Welche Potentiale, Kostenvorteile aber auch Nachteile und Risiken bringt Mass Customization mit sich? Diese Fragestellung soll zum einen klären, was Unternehmer dazu bewegt kundenindividuelle Lösungen anzubieten, aber zum anderen auch mögliche Nachteile, Zusatzkosten und Gefahren, welche eine flexiblere Fertigung mit sich bringen kann, aufzeigen.
Hingegen soll die zweite leitende Fragestellung "Welche Produktions- und Verfahrenstechnologien eignen sich in der Herstellung von Fahrzeugaufbauten unter Berücksichtigung einer Mass-Customization-Strategie?" Möglichkeiten zur Gestaltung von Produktionssystemen aufzeigen.
Dabei werden mögliche Produktionstechnologien und Steuerungsverfahren, welche ein Mass-Customization-Prinzip unterstützen, beschrieben und über deren Einsatzmöglichkeit in der Produktion von Fahrzeugaufbauten diskutiert.
Peter Drucker’s Aussage "It is the customer who determines what a business is.", welche im Jahr 1954 erstmalig veröffentlicht wurde, ist heute aktueller denn je. Bereits damals wies er auf die wohl schwierigste, aber auch überlebenswichtigste Herausforderung für Unternehmen in den heutigen turbulenten Wettbewerbsbedingungen hin - die Kundenorientierung.
Während es in der Vergangenheit Unternehmen gewohnt waren, sich auf eine der generischen Strategien (Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie) zu fokussieren und diese umzusetzen, bauen Unternehmen heute immer mehr auf Strategien, welche sowohl Effizienz als auch Individualisierung ermöglichen. Diese Arbeit soll einen Einblick in die Wettbewerbsstrategie der Zukunft geben – der kundenindividuellen Massenproduktion, die unter dem englischen Begriff Mass Customization bekannt ist.
Im Gegensatz zu den generischen Wettbewerbsstrategien von Porter basieren hybride Wettbewerbsstrategien, wie Mass Customization, auf mehreren strategischen Erfolgsfaktoren. Es erfolgt somit keine Festlegung zwischen den strategischen Optionen Kostenführerschaft und Differenzierung. Vielmehr liegt der Fokus darin, ein unter Berücksichtigung technologischer und marktlicher Trade Offs konsistentes, schwer imitierbares Set an Wertaktivitäten zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- MASS CUSTOMIZATION ALS WETTBEWERBSSTRATEGISCHES KONZEPT
- Begriffsdefinierung / -abgrenzung
- Das neue Wettbewerbsumfeld – Das Versagen rein generischer Strategien
- THEORIEBEGLEITETE BEGRÜNDUNG DER VORTEILHAFTIGKEIT VON MASS CUSTOMIZATION
- Potentiale der Individualisierung
- Präferenzvorteile
- Umgehen von kognitiven Dissonanzen im Kaufentscheidungsprozess
- Schaffung eines quasi-monopolistischen Handlungsspielraums
- Erhöhung der Stabilität der Absatzplanung durch Customer-Pull
- Imageverbesserung durch Innovationsführerschaft
- Learning Relationships
- Kostensenkungspotentiale durch Mass Customization
- Economies of Scale
- Economies of Scope
- Economies of Interaction
- Zusätzliche Kosten durch Mass Customization
- Zusatzkosten für den Hersteller
- Zusatzkosten für den Abnehmer
- Die Logik der kundenindividuellen Massenproduktion
- KONZEPTIONEN DER MASS CUSTOMIZATION
- Systematisierung verschiedener Formen
- Ergänzung von Standardprodukten um individuelle Sekundärleistungen
- Kundenindividuelle Vor- oder Endfertigung
- Point-of-Delivery-Customization
- Kundenindividuelle Endfertigung
- Kundenindividuelle Vorfertigung
- Modulare Baukastensysteme
- Massenhafte Fertigung von Unikaten
- Konzeptionen der Mass Customization in der Produktion von Fahrzeugaufbauten
- UMSETZUNG EINER MASS CUSTOMIZATION IM BEREICH PRODUKTION
- Flexible Verfahrenstechnologien der Werkstückbearbeitung
- CNC-Universalmaschinen
- Materialbearbeitung durch Lasertechnologie
- ,,Automated fabrication"
- Flexible Fertigungstechnologien der Werkstückbearbeitung
- Organisatorische Möglichkeit der Komplexitätsreduktion
- Flexible Fertigungszellen und -inseln
- Flexible Fertigungssysteme und -segmente
- FAZIT AUSBLICK
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept der kundenindividuellen Massenproduktion, auch bekannt als Mass Customization, und analysiert dessen Vorteilhaftigkeit und Umsetzbarkeit in der Produktion von Fahrzeugaufbauten. Durch eine umfassende Literaturanalyse werden die Potentiale, Kostenvorteile und Nachteile dieser hybriden Strategieform beleuchtet.
