Bertolt Brecht reformierte mit seinen neuen Methoden und Techniken das Theater. Ein Aspekt dieser Theaterreform sind die Verfremdungseffekte, welche in verschiedenen Formen in Erscheinung treten können. Im Folgenden soll kurz erläutert werden, welche Neuerungen und Unterschiede Brecht mit seiner Theaterform einsetzt und welche Funktionen die Verfremdungseffekte dabei besitzen. Die Funktionen des Verfremdungseffekts sollen anhand von zwei Beispielen – dem Gestus des Lachens und den Brecht-Songs – an Brechts Werk Die heilige Johanna der Schlachthöfe untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das aristotelische Theater
- Brechts episches Theater
- Verfremdungseffekt als Unterbrechung der Handlung
- Formen der Verfremdungseffekte und ihre Funktion am Beispiel Die heilige Johanna der Schlachthöfe
- Brecht-Songs
- Lachen als V-Effekt
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die Formen und Funktionen von Verfremdungseffekten im epischen Theater Bertolt Brechts anhand des Beispiels „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Die Arbeit untersucht, wie sich Brechts episches Theater vom aristotelischen Theater unterscheidet, welche Rolle die Verfremdungseffekte dabei spielen und welche Funktionen sie im Hinblick auf die Handlung des Stückes erfüllen.
- Die Unterschiede zwischen aristotelischem und epischem Theater
- Die Funktion des Verfremdungseffekts als Mittel zur Unterbrechung der Handlung
- Die verschiedenen Formen der Verfremdungseffekte in „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“
- Die Rolle der Brecht-Songs im Stück
- Die Funktion des Lachens als Verfremdungseffekt
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema der Hausarbeit ein und stellt die zentralen Fragestellungen vor. Das zweite Kapitel behandelt das aristotelische Theater und seine Eigenschaften. Im dritten Kapitel wird Brechts episches Theater vorgestellt und seine Unterschiede zum aristotelischen Theater herausgearbeitet. Das vierte Kapitel beleuchtet den Verfremdungseffekt als Mittel zur Unterbrechung der Handlung und beschreibt seine Funktion im epischen Theater. Im fünften Kapitel werden die Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte anhand des Beispiels „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ untersucht. Dabei werden die Brecht-Songs und das Lachen als V-Effekt genauer betrachtet.
Schlüsselwörter
Verfremdungseffekt, episches Theater, aristotelisches Theater, Brecht-Songs, Lachen, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Theaterreform, Handlungsunterbrechung, Verfremdung, Katharsis, Identifikation, Distanz, vierte Wand, Polymythie, wissenschaftliches Zeitalter, gesellschaftliche Verhältnisse, eingreifendes Denken
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Verfremdungseffekt (V-Effekt) bei Bertolt Brecht?
Ein technisches Mittel, um dem Zuschauer eine kritische Distanz zum Bühnengeschehen zu ermöglichen, statt ihn emotional in die Handlung hineinzuziehen.
Wie unterscheiden sich aristotelisches und episches Theater?
Das aristotelische Theater setzt auf Einfühlung und Katharsis, während das epische Theater Distanz schafft und den Zuschauer zum Nachdenken über gesellschaftliche Verhältnisse anregt.
Welche Funktion haben die Brecht-Songs in „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“?
Songs unterbrechen die Handlung, kommentieren das Geschehen und verhindern, dass der Zuschauer die vierte Wand vergisst.
Warum wird Lachen als Verfremdungseffekt eingesetzt?
Das Lachen dient dazu, tragische oder ernste Situationen zu brechen, ihre Künstlichkeit aufzuzeigen und eine intellektuelle Auseinandersetzung zu fördern.
Was ist das Ziel von Brechts Theaterreform?
Ziel war es, das Theater zu einem Instrument der gesellschaftlichen Veränderung zu machen („eingreifendes Denken“), das die Ursachen sozialer Missstände aufdeckt.
- Quote paper
- Simon Hillebrand (Author), 2019, Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte im epischen Theater am Beispiel Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494022