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Zu: Jean-Jacques Rousseau - "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen"

Title: Zu: Jean-Jacques Rousseau - "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen"

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Marco De Martino (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Bereits in der Einleitung seiner “Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen” rückt Jean-Jacques Rousseau das zentrale Objekt seines Werks in den Vordergrund: den Menschen und seine Entwicklung vom Naturzustand zur Zivilisation1.
Im ersten Teil seiner fiktiv-anthropologischen Darstellung versucht der Genfer Philosoph darzulegen, wie der Mensch im Naturzustand gelebt haben soll. Der zweite Teil, auf den sich diese Arbeit bezieht, geht auf die Auswirkungen der Vergesellschaftung des Menschen, die Entwicklung des Eigentumsbegriffs und die daraus resultierende Ungleichheit ein. Denn “für [Rousseau] ist derjenige, der als erster gesagt hat: «Ceci est à moi», der wahre Erfinder der Gesellschaft.“2

Anhand von Rousseaus Zweitem Diskurs soll also belegt werden, wie die Errichtung einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaft durch die Zerstörung der natürlichen Ordnung vonstatten gegangen sein soll und in welche Stufen sie sich unterteilen lässt. Außerdem wird beleuchtet, inwiefern man seine Thesen als indirekten Angriff auf das Herrschaftssystem des absolutistischen Frankreichs und einen Aufruf zum Umsturz werten kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergesellschaftung und Austritt aus dem Naturzustand

2.1 Erste Formen von Zivilisation

2.2 Ende des Naturzustands

2.3 Arbeitsteilung als endgültiger Schritt in die Abhängigkeit

3. Die drei Stufen der Ungleichheit

3.1. Die erste Form der Ungleichheit: Reichtum

3.1.1 Die Entwicklung von Eigentum und Entfremdung des Menschen von sich selbst

3.1.2 Verlust der individuellen Freiheit als Folge der Vergesellschaftung

3.1.3 Errichtung einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaftsordnung

3.2 Die zweite Form der Ungleichheit: Macht

3.2.1 Das ‘établissement politique’ als Betrug der Reichen an den Armen

3.2.2 Errichtung von Magistratsämtern

3.3 Die dritte Form der Ungleichheit: Herrschaft

3.3.1 Bildung eines Herrschaftssystems in Erbfolge

3.3.2 Festigung der Willkürherrschaft durch Verbreitung von Ungleichheit im Volk

4. Eintritt in den negativen Naturzustand

5. Kritik an der Gesellschaft und dem absolutistischen Herrschaftssystem des französischen Königreichs und Aufruf zu Revolution

5.1 Gesellschaftskritik anhand idealisierter Darstellung des ’Wilden’

5.2 Versteckte Kritik am französischen Königshaus

5.3 Aufforderung zur Revolution

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit analysiert Rousseaus "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen", um aufzuzeigen, wie die natürliche Ordnung durch den Prozess der Vergesellschaftung zerstört wurde und welche Rolle dabei die Etablierung von Eigentum und Herrschaftsstrukturen spielt. Dabei wird insbesondere untersucht, inwiefern Rousseaus Thesen als versteckte Kritik am französischen Absolutismus und als Aufruf zum politischen Umsturz interpretiert werden können.

  • Prozess der Vergesellschaftung und Entstehung von Abhängigkeiten
  • Stufenmodell der Ungleichheit: Reichtum, Macht und Herrschaft
  • Kritik an der Entfremdung des Menschen und am absolutistischen Herrschaftssystem
  • Die Figur des "Wilden" als Gegenentwurf zur europäischen Zivilisation

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Verlust der individuellen Freiheit als Folge der Vergesellschaftung

Niemandem sei es mehr möglich gewesen, ohne den anderen zu leben, denn “ist er reich, so benötigt er ihre Dienste, ist er arm, so benötigt er ihre Unterstützung” 3. Diese Interdependenz, die das Zusammenleben der vergesellschafteten Menschen prägt, bezeichnet Rousseau als Sklaverei, deren Folge Härte im Umgang mit einander sei. Dazu komme der “Eifer, sein Vermögen im Vergleich mit anderen zu mehren (...)”4 - ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich eine Gier entwickelt habe, bei der es nicht allein mehr darum gegangen sei, sein Hab und Gut zu vergrößern, um größere Annehmlichkeiten im Lebensstandard zu genießen, sondern vor allem, um durch mehr Besitz über den anderen Mitgliedern der Gesellschaft zu stehen. “Konkurrenz und Rivalität”5 seien somit das “unabtrennbare Gefolge der entstehenden Ungleichheit” 6.

