1. Sachanalyse
1.1 Zum Begriff „Märchen“
Blickt man auf die gesellschaftliche Entwicklung der letzten 100 Jahre zurück, so stellt man große Veränderungen fest. Diese Veränderungen betreffen nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte unserer Gesellschaft, sondern darüber hinaus auch die Gepflogenheiten ihrer „Mitglieder“. Lebensrhythmen haben sich dieser Entwicklung angepasst und verändert, doch einige Traditionen, wenn auch nicht alle, haben auch weiterhin bestand. Märchen, als eine Jahrhunderte alte Tradition, sind auch heute noch aktuelle Begleiter der kindlichen Entwicklung. Zum Begriff „Märchen schreibt die Encarta Enzyklopädie folgendes: „Märchen (zu Mär, von althochdeutsch maren: verkünden, rühmen), Erzählung mit phantastisch-wunderbaren Elementen ohne raumzeitliche Festlegung, zu deren Personal Zauberer, Hexen, Feen, Gnome, Drachen, redende Tiere, eingreifende Naturgewalten, verwunschene Menschen etc. gehören. Oftmals wird auf Figurenebene ein typisierender Kampf von Gut gegen Böse ausgetragen, wobei am Ende zumeist das Gute siegt. Dabei sind die Übergänge zu anderen Erzählformen (Legende, Schwank, Novelle usw.) oftmals fließend. Märchen wurden zunächst mündlich tradiert (Volksmärchen) und für den deutschsprachigen Raum von den Brüdern Grimm in ihren Kinder und Hausmärchen gesammelt“. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
1.1 Zum Begriff „Märchen“
1.2 Die Gebrüder Grimm
1.3 Merkmale der Gattung „Märchen“
2. Didaktische Analyse
2.1 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes
2.1.1 Begründung der Lernaufgabe
2.1.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes für die Schüler
2.1.3 Didaktische Reduktion
2.1.4 Schwierigkeitsanalyse
2.2 Stellung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang
3. Voraussetzungen für den Unterricht
3.1 Situation der Klasse
3.2 Externe Voraussetzungen
4. Formulierung der Lernziele
4.1 Grobziel
4.2 Feinziele
5. Überlegungen zur Methodik
5.1 Einstiegsmöglichkeiten
5.2 Artikulation
5.3 Sozial- und Aktionsformen
5.4 Medien
5.5 Unterrichtsprinzipien
6. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel des Unterrichtsentwurfs ist es, Schüler der ersten Klasse durch die spielerische Inszenierung von Märchen in ihrer Ausdrucksfähigkeit, ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Sozialkompetenz zu fördern. Dabei soll durch die aktive Rollenübernahme eine angstfreie Begegnung mit Sprache und die Fähigkeit zum freien Sprechen vor Publikum trainiert werden.
- Sachanalyse der Gattung „Märchen“ und ihrer spezifischen Merkmale.
- Didaktische Begründung der Rollenspielmethode im Sachunterricht.
- Analyse der Klassensituation unter Berücksichtigung individueller Förderbedarfe.
- Methodische Planung zur Förderung von Selbsttätigkeit und Klassengemeinschaft.
- Strukturierung eines zielgerichteten, erlebnisorientierten Unterrichtsverlaufs.
Auszug aus dem Buch
1.3 Merkmale der Gattung „Märchen“
Da die Form des Märchens eine eigene Gattung darstellt, weist sie dementsprechend gattungsspezifische Merkmale auf, auf welche ich nun näher eingehen möchte.
Die Welt in der die Märchen jeweils spielen ist besonderer Art. Die dinge in ihr erscheinen dem Leser verzaubert „und so in eine Märchenwelt eigener Prägung gestellt“ (Kinder spielen Märchen, S.11). Lebewesen sind innerhalb der Märchen nicht typisiert, das heißt diese werden nicht durch die Verwendung von Attributen auf bestimmte Muster festgelegt. Dies gilt ebenso für den Handlungsablauf, welcher mit „mit einfachen Aussagen, in straffer Abfolge, als geschlossene Einheit“ (Kinder spielen Märchen, S.12) einer Individualisierung keinen Raum bietet.
Innerhalb von Märchen ist es oft erforderlich, dass die Helden Hürden überwinden, wobei ihnen meist Wunschdinge oder auch Helfer zur Seite stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung und die charakteristischen Merkmale von Märchen sowie die Bedeutung der Gebrüder Grimm.
2. Didaktische Analyse: Hier wird begründet, warum die Arbeit an Märchen und das spielerische Vortragen für die Entwicklung der Schüler in der ersten Klasse wesentlich sind.
3. Voraussetzungen für den Unterricht: Es erfolgt eine detaillierte Bestandsaufnahme der Klassensituation, einschließlich sozialer Aspekte und der räumlichen Rahmenbedingungen.
4. Formulierung der Lernziele: Dieses Kapitel definiert das Grobziel sowie die konkreten Feinziele, die im Rahmen der Märchenaufführung erreicht werden sollen.
5. Überlegungen zur Methodik: Es werden didaktische Entscheidungen bezüglich Einstieg, Artikulation, Sozialformen und Unterrichtsprinzipien dargelegt.
6. Geplanter Unterrichtsverlauf: Dieser Abschnitt bietet eine tabellarische Übersicht über den zeitlichen Ablauf und das geplante Lehrer-Schüler-Verhalten.
Schlüsselwörter
Märchen, Sachunterricht, Rollenspiel, Sprachförderung, Grundschule, Gebrüder Grimm, Selbstbewusstsein, Sozialkompetenz, Didaktische Analyse, Unterrichtsentwurf, freies Sprechen, Klassengemeinschaft, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf primär?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Planung einer Unterrichtseinheit in der ersten Klasse, in der Märchen durch die Schüler als Rollenspiel aufgeführt werden.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zentral sind die Gattungsmerkmale von Märchen, die didaktische Legitimation spielerischen Lernens und die detaillierte pädagogische Analyse einer heterogenen Grundschulklasse.
Was ist das übergeordnete Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Förderung der Sprechfreude, des Selbstvertrauens und der sozialen Bindung innerhalb der Klasse durch das Medium Märchen.
Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?
Es wird das Modell des „Erkenntniserwerbs“ nach Alois Roth angewendet, kombiniert mit Prinzipien wie Selbsttätigkeit und Kindgemäßheit.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Neben der theoretischen Sachanalyse liegt der Schwerpunkt auf der sorgfältigen Planung der Lernumgebung und der methodischen Durchführung der Rollenarbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Märchen, Rollenspiel, Sprachförderung, Grundschule und Kompetenzentwicklung.
Wie geht die Autorin mit schwierigen sozialen Dynamiken in der Klasse um?
Die Autorin betont die Notwendigkeit von Lob, die Bildung eines gesunden Arbeitsklimas und die räumliche Trennung störender Schüler zur Förderung einer besseren Lernatmosphäre.
Warum wird das Rollenspiel als geeignete Methode für Erstklässler hervorgehoben?
Das Rollenspiel ermöglicht es den Kindern, Inhalte spielerisch zu erleben, Hemmungen abzubauen und ihre Sprachfertigkeiten ohne den Zwang auswendig gelernter Texte zu entwickeln.
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- Christina Schulz (Author), 2005, Unterrichtsstunde zum Thema "Märchen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49892