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Menschliches Balzverhalten in modernen Gesellschaften. Eine evolutionspsychologische Betrachtung

Titel: Menschliches Balzverhalten in modernen Gesellschaften. Eine evolutionspsychologische Betrachtung

Seminararbeit , 2017 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nicole Scherm (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Studienarbeit wird auf die Fragen eingegangen, welche evolutionären, biologischen und neurologischen Faktoren dem Balzverhalten beim Menschen zugrunde liegen, wie sich das Balzverhalten im Laufe der Zeit entwickelt hat, wie Konsum- und Balzverhalten zusammenhängen und welche Konsequenzen sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben. In einem kleinen Exkurs wird dargestellt, welche Problematik sich aus der Rolle der Frau im Islam ergibt.

Als Balzverhalten wird im Tierreich das Werben um einen Partner zwecks Gattenwahl und Fortpflanzung bezeichnet. Hierbei dienen bestimmte Verhaltensformen und optische Merkmale, die oft auch entsprechend hervorgehoben und unterstrichen werden, der Auswahl eines genetisch besonders geeigneten Kandidaten zur Sicherstellung von gesundem und überlebensfähigem Nachwuchs. Das Balzverhalten ist somit ein unabdingbares Rädchen im stetig laufenden Motor der Evolution.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Was ist Evolutionspsychologie?

2 Definitionen

3 Biologische und neurologische Grundlagen des Balzverhaltens beim Menschen

4 Sexuelle Selektion

5 Balzverhalten und sexuelle Selektion in der Moderne

5.1 Exkurs: Selektion in traditionellen Kulturen

5.1.1 Was kann Soziale Arbeit tun?

6 Konsumverhalten und Balz

6.1 Werbung

7 Konsequenzen für die Soziale Arbeit

8 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die evolutionären, biologischen und neurologischen Ursprünge menschlichen Balzverhaltens und analysiert, wie diese in modernen Gesellschaften in Konsumverhalten und soziale Interaktionen einfließen. Ziel ist es, die Relevanz dieser evolutionären Perspektive für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, um Interventionen effektiver zu gestalten und Fehldeutungen menschlichen Handelns zu vermeiden.

  • Evolutionäre Grundlagen der Partnerwahl und sexuellen Selektion
  • Einfluss von Geschlechtshormonen und Neurotransmittern auf das Balzverhalten
  • Zusammenhang zwischen modernem Konsumverhalten und evolutionären Reproduktionsstrategien
  • Rolle von Prestigeobjekten, Ästhetik und sozialen Signalen
  • Kritische Analyse von Selektionsmechanismen in traditionellen Kulturen
  • Bedeutung der Evolutionspsychologie für die professionelle Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

3 Biologische und neurologische Grundlagen des Balzverhaltens beim Menschen

Dem Balzverhalten liegen Mechanismen zugrunde, die durch bestimmte Reize aktiviert werden und festgelegte Verhaltensweisen auslösen. Solche Reize sind visuelle Signale oder auch Duftsignale (Pheromone oder auch olfaktorische Stoffe; dazu weiter unten mehr); sie bewirken eine vermehrte Ausschüttung von Neurotransmittern, insbesondere Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin (welches, wie fälschlicherweise oft angenommen, kein Hormon, sondern ebenfalls ein Neurotransmitter ist). Sie sind vor allem für das Gefühl des Verliebtseins zuständig, welches sich vor bzw. zu Beginn einer Partnerschaft einstellt. Dopamin beispielsweise wirkt auf das sogenannte „Belohnungszentrum“, den Nucleus accumbens. Diese Hirnregion spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Suchtverhalten. Dopamin wird auch durch den Konsum einiger Drogen, wie zum Beispiel bei Kokain, ausgeschüttet (Cacioppo et al, 2012, S. 4 ff.). Mit den Wirkmechanismen von Neurotransmittern kann ergo erklärt werden, weshalb Verliebte hoch euphorisch sind und alles durch eine „rosarote Brille“ sehen. Liebe kann also im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht süchtig machen.

Die Duftsignale bzw. Pheromone haben noch eine weitere, wichtige Funktion: Sie dienen zum Schutz vor genetischen Fehlern des Nachwuchses, die durch zu große genetische Übereinstimmung der Eltern hervorgerufen werden können. Ihre chemische Zusammensetzung gibt Auskunft darüber, ob der potenzielle Fortpflanzungspartner genetisch geeignet ist (Boehm, Zufall, 2006, S. 100 f.). Wird er als ungeeignet erachtet, ist er als Sexualpartner uninteressant. Dieser Prozess wird auch als “Genetisches Matching” bezeichnet und wurde bereits mehrfach in Studien untersucht (Havlicek, Roberts, 2009, S. 497 ff.).

