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Der Jugoslawienkrieg. Ökonomische Gründe für den Staatszerfall

Title: Der Jugoslawienkrieg. Ökonomische Gründe für den Staatszerfall

Seminar Paper , 2019 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcel Schwering (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Gründe für den Zerfall des Staates Jugoslawien. Jugoslawien befand sich mit dem Beginn des slowenischen Unabhängigkeitskrieg in einer Reihe von militärischen Konflikten, die das Ende des Landes bedeuten sollten. Damit war die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien der letzte Staat auf europäischen Grund, der im Zuge eines Bürgerkrieges zerfallen ist. Besonders im Hinblick auf den aufkommenden Nationalismus in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten ist es von aktuellem Interesse der Frage nachzugehen, inwieweit der Nationalismus mit der ökonomischen Lage eines Landes im Zusammenhang steht.

Der Jugoslawische Sozialismus, auch Titoismus genannt, war ein System, das von vielen Reformen und Veränderungen geprägt war. Dennoch verfolgte dieses System wesentliche Leitmotive, nach denen sich alle Entscheidungen richteten: Brüderlichkeit und Einheit, die Blockfreiheit sowie das Konzept der Arbeiterselbstverwaltung, welche im Kommunismus einmalig war. Es wird untersucht, inwieweit das System des Titoismus zu der mangelhaften wirtschaftlichen Lage des Landes beitrug und ob die Wirtschaftskrise der 1980er hauptverantwortlich für die kriegerischen Handlungen und der Nationalismus nur eine Folge dieser war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Der Jugoslawische Sozialismus

2.1.1 Brüderlichkeit und Einheit - Jugoslawien als Vielvölkerstaat

2.1.2 Die Blockfreiheit – Die Folge des Kominform-Konfliktes

2.1.3 Die Arbeiterselbstverwaltung – Ein Wirtschaftsmodell zwischen Kommunismus und Kapitalismus

2.2 Auslandsverschuldung, Inflation und Arbeitslosigkeit – Das krisengeschwächte Jugoslawien

2.3 Sezession und Eskalation

3 Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der ökonomischen Entwicklung des sozialistischen Jugoslawiens und dem schließlichen Zerfall des Staates. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Wirtschaftskrisen der 1980er Jahre als primäre Auslöser für nationalistische Tendenzen und die kriegerischen Auseinandersetzungen betrachtet werden können.

  • Das System des Titoismus und seine Leitmotive
  • Die ökonomischen Herausforderungen durch das Modell der Arbeiterselbstverwaltung
  • Auslandsverschuldung, Inflation und die Rolle des Internationalen Währungsfonds
  • Die Rolle des Nationalismus als Folge oder Ursache der ökonomischen Krise
  • Der Weg von der Sezession zur Eskalation des Jugoslawienkrieges

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Die Arbeiterselbstverwaltung – Ein Wirtschaftsmodell zwischen Kommunismus und Kapitalismus

Die erste jugoslawische Verfassung orientierte sich wirtschaftlich stark an der Sowjetunion. Neben den stalinistischen Fünfjahresplänen übernahm die KPJ ebenfalls antikapitalistische und antiwestliche Darstellungen. Bis 1949 befand sich die gesamte Industrie, das Kreditwesen und weite Teile des Handels in Staatshand. Doch anders als im Stalinismus wurden die Enteignungen im Agrarbereich zögerlicher vorangetrieben. Ein großer Teil der Partisanen bestand aus Bauern, deren Eigentum zunächst unter besonderen Schutz fiel. So enteignete der Staat hauptsächlich Kriegsgegner, religiöse Institutionen, Banken und Großunternehmen. Ein Großteil der enteigneten Flächen wurde jugoslawischen Familien übergeben, die in den Volksbefreiungsverbänden aktiv waren. Rund die Hälfe ging in Staatseigentum über.

