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Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts

Eine politische Säuberungsaktion?

Titel: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts

Hausarbeit , 2019 , 11 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Natalie Heiberger (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verfolgung von vermeintlichen Anhängern einer Hexensekte und ihrer Exekution stellte im beginnenden 17. Jahrhundert im Hochstift Bamberg einen zutiefst erschreckenden Vorfall dar, dem etwa 1000 Menschen zum Opfer fielen. Was Bamberg von ähnlichen Ereignissen in anderen Territorien unterschied, waren primär die große Zahlen der Hingerichteten, trotz der Einstufung der Hexerei als Ausnahmeverbrechen und die Planmäßigkeit mit der gegen vermeintliche Hexen vorgegangen wurde. In zwei Jahrzehnten fanden drei Prozesswellen statt, die sich in ihrer Intensität steigerten. Eines der wenigen Zeugnisse der Hexenverfolgung. Eines der Opfer der Prozesswellen war Johannes Junius, der im Alter von 55 Jahren, der Hexerei bezichtigt und anschließend hingerichtete wurde.

Johannes Junius gehörte der städtischen Oberschicht an, war Ratsmitglied, und fungierte zeitweise als Unter- und Ober- Bürgermeister der Stadt Bamberg. Fiel er dennoch oder gerade deswegen der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg zum Opfer? Diente die Verfolgung der Oberschicht Bambergs der politischen Säuberung durch den Weihbischof Georg II Fuchs von Dornheim? Dieser befand sich Anfang des 17. Jahrhundert in Kontroversen mit dem Bamberger Stadtrat und war treibende Kraft der Verfolgungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Anfänge der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg

2. Höhepunkt der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts

3. Der Brief des Johannes Junius

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Hexenverfolgungen im Hochstift Bamberg zu Beginn des 17. Jahrhunderts, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, inwieweit die systematische Verfolgung der städtischen Oberschicht als politisches Instrument zur Disziplinierung des Stadtrats durch den Fürstbischof fungierte.

  • Historische Entwicklung der Hexenverfolgung und der Rolle des Hexenhammers
  • Strukturelle Analyse der Prozesswellen im Hochstift Bamberg
  • Bedeutung des Briefes von Johannes Junius als privilegiertes Zeugnis
  • Konfliktlinien zwischen Bamberger Stadtrat und fürstbischöflicher Macht
  • Analyse der Hexenprozesse als mögliche politische Säuberungsaktion

Auszug aus dem Buch

3. Der Brief des Johannes Junius

Zu den Stadträten gehörte auch der, zeitweise als Unter- und Oberbürgermeister fungierende, Johannes Junius. Der Brief des Johannes Junius an seine Tochter Veronica wurde am 24. Juli 1628 im Bamberger Malefizhaus verfasst und liegt heute unter den Verhörprotokollen der Hexenprozesse in der Staatsbibliothek Bamberg. Er stellt eine wichtige und äußerst seltene Quelle aus der Perspektive eines Opfers der Hexenverfolgung dar.

Der Brief besteht aus zwei vollständigen, mit Tinte beschriebenen doppelseitigen Einzelblättern, die Johannes Junius mit gebrochenen Händen geschrieben hatte. Dadurch stellt die Handschrift eine Herausforderung an Lesbarkeit und Verständlichkeit dar. Da der Brief unter Zeitdruck und erschwerten Bedingungen verfasst wurde, spiegelt er die zeitgenössische Sprache und Ausdrucksform im privaten Bereich wider. Junius hatte sehr wahrscheinlich im Gefängnis Unterstützung von außerhalb. Ohne die Hilfe dürfte Junius keinen Zugang zu Tinte und Papier gehabt haben. Auch riet Junius seiner Tochter dem Überbringer des Briefes eine Belohnung zu geben.