Insgesamt bewirkt eine Kombination aus visuellen Eindrücken und Duftsignale, dass wir eine Person als attraktiv empfinden und uns von ihr angezogen fühlen; diese Signale lösen somit in der Folge wechselseitiges Balzverhalten aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert Balzverhalten als evolutionären Mechanismus und stellt die Forschungsfragen bezüglich der menschlichen Übertragung dieses Verhaltens auf Konsum und Gesellschaft.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie sexuelle Selektion und Individualdistanz für das Verständnis der Arbeit geklärt.

3 Biologische und neurologische Grundlagen des Balzverhaltens beim Menschen: Das Kapitel erläutert die neurobiologischen Prozesse, wie die Ausschüttung von Neurotransmittern und die Wirkung von Pheromonen, die das menschliche Balzverhalten steuern.

4 Sexuelle Selektion: Es wird dargelegt, wie sexuelle Selektion als notwendiger Prozess zur Arterhaltung und Partnerwahl funktioniert und welche unbewussten Auswahlkriterien dabei eine Rolle spielen.

5 Balzverhalten und sexuelle Selektion in der Moderne: Dieses Kapitel untersucht, wie sich menschliches Balzverhalten in der zivilisierten Welt durch Hilfsmittel, Körperkult und Statussymbole verändert hat.

6 Konsumverhalten und Balz: Die Verbindung zwischen Evolutionstheorie und Konsum wird analysiert, wobei gezeigt wird, wie Marketing gezielt angeborene menschliche Präferenzen anspricht.

7 Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Das Kapitel plädiert dafür, evolutionäre Perspektiven in die Soziale Arbeit zu integrieren, um Interventionen bei Phänomenen wie Gewalt oder Vandalismus präziser und effektiver zu planen.

8 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Notwendigkeit, psychologische und soziologische Ansätze in der Sozialen Arbeit um evolutionäre Sichtweisen zu ergänzen.

Schlüsselwörter

Evolutionspsychologie, Balzverhalten, sexuelle Selektion, Partnerwahl, Konsumverhalten, Pheromone, Testosteron, Soziale Arbeit, Reproduktion, Prestigeobjekte, Genetisches Matching, Verhaltensbiologie, Hormonsteuerung, Paarung, Statussymbole.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das menschliche Balzverhalten unter einer evolutionären Perspektive und untersucht, wie dieses unsere moderne Konsumkultur und gesellschaftliche Interaktionen beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die biologischen Grundlagen der Partnerwahl, die Rolle der sexuellen Selektion im modernen Kontext sowie die Auswirkungen dieser Mechanismen auf das Kaufverhalten und die Soziale Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass viele menschliche Verhaltensweisen – auch im Bereich des Konsums – evolutionäre Wurzeln haben und dass dieses Wissen für eine effektivere Gestaltung sozialarbeiterischer Interventionen essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse evolutionärer und psychologischer Konzepte sowie auf die Auswertung wissenschaftlicher Studien zu Themen wie Reproduktion, Konsum und Sozialverhalten.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil wird beleuchtet, wie biologische Reize (Pheromone, Hormone) das Balzverhalten steuern und wie wir moderne Hilfsmittel wie Kleidung, Prestigeobjekte und Schönheitsideale nutzen, um unsere Eignung als Fortpflanzungspartner zu signalisieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Evolutionspsychologie, sexuelle Selektion, Balzverhalten, Konsumverhalten, Testosteron und die Anwendung dieser Erkenntnisse in der Sozialen Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Selektion in traditionellen Kulturen von der modernen?

In traditionell patriarchalischen Kulturen wird die Partnerwahl oft durch das Familienoberhaupt rational bestimmt, was die natürliche, unbewusste sexuelle Selektion durch die Frau unterbinden kann.

Warum wird im Dokument Werbung als geschlechtsspezifisch bezeichnet?

Die Arbeit argumentiert, dass Werbung oft evolutionäre Mechanismen nutzt, indem sie Produkte so präsentiert, dass sie bei Männern oder Frauen jeweils spezifische Balzstrategien ansprechen, um den Reproduktionserfolg oder sozialen Status zu suggerieren.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Analyse?

Die Soziale Arbeit läuft Gefahr, ineffektiv zu sein oder sogar zu schaden, wenn sie menschliches Handeln ausschließlich psychologisch oder soziologisch deutet und dabei die evolutionären Antriebe, wie etwa Konkurrenzverhalten, außer Acht lässt.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Menschliches Balzverhalten in modernen Gesellschaften. Eine evolutionspsychologische Betrachtung
Hochschule
Hochschule Mannheim
Note
1,3
Autor
Nicole Scherm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V500102
ISBN (eBook)
9783346035264
ISBN (Buch)
9783346035271
Sprache
Deutsch
Schlagworte
menschliches balzverhalten gesellschaften eine betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Scherm (Autor:in), 2017, Menschliches Balzverhalten in modernen Gesellschaften. Eine evolutionspsychologische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500102
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Leseprobe aus  25  Seiten
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