Punkt das Interesse der ansässigen Bevölkerung, der Eingeborenen, eine Rolle beim Ausgleich über die Kolonien spielen sollte, klingt für diese Zeit doch eher noch futuristisch, hatte doch bislang keine Kolonialmacht auf derartige Forderungen Rücksicht genommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der deutschen Kolonialpolitik nach dem Ersten Weltkrieg und die Rolle des Versailler Vertrages sowie des Völkerbundes.

2. Die Rolle der deutschen Kolonien im I. Weltkrieg: Untersuchung der militärischen Situation in den Schutzgebieten während des Krieges und der Auswirkungen der Besetzung auf die spätere Verwaltung.

3. Die Entwicklung des Mandatsgedankens: Darstellung der historischen Wurzeln des Mandatssystems, beeinflusst durch Wilsons 14-Punkte-Programm und den Smuts-Plan.

4. Die Arten der Mandate: Erläuterung der Kategorisierung in A-, B- und C-Mandate basierend auf dem Entwicklungsstand der jeweiligen Bevölkerung.

5. Der IV. Teil des Versailler Vertrages: Analyse des Verlustes der Kolonien durch Deutschland und die Auseinandersetzung mit den deutschen Gegenvorschlägen.

6. Die einzelnen Mandatsgebiete: Detaillierte Betrachtung der spezifischen Schicksale und Verwaltungsstrukturen der ehemaligen deutschen Schutzgebiete.

7. Der Sonderfall Kiautschou: Analyse des speziellen Status von Kiautschou als Pachtgebiet und dessen vertragliche Regelung.

8. Fazit: Kritische Würdigung des Mandatssystems als theoretische Verbesserung, die jedoch in der Praxis an der imperialen Machtpolitik scheiterte.

Schlüsselwörter

Versailler Vertrag, Mandatssystem, Völkerbund, deutsche Kolonien, Erster Weltkrieg, Schutzgebiete, Woodrow Wilson, Imperialismus, Selbstbestimmungsrecht, Mandatsmächte, Dekolonisation, Kiautschou, Blaubücher, Siedlungskolonien, Reparationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die völkerrechtliche und politische Regelung der deutschen Kolonien unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Unterzeichnung des Versailler Vertrages.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Mandatsgedankens, die Kategorisierung der Gebiete in Mandatstypen sowie die tatsächliche politische Umsetzung der Verwaltung durch die Siegermächte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die theoretischen Ideale der Selbstbestimmung bei der Mandatsvergabe durch den Völkerbund in die Praxis umgesetzt wurden und welche Rolle dabei machtpolitische Interessen spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Quellen, insbesondere der Bestimmungen des Versailler Vertrages, zeitgenössischer Dissertationen und militärgeschichtlicher Dokumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Mandatskonzepts, den Verlust der Kolonien durch das Deutsche Reich, die Ablehnung deutscher Gegenvorschläge sowie die detaillierte Betrachtung der einzelnen Mandatsgebiete von Ostafrika bis zu den pazifischen Inseln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Versailler Vertrag, Völkerbund, Mandatssystem, deutsche Kolonien, Imperialismus und Souveränitätsfragen.

Welchen Status hatte Kiautschou im Vergleich zu den anderen Kolonien?

Kiautschou galt offiziell nicht als Kolonie, sondern als deutsches Pachtgebiet, was eine gesonderte rechtliche Betrachtung im Versailler Vertrag erforderlich machte.

Warum wird im Fazit von einem Scheitern in der Praxis gesprochen?

Der Autor argumentiert, dass das Mandatssystem zwar ein idealistisches theoretisches Konstrukt darstellte, in der Realität jedoch lediglich als Deckmantel für die fortgeführte Expansionspolitik der beteiligten Siegermächte diente.

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Details

Title
Die deutschen Kolonien nach dem Versailler Vertrag
College
University of Würzburg  (Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Deutsche Kolonialpolitik im Kaiserreich
Grade
1,5
Author
Jan Richter (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V50567
ISBN (eBook)
9783638467636
Language
German
Tags
Kolonien Versailler Vertrag Deutsche Kolonialpolitik Kaiserreich Thema Versailler Vertrag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Richter (Author), 2002, Die deutschen Kolonien nach dem Versailler Vertrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50567
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