In dem Brief an seine Tochter Veronica schildert Johannes Junius die Zeit seiner Haft im Malefizhaus und das Erzwingen eines Geständnisses durch Folter und Verhöre. Er erzählt von seinem ersten Verhör am 30. Juni, bei dem ihm Zeugen vorgeführt werden, welche gegen ihn aussagen und der darauffolgenden Folter durch Fingerschrauben und das achtmalige Fallenlassen mit Gewichten am Körper, die er nackt durchleben musste. Er beteuert seine Unschuld und glaub, dass kein anständiger Mensch in Bamberg mehr sicher sei. Als er wieder ins Gefängnis gebracht wird, raten seine Mitgefangenen Georg Zerrer, Georg Neudecker ihm ein Geständnis abzulegen, da er auch sonst nicht freigelassen werden würde. Johannes Junius bittet um einen Tag Bedenkzeit und einen Priester. Die Bedenkzeit wird ihm gegeben, der Priester nicht. Letztendlich sagt er aus, er hätte Geschlechtsverkehr mit einer Magd gehabt, die sich im Anschluss daran in eine Ziege verwandelt hätte, ihn kurze Zeit später gezwungen hätte Gott zu verleugnen und ihn getauft hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die verheerenden Ausmaße der Bamberger Hexenverfolgungen ein und thematisiert den Brief des Johannes Junius als zentrales Zeugnis für die Analyse der Machtstrukturen.

1. Anfänge der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Basis der Hexenverfolgung, insbesondere die Bedeutung des Hexenhammers und die klimabedingten Krisen des späten 16. Jahrhunderts.

2. Höhepunkt der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts: Es wird die planmäßige Durchführung der Prozesse ab 1626 unter Johann Georg Fuchs von Dornheim sowie die Verhaftungswelle innerhalb der städtischen Elite dargelegt.

3. Der Brief des Johannes Junius: Dieser Abschnitt analysiert das überlieferte Abschiedsschreiben des ehemaligen Bürgermeisters und wie darin die unter Folter erzwungene Denunziation anderer Ratsmitglieder offengelegt wird.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass die Hexenprozesse neben der religiösen Rechtfertigung auch als Mittel zur politischen Entmachtung des Bamberger Stadtrats dienten.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Hochstift Bamberg, Johannes Junius, Hexenhammer, Hexenprozesse, Fürstbischof, Stadtrat, Gegenreformation, Malefizhaus, politische Säuberung, Folter, Rechtsgeschichte, 17. Jahrhundert, Hexenglaube, Machtkonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Hexenverfolgungen im Hochstift Bamberg zu Beginn des 17. Jahrhunderts und hinterfragt, ob die Prozesse gezielt zur politischen Säuberung gegen städtische Führungseliten eingesetzt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Hexenverfolgung in Bamberg, die Rolle des Hexenhammers, die juristischen Abläufe der Prozesse und die Auswirkungen auf das städtische Führungspersonal.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob die Verfolgung der Bamberger Oberschicht eine politisch motivierte Säuberungsaktion des Fürstbischofs Georg II. Fuchs von Dornheim gegen den Stadtrat darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, bei der primär der Brief des Johannes Junius sowie zeitgenössische Verhörprotokolle und Forschungsliteratur ausgewertet werden.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Chronologie der Prozesswellen, der Analyse der Bedingungen im Malefizhaus und der detaillierten Untersuchung des Briefes von Johannes Junius.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hexenverfolgung, Hochstift Bamberg, Johannes Junius, politische Säuberungsaktion und Stadtrat.

Warum spielt der Brief des Johannes Junius eine so bedeutende Rolle?

Der Brief ist eines der wenigen erhaltenen Dokumente, das die Hexenprozesse direkt aus der Perspektive eines Opfers beleuchtet und die erzwungene Denunziationspraxis der Hexenkommission entlarvt.

Welche Rolle spielte der Bamberger Stadtrat in diesen Prozessen?

Der Stadtrat war in den Jahren 1626 bis 1630 massiv von Verhaftungen betroffen, was dazu führte, dass innerhalb von drei Jahren nahezu die gesamte Führungsschicht der Stadt hingerichtet wurde.

Welchen Einfluss hatte der Fürstbischof Georg II. Fuchs von Dornheim?

Der Fürstbischof agierte als treibende Kraft der Verfolgungen, die zeitlich mit den Kontroversen zwischen dem Stadtrat und der fürstbischöflichen Verwaltung zusammenfielen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts
Untertitel
Eine politische Säuberungsaktion?
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Natalie Heiberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
11
Katalognummer
V503393
ISBN (eBook)
9783346045287
ISBN (Buch)
9783346045294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Säuberungsaktion Bamberg Hexenverfolgung Johannes Junius 17. Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalie Heiberger (Autor:in), 2019, Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg Anfang des 17. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503393
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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