Ausgehend von der Problematik der Verwendungsweise des Ausnahmebegriffes in „Empire“ versucht die vorliegende Arbeit zu untersuchen, inwieweit hier Aspekte von Schmitts Darlegungen zum Ausnahmezustand übernommen und weitergeführt werden. Daran anschließend folgt die Analyse, ob Hardt/Negri eine Form der Ausnahme beschreiben, die der neuen Weltordnung logisch angepasst ist. Dafür wird zunächst Schmitts Theorieansatz zum Ausnahmezustand dargestellt. Dieser wird hinsichtlich der zentralen Blickpunkte Souveränität, dem Konzept von Freund und Feind, der Bedeutung des Krieges und dem Ausnahmezustand selbst untergliedert. Auf die gleiche Art folgt darauf die Untersuchung des Ausnahmezustandes im Empire, um schließlich ein Fazit anhand des Vergleichs der Punkte treffen zu können. Entscheidend zu erwähnen bleibt, dass Hardt/Negri keine abgeschlossene Darstellung des permanenten Ausnahmezustandes präsentieren, weil dieser gekoppelt an das „Empire“, wie dieses als Tendenz aufgefasst wird.6
Als Literaturgrundlage der Arbeit dienen die zwei ausschlaggebenden Bücher von Hardt/Negri in denen sie das „Empire“ konzipieren, sowie Carl Schmitts „Politische Theologie, Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität“ und „Der Begriff des Politischen“. Zudem wird außerdem auf Sekundärliteratur zurückgegriffen. Auf die Verwendung des für den Begriff des Ausnahmezustandes ebenfalls wichtigen Buchs von Schmitt „Die Diktatur“ wurde verzichtet, da eine ausführliche Darstellung der Verbindung von Ausnahmesituation und Diktatur für die Arbeit nicht von entscheidender Bedeutung ist und den vorgegebenen Rahmen unnötig überziehen würde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Ausnahmezustand bei Schmitt
- Das Souveränitätskonzept bei Schmitt
- Die Unterscheidung von Freund und Feind
- Der Krieg in Schmitts Konzept
- Der Ausnahmezustand
- Der Ausnahmezustand im „Empire“
- Die Souveränität im „Empire“
- Die Unterscheidung von Freund und Feind
- Der permanente Kriegszustand
- Die Ausnahme wird zur Regel
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert das Konzept des Ausnahmezustandes im Kontext des von Hardt und Negri beschriebenen „Empire“. Dabei soll untersucht werden, inwieweit die Ideen Carl Schmitts zum Ausnahmezustand in Hardt/Negris Ausführungen zum „Empire“ aufgegriffen und weiterentwickelt werden.
- Schmitts Theorie des Ausnahmezustandes im Vergleich zur Konzeption des „Empire“
- Die Rolle des permanenten Kriegszustandes im „Empire“
- Die Verlagerung des Ausnahmezustandes vom externen Kriegszustand hin zu einer permanenten inneren Krisensituation
- Die Bedeutung des Souveränitätskonzepts im Kontext des „Empire“
- Die Unterscheidung von Freund und Feind in der globalisierten Welt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Begriff des Ausnahmezustandes einführt und auf die Bedeutung von Schmitts Analyse für die Untersuchung des „Empire“ hinweist.
Kapitel 2 beleuchtet Schmitts Theorie des Ausnahmezustandes und analysiert die zentralen Elemente seines Ansatzes: das Souveränitätskonzept, die Unterscheidung von Freund und Feind, die Rolle des Krieges und die Bedeutung des Ausnahmezustandes als Suspendierung der Rechtsordnung.
Kapitel 3 widmet sich dem Ausnahmezustand im „Empire“. Es werden die Veränderungen des Souveränitätskonzepts, der Unterscheidung von Freund und Feind sowie die Herausforderungen des permanenten Kriegszustandes im Kontext des „Empire“ analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen wie Ausnahmezustand, Souveränität, Freund und Feind, Krieg, Empire, permanente Krise und globale Ordnung. Es werden die Konzepte von Carl Schmitt und Hardt/Negri im Hinblick auf diese zentralen Themen erörtert und in Beziehung zueinander gesetzt.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Empire“ bei Hardt und Negri?
Das „Empire“ beschreibt eine neue, dezentrale globale Rechts- und Machtordnung, die über Nationalstaaten hinausgeht und keine klaren territorialen Grenzen mehr kennt.
Wie definiert Carl Schmitt den Ausnahmezustand?
Für Schmitt ist der Ausnahmezustand eine Situation, in der die Rechtsordnung suspendiert wird. Souverän ist nach ihm, „wer über den Ausnahmezustand entscheidet“.
Warum wird im Empire die Ausnahme zur Regel?
Im Empire gibt es keine äußeren Feinde mehr, sondern nur noch „innere Krisen“. Der Ausnahmezustand wird permanent, um die globale Ordnung durch ständige polizeiliche Interventionen aufrechtzuerhalten.
Was ändert sich an der Unterscheidung von Freund und Feind?
In der globalisierten Welt des Empire verschwimmt die klassische Unterscheidung. Der Feind ist kein ebenbürtiger Staat mehr, sondern wird als „Terrorist“ oder „Rebell“ kriminalisiert.
Welche Rolle spielt der Krieg im Konzept des Empire?
Krieg wird im Empire nicht mehr als zeitlich begrenzter Konflikt zwischen Staaten geführt, sondern als permanenter, präventiver Polizeieinsatz zur Befriedung globaler Unruhen.
Was ist das Fazit des Vergleichs zwischen Schmitt und Hardt/Negri?
Während Schmitt den Ausnahmezustand als Instrument zur Wiederherstellung nationaler Souveränität sah, nutzen Hardt/Negri ihn zur Beschreibung einer permanenten globalen Kontrollstruktur.
- Quote paper
- Claudia Felber (Author), 2005, Die Permanenz der Ausnahme - der Ausnahmezustand im "Empire", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50293