Die Wirtschaft war im Titoismus in zwei eigenständige Sektoren unterteilt. Der gesellschaftliche Sektor setzte sich aus den enteigneten Unternehmen zusammen, die später der Selbstverwaltung überlassen wurden. Diese Betriebe galten als Teil des Gesellschaftseigentums. Des Weiteren gehörten staatliche Institutionen, soziale Dienste wie auch gesellschaftspolitische Organisationen zu diesem Sektor. Teil des privaten Sektors waren größtenteils kleine Agrarbetriebe und kleine Geschäfte aus dem Handwerk, der Gastronomie oder Logistik.

Mit dem Grundgesetz über die Verwaltung der Staatsbetriebe leitete die KPJ im Jahr 1950 die Abkehr vom stalinistischen Wirtschaftsmodell ein. Sukzessiv übergab der Staat den einzelnen Betrieben die administrative Kontrolle über die Fabriken. Es konstituierten sich Arbeiterräte, die jedoch durch staatliche Direktoren mittels Veto-Recht in ihrer Entscheidungsfreiheit begrenzt wurden. Dies ebnete den neuen Weg eines jugoslawischen Sozialismus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Zerfalls Jugoslawiens ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen dem Titoismus, der wirtschaftlichen Lage und dem aufkommenden Nationalismus.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen und ökonomischen Säulen des jugoslawischen Staates, die anschließende Wirtschaftskrise der 1980er Jahre und die daraus resultierende Eskalation bis hin zur Sezession.

3 Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt, dass die wirtschaftliche Instabilität der 1980er Jahre der wesentliche Treiber für die Destabilisierung und den späteren Zerfall des Vielvölkerstaates war.

Schlüsselwörter

Jugoslawien, Titoismus, Sozialismus, Arbeiterselbstverwaltung, Wirtschaftsreformen, Staatszerfall, Nationalismus, Auslandsverschuldung, Inflation, Arbeitslosigkeit, Sezession, Slobodan Milosevic, IWF, Vielvölkerstaat, Bürgerkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe des Staatszerfalls Jugoslawiens und untersucht, welche Rolle die Wirtschaftskrise für das Ende des Vielvölkerstaates spielte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen den jugoslawischen Sozialismus, das Wirtschaftsmodell der Arbeiterselbstverwaltung, die ökonomische Krise der 1980er Jahre sowie die Entstehung nationalistischer Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, inwieweit das System des Titoismus zur schlechten wirtschaftlichen Lage beitrug und ob die Wirtschaftskrise als Hauptursache für den Nationalismus und die kriegerischen Handlungen angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Projektarbeit, die sowohl externe internationale Forschung als auch interne jugoslawische Quellen und Biografien analysiert, um eine umfassende Perspektive zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des jugoslawischen Sozialismus, eine Analyse der wirtschaftlichen Konsequenzen durch Inflation und Verschuldung sowie einen Überblick über die politischen Gründe der Sezession.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Titoismus, Arbeiterselbstverwaltung, Jugoslawienkrieg, ökonomische Krise, Nationalismus und Staatszerfall.

Welche Rolle spielte das Memorandum der SANU im Jahr 1986?

Das Memorandum kanalisierte serbische nationalistische Interessen und lieferte eine scheinbar akademische Begründung für die vermeintliche Benachteiligung der Serben, was das Feindbild gegenüber dem jugoslawischen Staatsapparat festigte.

Warum wird die Wirtschaftskrise der 1980er Jahre als primärer Grund für die Destabilisierung identifiziert?

Die Arbeit argumentiert, dass die hohe Auslandsverschuldung, Arbeitslosigkeit und Inflation die Solidargemeinschaft aufbrachen und den Nährboden für nationalistische Radikalisierung in den Teilrepubliken schufen.

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Details

Title
Der Jugoslawienkrieg. Ökonomische Gründe für den Staatszerfall
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Geschichtswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Marcel Schwering (Author)
Publication Year
2019
Pages
27
Catalog Number
V500295
ISBN (eBook)
9783346029348
ISBN (Book)
9783346029355
Language
German
Tags
Jugoslawien Wirtschaft Serbien Kroatien Slowenien Kosovo Wirtschaftskrise Jugoslawienkrieg Kosovokrise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Schwering (Author), 2019, Der Jugoslawienkrieg. Ökonomische Gründe für den Staatszerfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500295
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