Kaum ein Begriff hat in der Betriebswirtschaftslehre in den letzten Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie das Supply Chain Management. Dazu findet in Unternehmen ein essenzielles Umdenken statt und ist in der Praxis allgegenwärtig. Globale Wertschöpfungsketten, der Klimawandel und die eingeläutete Energiewende haben in den vergangenen Jahren eine besondere Aufmerksamkeit bekommen und wirken sich auf die Unternehmensaktivitäten aus. Beschäftigt man sich innerhalb der Literatur mit der Nachhaltigkeit von Supply Chains, so ist der "Drei-Säulen-Ansatz" unumgänglich. Diese Schnittstellen der drei Dimensionen münden in einer neuen Begriffsdefinition, die "Green Supply Chain" genannt wird. Dabei ist die Motivation der Unternehmen ihre Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten vielschichtig. In der Literatur wird dieser neue Ansatz "Sustainable Supply Chain Management" genannt. Dies ist eine Strategie, die zur Verbesserung von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit innerhalb der Wertschöpfungskette dient, jedoch ohne die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen und deren Lieferanten negativ zu beeinflussen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die aktuelle Relevanz nachhaltigen Handelns im Kontext globaler Wertschöpfungsketten aufzuzeigen. Es werden verschiedene Ansätze und Konzepte aus der Unternehmenspraxis herangezogen, um die aktuellen Bemühungen verschiedener Wirtschaftakteure anhand von Beispielen aufzuzeigen. Ziel ist es dem Lesenden einen Gesamtüberblick von den Treibern über Maßnahmen bis hin zur Bewertung von Nachhaltigkeit zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemorientierte Einführung & Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Ursprung des Supply Chain Managements
2.2 Aktivitäten in der Supply Chain nach Porter
2.3 Begriffsdefinition der Nachhaltigkeit
2.4 Drei-Säulen-Ansatz
2.5 Aktuelle Trends & Entwicklung
3 Nachhaltigkeit in dem SCM
3.1 Motivation für ein SSCM
3.2 Interne Treiber
3.3 Externe Treiber
4 Nachhaltigkeit innerhalb der SCM-Aktivitäten
4.1 Nachhaltigkeit in der Beschaffungslogistik
4.2 Nachhaltigkeit in der Produktionslogistik
4.3 Nachhaltigkeit in der Eingangs- und Ausgangslogistik
5 Bewertung von Nachhaltigkeit im Kontext des SCM
5.1 Kennzahlen zur Bewertung von Nachhaltigkeit
5.2 Bewertung durch externe Dienstleister
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuelle Relevanz nachhaltigen Handelns innerhalb globaler Wertschöpfungsketten aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch verschiedene Strategien und Konzepte ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit in ihr Supply Chain Management integrieren können, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.
- Grundlagen und theoretischer Bezugsrahmen des Supply Chain Managements
- Analyse der Treiber für nachhaltiges Supply Chain Management
- Nachhaltigkeitsaspekte entlang der Wertschöpfungskette nach Porter
- Methoden zur Bewertung und Messung von Nachhaltigkeitsleistungen
- Rolle von Kennzahlensystemen und externen Nachhaltigkeitsratings
Auszug aus dem Buch
4.1 Nachhaltigkeit in der Beschaffungslogistik
Durch Entwicklungen innerhalb von Beschaffungsaktivitäten, werden Lieferketten immer komplexer. Trends wie das „Global Sourcing“ führen zwar zum einen zu einer angestrebten Senkung von Einkaufspreisen und der Möglichkeit einer steigenden Unabhängigkeit von inländischen Lieferanten, zum anderen jedoch in der Regel zu längeren Transportwegen und damit verbunden erhöhten Emissionen.
Der Einkauf und die Beschaffung von Ressourcen stellt für Unternehmen den Grundstein für ein ganzheitlich nachhaltiges Supply Chain Management dar. Um auf dieser Ebene der Lieferkette Nachhaltigkeit zu fördern, haben zahlreiche Unternehmen nachhaltige Perspektiven in ihre Unternehmensentscheidungen integriert, um so nachhaltiges Handeln in ihren Unternehmensstrategien und werten zu verankern.
Durch die heutigen global organisierten Strukturen im Sustainable Supply Chain Management sehen sich Unternehmen gewissen Risiken ausgesetzt. Fokale Unternehmen haben meist unzureichende oder keine Einblicke in die ökologischen und sozialen Gegebenheiten bei den Lieferanten vor Ort. Eine für das nachhaltige Handeln innerhalb des SCM notwendige Transparenz ist häufig nicht vorhanden.
Ein Ansatz, welcher die Beziehungen zwischen Lieferanten und fokalem Unternehmen intensivieren und transparenter gestalten kann, ist das Lieferantenmanagement. Die Aktivitäten im Lieferantenmanagement können in drei verschiedene Teilaufgaben untergliedert werden.
• Lieferantenselektion
• Lieferantenbewertung
• Lieferantenentwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament, indem es den Ursprung des Supply Chain Managements erläutert, das Porter-Modell darstellt und den Drei-Säulen-Ansatz der Nachhaltigkeit definiert.
3 Nachhaltigkeit in dem SCM: Hier werden SCM und Nachhaltigkeit zusammengeführt und die internen sowie externen Treiber für die Implementierung eines nachhaltigen Supply Chain Managements analysiert.
4 Nachhaltigkeit innerhalb der SCM-Aktivitäten: Dieses Kapitel untersucht die Anwendung von Nachhaltigkeitskonzepten in den Bereichen Beschaffungs-, Produktions- sowie Eingangs- und Ausgangslogistik.
5 Bewertung von Nachhaltigkeit im Kontext des SCM: Hier werden Methoden zur Messung von Nachhaltigkeit vorgestellt, insbesondere durch den Einsatz von Kennzahlen nach GRI und durch externe Ratingagenturen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die wachsende Bedeutung lückenloser Lieferkettenmanagementsysteme unter sozioökologischen Gesichtspunkten.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Nachhaltigkeit, Sustainable Supply Chain Management, Wertschöpfungskette, Drei-Säulen-Ansatz, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit, Lieferantenmanagement, Ressourceneffizienz, GRI, Kennzahlen, Logistik, Transparenz, Kreislaufwirtschaft, Lean Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von Nachhaltigkeitszielen in das Supply Chain Management von Unternehmen im globalen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Treibern für Nachhaltigkeit, der praktischen Umsetzung in verschiedenen Logistikbereichen sowie der Messbarkeit durch Kennzahlen und Ratings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen globale Wertschöpfungsketten ökologisch und sozial nachhaltiger gestalten können, ohne ihre Wirtschaftlichkeit zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Konzepte der Literatur, ergänzt durch Praxisbeispiele von Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Nachhaltigkeit in spezifischen logistischen Teilbereichen wie Beschaffung, Produktion und Transport sowie deren Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Sustainable Supply Chain Management (SSCM), Wertschöpfungskette, Drei-Säulen-Ansatz und ökologische Effizienz.
Welche Rolle spielt das Lieferantenmanagement für die Nachhaltigkeit?
Es dient dazu, Risiken in der Lieferkette durch Selektion, Bewertung und gezielte Entwicklung der Partner transparenter und nachhaltiger zu gestalten.
Wie unterstützen die GRI-Indikatoren die Unternehmen?
Die von der Global Reporting Initiative definierten Kennzahlen helfen Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsleistung standardisiert messbar und vergleichbar zu machen.
- Quote paper
- Nicklas Schulz (Author), 2019, Nachhaltigkeit im Supply Chain Management. Ansätze und Konzepte aus der Unternehmenspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502805