Sowohl die spartanische als auch die nationalsozialistische Erziehungsweise werden gemeinhin als eine auffallend extreme Form der Pädagogik angesehen. Das Ziel dieser Arbeit ist, der Frage nachzugehen, wie sich die spartanische und nationalsozialistische Jungenerziehung gestaltet. Anschließend sollen die Grundzüge der beiden Erziehungsformen vergleichend gegenübergestellt werden. Das behandelte Thema ist in den geschichtlichen Bereich der Pädagogik zu verorten, da es sich mit der Darstellung und dem Vergleich von historischen Bildungs- und Erziehungsansätzen beschäftigt.
Zu Beginn soll dargestellt werden, wie die antike Polis Sparta entstanden ist und was ihre sozio-kulturellen Hintergründe sind. Dabei wird auf die spartanische Geschichte, Politik und Geographie eingegangen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit bilden zum einen die Darstellung der Erziehung im antiken Sparta sowie zum anderen eine Beschreibung der Pädagogik im nationalsozialistischen Deutschland. Die Präsentation der spartanischen Pädagogik umfasst die Erziehung der Knaben in der Agoge und in den darauffolgenden Syssitien-Mitgliedschaften des Erwachsenenalters. Dadurch soll ersichtlich werden, dass das Individuum lebenslang unter dem Erziehungseinfluss des griechischen Staates bleibt.
Anschließend folgt eine Beschreibung der allgemeinen, nationalsozialistischen Pädagogik. Dabei werden insbesondere die erzieherischen Funktionen der Hitlerjugend und des Lagerlebens untersucht. Im letzten Teil der Arbeit erfolgt die Gegenüberstellung der spartanischen und nationalsozialistischen Pädagogik. Dabei wird auf Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen den beiden Erziehungssystemen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Entwicklung und sozio-kultureller Hintergrund des klassischen Spartas
- Spartanische Erziehung
- Agoge
- Weiteres Leben unter dem Erziehungseinfluss der Polis
- Allgemeine Pädagogik des Nationalsozialismus
- Hintergründe und Wirkungsweise der Hitlerjugend
- Erziehung im nationalsozialistischen Lager
- Vergleich der spartanischen und nationalsozialistischen Erziehungstheorie
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der spartanischen und nationalsozialistischen Jungenerziehung. Sie analysiert die Gestaltung der beiden Erziehungssysteme und stellt deren Grundzüge vergleichend gegenüber.
- Die sozio-kulturellen Hintergründe des klassischen Spartas
- Die spartanische Erziehung in der Agoge und im Erwachsenenalter
- Die allgemeine Pädagogik des Nationalsozialismus, insbesondere die Funktionen der Hitlerjugend und des Lagerlebens
- Der Vergleich der spartanischen und nationalsozialistischen Erziehungssysteme in Bezug auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die beiden Erziehungssysteme als auffallend extreme Formen der Pädagogik vor und skizziert die Zielsetzung der Arbeit: die Darstellung und den vergleichenden Vergleich der spartanischen und nationalsozialistischen Jungenerziehung.
Entwicklung und sozio-kultureller Hintergrund des klassischen Spartas
Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und die sozio-kulturellen Hintergründe des antiken Sparta, mit besonderem Fokus auf die politische und soziale Ordnung, die durch die Unterwerfung der Messenier und die daraus resultierende dreigeteilte Gesellschaft entstanden ist. Die Bedeutung der stetigen Bedrohung durch die Heloten und die daraus resultierende militärische Ausrichtung des Staates werden hervorgehoben.
Spartanische Erziehung
Dieses Kapitel beschreibt die spartanische Erziehung, die als ein wichtiger Bestandteil des Staates und seiner Ideologie angesehen wird. Der Fokus liegt auf der Agoge, der staatlich organisierten Erziehung der Knaben, und dem Einfluss, den die Polis auf das gesamte Leben des Einzelnen ausübt. Die Bedeutung der körperlichen und militärischen Ausbildung und die Verachtung weiblicher Lebensführung werden erläutert.
Allgemeine Pädagogik des Nationalsozialismus
Dieses Kapitel widmet sich der allgemeinen Pädagogik des Nationalsozialismus und analysiert die erzieherischen Funktionen der Hitlerjugend und des Lagerlebens.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: spartanische Erziehung, nationalsozialistische Erziehung, Agoge, Hitlerjugend, Vergleich, Erziehungstheorie, Totalitarismus, Militärstaat, Gesellschaftsschichten, Heloten, Spartiaten, Periöken.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der spartanischen Jungenerziehung?
Ziel war die Formung eines abgehärteten, gehorsamen und kampfbereiten Soldaten für den Erhalt des Staates. Die Erziehung in der sogenannten Agoge war staatlich organisiert und extrem hart.
Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen spartanischer und NS-Pädagogik?
Beide Systeme waren totalitär, stellten das Wohl des Staates über das Individuum, legten Fokus auf körperliche Ertüchtigung und militärischen Drill und forderten bedingungslosen Gehorsam.
Was war die Rolle der Hitlerjugend in der nationalsozialistischen Erziehung?
Die Hitlerjugend diente der ideologischen Indoktrination und körperlichen Vorbereitung auf den Kriegsdienst, oft außerhalb des Einflusses der Elternhäuser.
Warum legte Sparta so viel Wert auf militärische Erziehung?
Aufgrund der ständigen Bedrohung durch Aufstände der unterdrückten Heloten (Staatssklaven) musste Sparta permanent militärisch präsent und überlegen sein.
Wie unterschied sich der sozio-kulturelle Hintergrund beider Systeme?
Während Sparta eine antike Polis mit einer dreigeteilten Gesellschaft (Spartiaten, Periöken, Heloten) war, basierte der Nationalsozialismus auf einer modernen Rassenideologie und industrieller Mobilisierung.
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- Myrthe Prell (Autor), 2018, Die spartanische und die nationalsozialistische Jungenerziehung. Darstellung und Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492658