Die Fatalität dieser Entwicklung sieht der Autor vor allem in der immer weiteren Ausbreitung des besiedelten Gebiets. Denn sobald jedes Gründstück an ein anderes gegrenzt habe, sei eine Vergrößerung des eigenen Lands nur noch auf Kosten anderer möglich gewesen. Dabei seien die Schwachen nach und nach mittellos geworden und hätten sich dem Zwang unterwerfen müssen, den Starken zu dienen, damit diese sie ernährten, oder kriminell zu werden, um überleben zu können 7.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Problemstellung von Rousseaus "Zweitem Diskurs" ein, den Menschen vom Naturzustand bis zur zivilisierten Gesellschaft zu betrachten.

2. Vergesellschaftung und Austritt aus dem Naturzustand: Dieses Kapitel erläutert den Übergang von völliger Autarkie hin zur Bildung erster sozialer Strukturen und die damit einhergehende Entstehung menschlicher Abhängigkeiten.

3. Die drei Stufen der Ungleichheit: Hier werden die Etappen von der Entstehung des Privateigentums über die Etablierung politischer Macht bis hin zur absolutistischen Herrschaft detailliert dargestellt.

4. Eintritt in den negativen Naturzustand: Dieses Kapitel beschreibt den Punkt, an dem der gesellschaftliche Verfall den ursprünglichen Naturzustand ersetzt hat und eine neue, illegitime Form der Gleichheit durch totale Unterwerfung entsteht.

5. Kritik an der Gesellschaft und dem absolutistischen Herrschaftssystem des französischen Königreichs und Aufruf zu Revolution: Das abschließende Kapitel analysiert Rousseaus versteckte Systemkritik und seine Rechtfertigung für den Umsturz unrechtmäßiger Regierungen.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Ungleichheit, Naturzustand, Vergesellschaftung, Eigentum, Zivilisation, Herrschaft, Absolutismus, Entfremdung, Freiheit, Arbeitsteilung, Revolution, Sklaverei, politisches System, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Rousseaus "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen", um die Entwicklung des Menschen von der natürlichen Freiheit in die gesellschaftliche Knechtschaft zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Übergang vom Naturzustand zur Gesellschaft, die Entstehung von Eigentum, die verschiedenen Stufen der sozialen Ungleichheit sowie die Kritik am absolutistischen Herrschaftssystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Zerstörung der natürlichen Ordnung eine ungleiche Gesellschaft entstand und wie Rousseaus Thesen als Kritik an den Machtverhältnissen seiner Zeit zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse von Rousseaus "Zweitem Diskurs", ergänzt durch eine Untersuchung der historischen Kontexte und der zeitgenössischen politischen Philosophie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vergesellschaftung, die detaillierte Beschreibung der drei Stufen der Ungleichheit (Reichtum, Macht, Herrschaft) und eine kritische Auseinandersetzung mit dem absolutistischen Frankreich.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Naturzustand, Eigentumsbegriff, Vergesellschaftung, politische Legitimität, Entfremdung und der revolutionäre Umsturz.

Wie interpretiert der Autor Rousseaus Kritik am Eigentumsbegriff?

Der Autor legt dar, dass Eigentum für Rousseau der eigentliche Wendepunkt zur Gesellschaft ist, da es den Prozess der Entfremdung einleitet und Menschen in eine unumkehrbare soziale Abhängigkeit zwingt.

Warum wird die Regierungsform der Bourbonen im Text kritisch gesehen?

Rousseau, und infolgedessen die Arbeit, sieht in der Erbmonarchie seiner Zeit ein illegitimes Herrschaftssystem, das Prunksucht und Verschwendung auf Kosten eines hungernden Volkes begünstigt und den ursprünglichen Gesellschaftsvertrag verletzt.

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Details

Title
Zu: Jean-Jacques Rousseau - "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen"
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Grundkurs Politische Theorie, 1. Semester
Grade
2,3
Author
Marco De Martino (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V49319
ISBN (eBook)
9783638457996
ISBN (Book)
9783638888523
Language
German
Tags
Jean-Jacques Rousseau Abhandlung Ursprung Grundlagen Ungleichheit Menschen Grundkurs Politische Theorie Semester
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco De Martino (Author), 2004, Zu: Jean-Jacques Rousseau - "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49319
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