Eine kritische Würdigung der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach dem deutschen Handels- und Steuerrecht, wobei die Betrachtung des HGB überwiegt.
Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sind Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung zusagen, gezwungen überhöhte Pensionsrückstellungen zu bilden. Um die Arbeitgeber künftig bilanziell zu entlasten, hat der Gesetzgeber im Zuge des im März 2016 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie“ den Ermittlungszeitraum des handelsrechtlichen Durchschnittszinssatzes von sieben auf zehn Jahre angehoben. Als Folge wird das Absinken des Diskontierungssatzes gebremst und den Unternehmen mehr Zeit gegeben, sich auf die bevorstehende bilanzielle Belastung vorzubereiten.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Handelsrecht
- Einschlägige Prinzipien und Funktionen des HGB
- Ansatz
- Bewertung
- Rechnungs- und versicherungsmathematische Grundlagen
- Gesetzliche Neuregelung
- Bewertungsmethoden
- Deckungsvermögen
- Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Handelsrecht
- Das Realisationsprinzip
- Das Realisationsprinzip in Bezug auf die Pensionsrückstellung
- Das Realisationsprinzip in Bezug auf das Abzinsungsgebot
- Das Vorsichtsprinzip
- Das Vorsichtsprinzip in Bezug auf den Gläubigerschutz
- Das Vorsichtsprinzip in Bezug auf die Ausschüttungssperre
- Grundsatz der Objektivierung
- Ausblick und alternative Diskontierungsfaktoren
- Das Realisationsprinzip
- Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Steuerrecht
- Maßgeblichkeitsgrundsatz
- Ansatz
- Bewertung
- Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Steuerecht
- Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften. Im Fokus stehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Rechtsgebiete im Hinblick auf die Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie die Anwendung der grundlegenden Bilanzierungsprinzipien. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Bilanzierungsregelungen für Pensionsrückstellungen zu entwickeln und deren Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung und die Kapitalmarktkommunikation zu analysieren.
- Rechnungs- und versicherungsmathematische Grundlagen der Pensionsrückstellungsbewertung
- Anwendung und Auswirkungen der Bilanzierungsprinzipien im Handels- und Steuerrecht
- Kritische Analyse der Bewertungsmethode für Pensionsrückstellungen
- Diskussion der Auswirkungen der Bilanzierung auf die Kapitalmarktkommunikation und die Unternehmensbewertung
- Bedeutung der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen im Kontext der Corporate Social Responsibility
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Problemstellung ein und erläutert die Relevanz der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen für Unternehmen. Das zweite Kapitel beleuchtet die handelsrechtlichen Vorschriften zur Bilanzierung von Pensionsrückstellungen, wobei die einschlägigen Prinzipien des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie die Ansatz-, Bewertungs- und Deckungsvermögensbestimmungen im Detail behandelt werden. Das dritte Kapitel widmet sich der kritischen Würdigung der handelsrechtlichen Bilanzierung, indem es die Anwendung des Realisationsprinzips, des Vorsichtsprinzips und des Grundsatzes der Objektivierung in Bezug auf Pensionsrückstellungen untersucht. Im vierten Kapitel werden die steuerrechtlichen Regelungen zur Bilanzierung von Pensionsrückstellungen erläutert, wobei die Anwendung des Maßgeblichkeitsgrundsatzes, die Ansatz- und Bewertungsvorschriften im Mittelpunkt stehen. Das fünfte Kapitel bietet eine kritische Würdigung der steuerrechtlichen Bilanzierung, wobei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum handelsrechtlichen Ansatz hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Pensionsrückstellungen, Handelsrecht, Steuerrecht, Bilanzierung, Bewertung, Abzinsung, Vorsichtsprinzip, Realisationsprinzip, Objektivierung, Kapitalmarktkommunikation, Unternehmensbewertung, Corporate Social Responsibility.
Häufig gestellte Fragen
Warum müssen Unternehmen derzeit überhöhte Pensionsrückstellungen bilden?
Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sinkt der Diskontierungssatz, was rechnerisch zu einem Anstieg der zu bilanzierenden Rückstellungen führt.
Welche Änderung brachte das Gesetz von 2016 für das Handelsrecht?
Der Ermittlungszeitraum für den Durchschnittszinssatz wurde von sieben auf zehn Jahre angehoben, um das Absinken des Zinssatzes bilanziell zu bremsen.
Was ist der Unterschied zwischen Handels- und Steuerbilanz bei Pensionen?
Während das Handelsrecht (HGB) stärker dem Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz folgt, ist die Steuerbilanz durch den Maßgeblichkeitsgrundsatz und spezifische Bewertungsvorschriften geprägt.
Welche Bilanzierungsprinzipien werden in der Arbeit kritisch gewürdigt?
Die Arbeit untersucht insbesondere das Realisationsprinzip, das Vorsichtsprinzip und den Grundsatz der Objektivierung im Kontext von Pensionsverpflichtungen.
Was wird unter dem "Deckungsvermögen" verstanden?
Es handelt sich um Vermögenswerte, die ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dienen und mit diesen in der Bilanz verrechnet werden dürfen.
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- Jessica Loos (Author), 2016, Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504413