Diese Arbeit analysiert, auf welche Weise die Publikumspartizipation in Thomas Ostermeiers Inszenierung von "Ein Volksfeind" strukturell ermöglicht wird. Hierfür werden zunächst drei zentrale Elemente von Publikumspartizipation aus Gareth Whites Monografie "Audience Participation in Theatre" herausgearbeitet und anschließend erläutert. Darauf aufbauend wird untersucht, inwiefern diese Elemente in Ostermeiers "Ein Volksfeind" ihre Anwendung finden.
Inhaltsverzeichnis
- Partizipation: Zur Ambiguität des Begriffs
- Zentrale Elemente der Publikumspartizipation
- Interaktivität
- Der procedural author und die Struktur der partizipatorischen Inszenierung
- Die Einladung
- Publikumspartizipation in Thomas Ostermeiers Ein Volksfeind
- Der procedural author und die Struktur der Inszenierung
- Die Einladung
- Interaktivität
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Publikumspartizipation in Thomas Ostermeiers Inszenierung von Henrik Ibsens Ein Volksfeind. Im Zentrum steht dabei die Analyse der strukturellen Elemente, die die Partizipation des Publikums in der Aufführung ermöglichen.
- Die Ambiguität des Begriffs „Partizipation“ im Theaterdiskurs
- Zentrale Elemente der Publikumspartizipation nach Gareth White
- Die Rolle des „procedural author“ in der Inszenierung
- Die Gestaltung der „Einladung“ zur Partizipation
- Die Interaktion zwischen Publikum und Schauspielern
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet den vielschichtigen Begriff der Partizipation im Theaterdiskurs, wobei zwischen verschiedenen Formen der Teilhabe, von der institutionalisierten Inklusion bis hin zur transgressiven Performance, unterschieden wird.
Kapitel zwei widmet sich den zentralen Elementen der Publikumspartizipation, die Gareth White in seiner Monografie Audience Participation in Theatre beschreibt: Interaktivität, die Rolle des „procedural author“ und die Gestaltung der „Einladung“ zur Partizipation.
Im dritten Kapitel wird die Publikumspartizipation in Ostermeiers Ein Volksfeind anhand der drei in Kapitel zwei dargestellten Elemente analysiert. Dabei wird untersucht, wie der „procedural author“ die Inszenierung strukturiert, wie die „Einladung“ zur Partizipation gestaltet ist und welche Form die Interaktion zwischen Publikum und Schauspielern annimmt.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Fokusthemen dieser Arbeit sind: Publikumspartizipation, Theater, Inszenierung, Thomas Ostermeier, Ein Volksfeind, Gareth White, Interaktivität, procedural author, Einladung, transgressiv, Inklusion, realistisch.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird das Publikum in Ostermeiers "Ein Volksfeind" einbezogen?
Das Publikum wird strukturell zur Partizipation eingeladen, insbesondere während einer zentralen Diskussionsszene, in der die Zuschauer wie bei einer Bürgerversammlung mitreden können.
Was ist ein "procedural author" im Theater?
Nach Gareth White ist dies derjenige (meist der Regisseur), der die Regeln und Strukturen festlegt, innerhalb derer die Zuschauer partizipieren dürfen.
Was versteht man unter der "Einladung" zur Partizipation?
Es ist der Moment oder der Mechanismus in einer Inszenierung, der den Zuschauern signalisiert, dass sie nun aktiv werden dürfen und ihre Rolle als passive Beobachter verlassen sollen.
Welche Rolle spielt die Interaktivität in dieser Inszenierung?
Interaktivität ermöglicht den direkten Austausch zwischen Schauspielern und Publikum, wodurch die Grenze zwischen Fiktion und Realität (die "vierte Wand") durchbrochen wird.
Ist die Partizipation in "Ein Volksfeind" transgressiv?
Die Arbeit untersucht, ob die Partizipation bestehende Theaterkonventionen überschreitet (transgressiv) oder sich in einem kontrollierten, realistischen Rahmen bewegt.
- Quote paper
- B.A. Juliane Becker (Author), 2019, Publikumspartizipation in Thomas Ostermeiers "Ein Volksfeind", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505480