- Definition und Abgrenzung des Konzepts der Mass Customization
- Analyse der Vorteile und Nachteile von Mass Customization
- Untersuchung verschiedener Konzeptionen der Mass Customization
- Diskussion der möglichen Verfahrens- und Fertigungstechnologien zur Umsetzung einer Mass-Customization-Strategie
- Bewertung der Auswirkungen von Mass Customization auf die Kundenbindung, Absatzplanung und Erschließung neuer Märkte
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel führt in das Thema der Mass Customization ein und erläutert die Definition und Abgrenzung des Konzepts. Außerdem wird die Bedeutung dieser Strategieform im Kontext des sich wandelnden Wettbewerbsumfelds dargestellt.
- Im zweiten Kapitel werden die Potentiale und Kostensenkungsmöglichkeiten der Mass Customization untersucht. Die Analyse umfasst Präferenzvorteile, kognitive Dissonanzen im Kaufentscheidungsprozess, die Schaffung eines quasi-monopolistischen Handlungsspielraums, die Erhöhung der Stabilität der Absatzplanung, Imageverbesserung durch Innovationsführerschaft und Learning Relationships. Darüber hinaus werden die Economies of Scale, Economies of Scope und Economies of Interaction betrachtet.
- Das dritte Kapitel widmet sich den zusätzlichen Kosten, die durch die Implementierung einer Mass-Customization-Strategie entstehen. Diese Kosten werden sowohl vom Hersteller als auch vom Abnehmer perspektivisch betrachtet.
- Das vierte Kapitel präsentiert verschiedene Konzeptionen der Mass Customization, darunter die Systematisierung unterschiedlicher Formen, die Ergänzung von Standardprodukten um individuelle Sekundärleistungen, die kundenspezifische Vor- oder Endfertigung und die Verwendung modularer Baukastensysteme.
- Das fünfte Kapitel befasst sich mit der Umsetzung einer Mass Customization in der Produktion und beleuchtet flexible Verfahrenstechnologien der Werkstückbearbeitung, wie CNC-Universalmaschinen, Materialbearbeitung durch Lasertechnologie und "Automated fabrication". Darüber hinaus werden flexible Fertigungstechnologien und ihre organisatorischen Möglichkeiten der Komplexitätsreduktion, sowie die Bedeutung von flexiblen Fertigungszellen und -inseln sowie flexiblen Fertigungssystemen und -segmenten analysiert.
Schlüsselwörter
Mass Customization, kundenindividuelle Massenproduktion, Fahrzeugaufbauten, Nutzfahrzeuge, Wettbewerbsumfeld, Potentiale, Kostenvorteile, Nachteile, Konzeptionen, Verfahrenstechnologien, Fertigungstechnologien, Kundenbindung, Absatzplanung, neue Märkte, Standardisierungsvorteile, Varietätspotenzial, flexible Fertigung, Komplexitätsreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Mass Customization?
Mass Customization bezeichnet die kundenindividuelle Massenproduktion, die die Effizienzvorteile der Massenfertigung mit der Individualisierung von Produkten kombiniert.
Welche Vorteile bietet Mass Customization für Fahrzeughersteller?
Vorteile sind unter anderem Präferenzvorteile beim Kunden, Imageverbesserung durch Innovationsführerschaft und die Schaffung quasi-monopolistischer Spielräume.
Welche Technologien ermöglichen diese Art der Produktion?
Eingesetzt werden flexible Verfahren wie CNC-Universalmaschinen, Lasertechnologie zur Materialbearbeitung und modulare Baukastensysteme.
Gibt es Kostenvorteile trotz Individualisierung?
Ja, durch Economies of Scale (Skaleneffekte), Economies of Scope (Verbundeffekte) und Economies of Interaction können Kosten optimiert werden.
Was sind die Risiken von Mass Customization?
Zu den Risiken zählen erhöhte Komplexitätskosten für den Hersteller und mögliche Zusatzkosten für den Abnehmer durch den Interaktionsaufwand.
- Quote paper
- Maximilian Allstorfer (Author), 2015, Herstellung von Fahrzeugaufbauten für Nutzfahrzeuge. Kundenindividuelle Massenproduktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495767