„Ich werde es immer schwer haben, aber ich werde immer da sein.“1 soll der greise Hans Pfitzner seinem Biographen Ludwig Schrott prophezeit haben. Zumindest für unsere Zeit kann man diese Voraussage nicht unterschreiben, Hans Pfitzner und sein Werk sind den vielen Unbekannten der Opernwelt zuzuschreiben, deren Namen eisernen Opernenthusiasten gerade einmal ein Begriff sind, nähere Kenntnisse aber oder gar eigenes Erleben ... da sieht es sogar bei ganz hartgesottenen Opernfans, die auch bereit sind, einzelnen Aufführungen durch halb Europa nachzureisen, meist dunkel aus
1 Schrott, Ludwig „Hans Pfitzner“ Zürich und Freiburg 1959, S. 5
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Inhaltsverzeichnis
1. Kein „Rosenkavalier“ und keine „Blume von Hawaii“. Pfitzners „Rose vom Liebesgarten“, eine vergessene Oper aus dem ersten Drittel unseres Jahrhunderts
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Werk- und Rezeptionsgeschichte der Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ von Hans Pfitzner und analysiert, warum das Werk trotz anfänglicher Begeisterung und der ambivalenten politischen Haltung seines Schöpfers keinen dauerhaften Platz im Opernrepertoire finden konnte.
- Biografische Einordnung und politische Ambivalenz Hans Pfitzners
- Die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Oper „Die Rose vom Liebesgarten“
- Analyse der Aufführungsstatistik und der Rolle der Kritiken
- Der Einfluss des Librettos von James Grun auf die Bühnenwirksamkeit
- Pfitzners Rezeption im Kontext der NS-Kulturpolitik
Auszug aus dem Buch
Kein „Rosenkavalier“ und keine „Blume von Hawaii“. Pfitzners „Rose vom Liebesgarten“, eine vergessene Oper aus dem ersten Drittel unseres Jahrhunderts
„Ich werde es immer schwer haben, aber ich werde immer da sein.“ soll der greise Hans Pfitzner seinem Biographen Ludwig Schrott prophezeit haben. Zumindest für unsere Zeit kann man diese Voraussage nicht unterschreiben, Hans Pfitzner und sein Werk sind den vielen Unbekannten der Opernwelt zuzuschreiben, deren Namen eisernen Opernenthusiasten gerade einmal ein Begriff sind, nähere Kenntnisse aber oder gar eigenes Erleben ... da sieht es sogar bei ganz hartgesottenen Opernfans, die auch bereit sind, einzelnen Aufführungen durch halb Europa nachzureisen, meist dunkel aus.
Höchstens geht da manchmal die Legende von einer Künstleroper namens "Palestrina", die zu den ganz großen Werken unseres Jahrhunderts gehören soll, wohl werden da auch hin und wieder Aufnahmen als Beweis vorgespielt, Bekehrungsversuche unternommen — doch viele glauben, daß es sich dabei wohl nur um Relikte aus längst vergangenen Tagen der ohnehin schon etwas angejahrten Dame Oper handelt.
Bester Beweis: Das Pfitzner-Jahr 1999, in welchem sich der Geburtstag zum 130. und der Todestag zum 50. Mal jährt: Kann da etwa von einer großen Pfitzner-Renaissance die Rede sein? Weit gefehlt, gerade einmal 4 Opernhäuser lassen den halbvergessenen Namen auf ihren Spielplanankündigungen finden.
Zusammenfassung der Kapitel
Kein „Rosenkavalier“ und keine „Blume von Hawaii“. Pfitzners „Rose vom Liebesgarten“, eine vergessene Oper aus dem ersten Drittel unseres Jahrhunderts: Der Text beleuchtet die schwierige Rezeption von Hans Pfitzners Werk, analysiert dessen kontroverse politische Einordnung im Dritten Reich und untersucht die Gründe für das Ausbleiben eines dauerhaften Erfolgs der Oper „Die Rose vom Liebesgarten“.
Schlüsselwörter
Hans Pfitzner, Die Rose vom Liebesgarten, Operngeschichte, Musikrezeption, Palestrina, Nationalsozialismus, James Grun, Gustav Mahler, Musiktheater, Kulturpolitik, Aufführungsstatistik, Moderne, Komponisten, Klassik, Repertoire
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Oper „Die Rose vom Liebesgarten“ des Komponisten Hans Pfitzner und untersucht die Ursachen für deren anhaltendes Schattendasein im modernen Opernbetrieb.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Werkgeschichte der Oper, die ambivalente politische Haltung Pfitzners im Dritten Reich sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Qualität des Librettos.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für das Fehlen einer nachhaltigen „Pfitzner-Renaissance“ zu beleuchten und das Werk als Mosaikstein einer spannenden Epoche der Musikgeschichte neu einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, wertet Aufführungsstatistiken aus und zieht Briefwechsel sowie zeitgenössische Kritiken als Quellen heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Pfitzners politische Widersprüchlichkeiten, die Rezeptionsgeschichte der „Rose“ sowie den Einfluss von Inszenierungen und künstlerischen Debatten der Zeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Pfitzner, Operngeschichte, Rezeption, Nationalsozialismus, Musikdramatik, Bühnenwirksamkeit.
Welche Rolle spielte Alma Mahler für das Werk?
Sie setzte gegen den Widerstand von Gustav Mahler die erfolgreiche Wiener Inszenierung von 1905 durch, die für Pfitzner eine prägende Theatererfahrung blieb.
Warum kritisierte Pfitzner sein eigenes Libretto?
Obwohl er das Werk leidenschaftlich verteidigte, war er sich der dramatischen Schwächen des Textes von James Grun bewusst, versuchte jedoch, die Verantwortung für die Kritik abzuwehren.
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- Dr. Sabine Busch-Frank (Author), 1999, Kein 'Rosenkavalier' und keine 'Blume von Hawaii'. Pfitzners 'Rose vom Liebesgarten', eine vergessene Oper aus dem ersten Drittel unseres Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49784