Diese Arbeit handelt von den Städteordnungen des 19. Jahrhunderts, die für die Städte Westfalens erlassen worden sind. Der Text vergleicht die einzelnen Städteordnungen und stellt die Kompetenzen und Grenzen der städtischen Selbstverwaltung heraus.
Die Niederlage Preußens im Krieg gegen die Franzosen von 1806/07 und die Laster der Fremdherrschaft machten eine umfangreichen Reformierung des preußischen Staatswesens notwendig. Zu den infolge der Krise initiierten Reformen gehörte auch die Einführung einer Städteordnung, die am 19. November 1808 in Kraft gesetzt wurde und die erstmals ein gemeingültiges Gemeindeverfassungsrecht in Preußen etablieren sollte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Thema und Methodik
- Quellenlage und Forschungsstand
- Die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung
- Die Städteordnung vom 19.11.1808
- Die Revidierte Städteordnung vom 17.03.1831
- Die Städteordnung für die Provinz Westfalen vom 19.03.1856
- Bürgerschaft und Bürgerrecht
- Die Institutionen städtischer Selbstverwaltung
- Die städtische Leistungsverwaltung
- Die Einbettung der Städte in die übergeordnete Verwaltungsstruktur
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung in den Städten Westfalens, insbesondere im Kontext der Städteordnung vom 19. März 1856. Der Fokus liegt auf der Analyse des Umfangs der kommunalen Selbstbestimmung, der Kompetenzen der Stadtverwaltung sowie der Grenzen staatlicher Eingriffe. Dabei werden die Genese der kommunalen Selbstverwaltung, die Entwicklung der Städteordnungen und die Einbettung der Städte in die übergeordnete Verwaltungsstruktur berücksichtigt.
- Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung in Preußen und Westfalen
- Analyse der Städteordnung von 1856 hinsichtlich der kommunalen Selbstbestimmung
- Untersuchung der Kompetenzen und Aufgaben der Stadtverwaltung
- Beurteilung der Grenzen der städtischen Autonomie durch staatliche Eingriffe
- Einbettung der Städte in die Verwaltungshierarchie des preußischen Staates
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel erläutert Thema und Methodik der Arbeit sowie die Quellenlage und den Forschungsstand. Es wird die Relevanz der Untersuchung der kommunalen Selbstverwaltung in Westfalen im 19. Jahrhundert dargelegt und die Methodik der Arbeit vorgestellt.
Das zweite Kapitel beleuchtet die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung bis zum Erlass der Städteordnung von 1856. Es werden die Steinsche Städteordnung von 1808 sowie die Revidierte Städteordnung von 1831 in ihren wesentlichen Punkten dargestellt und deren Bedeutung für die kommunale Selbstverwaltung in Preußen und Westfalen erläutert.
Das dritte Kapitel analysiert die Städteordnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856. Es werden die Begriffe „Bürgerschaft“ und „Bürgerrecht“ definiert und die Institutionen städtischer Selbstverwaltung sowie deren bestimmende Akteure erläutert.
Das vierte Kapitel behandelt die Einbettung der Städte in die Verwaltungshierarchie des preußischen Staates. Es werden die Grenzen der städtischen Autonomie und der staatliche Einfluss auf die Kommunalpolitik auf Kreisebene beleuchtet.
Schlüsselwörter
Kommunale Selbstverwaltung, Städteordnung, Preußen, Westfalen, Bürgerrecht, Stadtverwaltung, Verwaltungsstruktur, staatliche Eingriffe, Partizipation, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Bedeutung der Städteordnung von 1808?
Die Steinsche Städteordnung von 1808 etablierte erstmals ein gemeingültiges Gemeindeverfassungsrecht in Preußen und legte den Grundstein für die kommunale Selbstverwaltung.
Welche Besonderheiten hatte die Städteordnung für Westfalen von 1856?
Diese Ordnung definierte die Bürgerschaft, das Bürgerrecht und die Institutionen der städtischen Selbstverwaltung sowie die Grenzen staatlicher Eingriffe in Westfalen.
Welche Kompetenzen hatte die städtische Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert?
Die Stadtverwaltung war für lokale Angelegenheiten zuständig, wobei der Umfang der Selbstbestimmung oft durch die übergeordnete preußische Verwaltungsstruktur begrenzt war.
Wie war die Beziehung zwischen Städten und dem preußischen Staat?
Die Städte waren in eine hierarchische Verwaltungsstruktur eingebettet, in der der Staat durch Aufsichtsorgane (z. B. auf Kreisebene) Einfluss auf die Kommunalpolitik nahm.
Warum wurden diese Verwaltungsreformen eingeleitet?
Die Niederlage Preußens gegen Napoleon (1806/07) machte eine umfassende Reformierung des Staatswesens notwendig, um die Krise zu überwinden und die Bürger stärker einzubinden.
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- Anonym (Author), 2019, Kompetenzen und Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung in den Städten Westfalens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491949