Als im September 2015 die Flüchtlingsströme nach Europa ungekannte Dimensionen erreichten, haben sich die politischen Rahmenbedingungen der Europäischen Union nachhaltig geändert. Vor allem ist in Deutschland seitdem eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft erkennbar. Die Grünen und die Alternative für Deutschland stehen an der Spitze dieser zwei unversöhnlichen Lager. Dieses Werk entstand bereits vor der Flüchtlingskrise, bevor die genannte Polarisierung so offen zu Tage trat wie heute. Die Bruchlinie zwischen Globalisten und Ethnozentristen war bereits abzusehen und ist als eine der bestimmenden Gegensätze der heutigen Politik anerkannt. Ob Trump, Le Pen oder Nigel Farage – sie alle entspringen dieser Bruchlinie der Gesellschaft und sind deren Nutznießer. Anhand des Werdeganges der Alternative für Deutschland und dem Bündnis90/Die Grünen wird dargelegt, wie aus Protestbewegungen Parteien entstehen und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Etablierung notwendig sind.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Politische Partizipation
- Soziale Bewegungen - Ein Phänomen der Moderne
- Die Moderne - Historischer Kontext sozialer Bewegungen
- Der Begriff „soziale Bewegung“ in der Gegenwartsmoderne
- Merkmale einer sozialen Bewegung
- Verlauf nach Rammstedt
- Protest als Ausdrucksform sozialer Bewegungen
- Entstehung von Parteien
- Bündnis 90/Die Grünen
- Gesellschaftliche Wurzeln der Grünen
- Die Studenten- und Frauenbewegung
- Friedensbewegung
- Anti-Atomkraft- und Ökologiebewegung
- Die Grünen - Anti-Parteien- und Bewegungspartei
- Neue und alte Konfliktlinien innerhalb der Gesellschaft
- Die Alternative für Deutschland
- Die europäische Integration
- Das Aufkommen des Euroskeptizismus
- Die Eurokrise als Katalysator politischer Umbrüche
- Die Gründung der AfD - CDU/CSU und FDP als begünstigender Faktor
- Euroskeptische Bewegung und wirtschaftsliberale Strömungen
- Religiöse und nationalkonservative Strömungen
- Die Organisation Pegida, ihre Ableger und die AfD
- Die Renaissance alter und die Entstehung neuer Cleavages?
- Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Protestbewegungen und Parteien in der Bundesrepublik Deutschland. Im Fokus stehen dabei die beiden Parteien Bündnis 90/Die Grünen und die Alternative für Deutschland (AfD). Die Arbeit beleuchtet die gesellschaftlichen Wurzeln beider Parteien und analysiert die Faktoren, die zu ihrer Gründung führten. Ziel ist es, die Entstehung dieser Parteien anhand der Cleavage-Theorie zu erklären, die die Parteigründung als Reaktion auf gesellschaftliche Konfliktlinien begreift.
- Soziale Bewegungen und ihre Bedeutung für die Parteientstehung
- Die Cleavage-Theorie und ihre Anwendung auf die Grünen und die AfD
- Gesellschaftliche Konfliktlinien und deren Einfluss auf die Parteigründung
- Die Rolle von Protest und politischer Mobilisierung bei der Entstehung von Parteien
- Die Bedeutung der europäischen Integration für die AfD-Gründung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich dem Begriff der sozialen Bewegungen, der im historischen Kontext der Moderne erläutert wird. Dabei werden die Merkmale und den Verlauf sozialer Bewegungen nach Rammstedt dargestellt. Außerdem wird die Bedeutung von Protest als Ausdrucksform sozialer Bewegungen untersucht.
Im zweiten Kapitel wird die Entstehung von Parteien im Kontext der Cleavage-Theorie betrachtet. Die Arbeit beleuchtet die gesellschaftlichen Konfliktlinien, die zur Entstehung der Grünen und der AfD führten.
Das dritte Kapitel analysiert die gesellschaftlichen Wurzeln der Grünen, die in der Studenten- und Frauenbewegung, der Friedensbewegung und der Anti-Atomkraft- und Ökologiebewegung liegen. Es wird außerdem die Positionierung der Grünen als Anti-Parteien- und Bewegungspartei untersucht.
Kapitel vier konzentriert sich auf die Entstehung der AfD. Der Einfluss der europäischen Integration, insbesondere die Eurokrise, auf die AfD-Gründung wird analysiert. Außerdem werden die wirtschaftsliberalen, religiösen und nationalkonservativen Strömungen, die zur AfD-Gründung beitrugen, betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Protestbewegungen, Parteigründung, soziale Bewegungen, Cleavage-Theorie, Bündnis 90/Die Grünen, Alternative für Deutschland (AfD), europäische Integration, Euroskeptizismus, Eurokrise, Studenten- und Frauenbewegung, Friedensbewegung, Anti-Atomkraft- und Ökologiebewegung, religiöse Strömungen, nationalkonservative Strömungen, wirtschaftsliberale Strömungen.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstehen aus Protestbewegungen politische Parteien?
Die Arbeit zeigt am Beispiel der Grünen und der AfD, wie soziale Bewegungen und gesellschaftliche Konfliktlinien (Cleavages) zur Institutionalisierung in Form von Parteien führen.
Was ist die Cleavage-Theorie?
Die Cleavage-Theorie besagt, dass Parteien als Reaktion auf tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte entstehen, wie etwa zwischen Arbeit und Kapital oder Tradition und Moderne.
Welche gesellschaftlichen Wurzeln haben Bündnis 90/Die Grünen?
Die Wurzeln der Grünen liegen in der Studenten- und Frauenbewegung, der Friedensbewegung sowie der Anti-Atomkraft- und Ökologiebewegung der 1970er und 80er Jahre.
Welche Faktoren führten zur Gründung der AfD?
Die Gründung wurde durch den Euroskeptizismus infolge der Eurokrise, wirtschaftsliberale Strömungen sowie religiöse und nationalkonservative Tendenzen begünstigt.
Was wird als "Bruchlinie zwischen Globalisten und Ethnozentristen" bezeichnet?
Es handelt sich um einen modernen politischen Gegensatz, bei dem sich Befürworter von Globalisierung und Integration (Globalisten) und Verfechter nationaler Identität (Ethnozentristen) gegenüberstehen.
Welche Rolle spielten CDU/CSU und FDP bei der Entstehung der AfD?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Politik der etablierten bürgerlichen Parteien Räume am rechten Rand ließ, die von der AfD besetzt werden konnten.
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- Edgar Kissling (Author), 2015, Protestbewegungen und Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494236