In dieser Hausarbeit wurde die Tugendlehre von Aristoteles aus der Nikomachischen Ethik. Dabei wurden die heutigen Ansichten mit jenen von Aristoteles vergleichen und m Beispiel der Tapferkeit genauer analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Tugend
2.1. Tugendbegriff zur Zeit der Antike
2.2. Tugenden heute
3. Entstehung der Tugend
4. Die Tugend des Aristoteles heute
4.1 Tapferkeit
5. Resultat
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Aktualität der Tugendlehre des Aristoteles, insbesondere anhand seines Werkes Nikomachische Ethik. Das Ziel ist es zu ergründen, wie das Modell der Tugend erlangt wird und inwieweit sich die Auffassung von Tugend, exemplarisch dargestellt an der Tapferkeit, über die Zeit gewandelt hat, während sie gleichzeitig ihre fundamentale Relevanz bewahrt.
- Historische Entwicklung des Tugendbegriffs von der Antike bis heute
- Prozess der Entstehung und Erlernbarkeit von Tugenden
- Die aristotelische Lehre der „Mitte“ als Leitfaden für ethisches Handeln
- Detaillierte Analyse der Tugend der Tapferkeit
- Vergleich von antiken Tugendvorstellungen mit modernen gesellschaftlichen Werten
Auszug aus dem Buch
4.1 Tapferkeit
Wie schon die Tugend das erste Mal bei Homer erwähnt wird, so scheint auch die Tapferkeit (andreia) hier ihren Ursprung zu haben. Dabei wird, wie schon die Tugend zuvor, vor allem auf das körperliche, das Männliche bezogen. Übersetzen kann man andreia mit Mannhaftigkeit. Dies allein zeigt schon, dass es wieder den Bezug zum Körperlichen hat. Darüber hinaus ist die andreia nach Homer nur dem Adel zugängig und wird hauptsächlich im Krieg erlangt. Die Tapferkeit befasst demnach mit „der soldatischen Tüchtigkeit und der Leistung im Kriege“. xxvii Dadurch wird die Tapferkeit zum Selbstzweck. Der Tapfere präsentiert sich, in den Augen anderer, danke ihr als „Held“.
Sokrates ändert diese Denkweise und macht die Tapferkeit zu einer Bürgertugend. Sie soll nach ihm dem Allgemeinwohl dienen, und macht es damit möglich, dass nicht nur der Adel Tapferkeit erlangen kann. Platon teilt den Wächtern die Tapferkeit als Tugend zu. Wie bereits oben genannt, haben die Wächter die Aufgabe die Bürger zu schützen und zu regieren (letzteres gilt für Regenten). Tapferkeit wird unter Platon zu einer der wichtigsten Tugenden und gehört zu den von ihm zusammengefassten Kardinaltugenden. Nach ihm kommt sie „dem mutvollen Seelenanteil (thymos)“ xxviii zu „und [besteht] in einer auf Einsicht gegründeten Beharrlichkeit (...) angesichts drohender, zu fürchtender Gefahren.“ xxix
MacIntyre macht in seinem Buch der Verlust der Tugend darauf aufmerksam, dass andere Eigenschaften, die mit der Tapferkeit zusammenhängen, „aufgrund der Rolle, die sie für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung spielen, ebenfalls öffentliche Anerkennung beanspruchen.“xxx Solche Eigenschaften ersetzen zeitweise die Tapferkeit oder treten auf, wenn Tapferkeit nicht helfen könnte oder ganz fehlt. Homer nennt in seinen Gedichten hier für die List. In Sagen aus Island wird die Tapferkeit mit sarkastischen Humor verbunden (verknüpft).xxxi Weiterhin wird Tapferkeit mit Freundschaft in Verbindung gebracht. „Tapfer zu sein bedeutet jemand zu sein, auf dem man sich verlassen kann. Daher ist Tapferkeit ein wichtiger Bestandteil der Freundschaft.“xxxii
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Tugendlehre des Aristoteles ein, problematisiert den Wandel von Moralvorstellungen über die Jahrhunderte und steckt den Rahmen für die Untersuchung der Tapferkeit ab.
2. Tugend: Dieses Kapitel erläutert den antiken Tugendbegriff bei Homer, Sokrates und Platon und kontrastiert diesen mit modernen, oft relativistisch geprägten Tugendverständnissen.
3. Entstehung der Tugend: Hier wird der aristotelische Ansatz untersucht, wonach Tugend nicht angeboren, sondern durch Gewöhnung und Erziehung erlernbar ist, wobei die „Mitte“ zwischen Extremen eine zentrale Rolle spielt.
4. Die Tugend des Aristoteles heute: Dieses Kapitel diskutiert die Anwendung aristotelischer Tugenden in der Gegenwart und vertieft im Unterpunkt die spezifische Analyse der Tapferkeit.
5. Resultat: Das Fazit fasst zusammen, dass die Tugenden des Aristoteles als „beständig“ zu betrachten sind und ihre fundamentale Relevanz für das harmonische Zusammenleben in jeder Kultur behalten.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, Sekundärliteratur, Internetquellen sowie Hilfsmittel und Lexika.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Tugend, Tugendlehre, Tapferkeit, Moral, Ethik, Antike, Mitte, Erziehung, Gewöhnung, Handeln, Gesellschaft, Relativismus, Kardinaltugenden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Tugendethik des Aristoteles und deren Relevanz für heutige gesellschaftliche Wertvorstellungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel des Tugendbegriffs, die Erlernbarkeit von Tugenden durch Gewöhnung und die praktische Anwendung der „Mitte“ bei ethischen Entscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erarbeiten, wie man eine Tugend erlangt und zu prüfen, ob die Lehren des Aristoteles trotz des zeitlichen Abstands auch heute noch aktuell sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer philologischen und philosophischen Analyse des Werkes Nikomachische Ethik sowie ergänzender Sekundärliteratur zur Tugendethik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Tugend in der Antike, den Prozess der Charakterbildung, die aristotelische Lehre der goldenen Mitte und eine detaillierte Fallstudie zur Tapferkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Aristoteles, Tugend, Tapferkeit, Ethik, Gewöhnung, Moral und das Konzept der Mitte.
Warum wird die Tugend der Tapferkeit als Beispiel gewählt?
Da es unmöglich ist, im Rahmen der Arbeit alle aristotelischen Tugenden zu bearbeiten, wurde die Tapferkeit als prominentes Beispiel für den Wandel und die Anwendung von Tugendhaftigkeit gewählt.
Was unterscheidet den aristotelischen Tapferkeitsbegriff von modernen Sichtweisen?
Während Aristoteles die Tapferkeit an die Vernunft und ein werthaftes Ziel bindet, wird sie heute oft abstrakter verstanden, etwa als Zivilcourage oder als Umgang mit psychischen Herausforderungen wie Mobbing.
- Arbeit zitieren
- Michéle Fuchs (Autor:in), 2018, Die Tugend von Aristoteles aus moderner Sichtweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493161