Ziel meiner Seminararbeit ist es, Sale-and-Lease-back als Sonderform des Leasings im Hinblick auf seine bilanzielle Darstellung wie auch als Werkzeug für Finanzierungsalternativen kritisch zu beurteilen und zu diskutieren. Gerade in den letzten Jahren hat Sale-and-Lease-back an Bedeutung gewonnen. Jedoch wird das immer bekanntere Model auch kritisiert, da dem Bilanzierenden große Darstellungsspielräume zur Verfügung gestellt werden und die Grenze zwischen Manipulation und bilanzpolitischen Maßnahmen nicht immer eindeutig ist.
Nach einer kurzen Einführung wird im ersten Abschnitt auf die Grundlagen von Sale-and-Lease-back eingegangen und hierbei die allgemeine Begriffsdefinitionen sowie die bilanzielle Darstellung eines Sale-and-Lease-back-Vertrages aus Sicht des Leasinggebers und des Leasingnehmers dargestellt. Des Weiteren wird erläutert, welche gesetzlichen Regelwerke für die Darstellung nach handelsrechtlichen Vorschriften relevant sind und wie die Anwendung in der Praxis erfolgt, bevor im letzten Teil kurz auf die Besonderheiten von Immobilien-Leasing eingegangen wird. Im Hauptteil wird vertieft die allgemeine Entwicklung der Leasingbranche in Deutschland thematisiert und die bilanzpolitischen Motive der Leasingnehmer dargestellt. Sale-and-Lease-back bietet eine Bandbreite an bilanzpolitischen Möglichkeiten an, wodurch wesentliche Auswirkungen auf das im Jahresabschluss vermittelte Bild der tatsächlichen Vermögenslage bewirkt werden können. Unter Beachtung dieses Aspektes werden somit im Hauptteil die wesentlichsten Motive des Leasingnehmers und ihre Auswirkung auf den Jahresabschluss betrachtet und aktuelle ökonomische Aspekte und deren Einfluss auf die Sale-and-Lease-back-Branche dargestellt. Im Anschluss wird nochmal ein Blick auf die Immobilien-Branche gelegt und die Attraktivität des Sale-and-Lease-back-Modells kritisch hinterfragt. Nicht nur aktuelle BGH-Urteile setzen sich mit Sale-and-Lease-back auseinander, sondern auch die Einführung von IFRS 16 sollte im Zusammenhang mit den handelsrechtlichen Auswirkungen kritisch diskutiert werden.
Im Schlussteil der Arbeit wird ein zusammenfassendes Schlussfazit über die im Rahmen der Seminararbeit gewonnenen Kenntnisse gefasst und ein Abschlussurteil gebildet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Gesetzliches Regelungswerk
2.3 Zuordnung des wirtschaftlichen Eigentums
2.3.1 Bestimmung des wirtschaftlichen Eigentümers
2.3.2 Bilanzierung beim Leasingnehmer
2.3.3 Bilanzierung beim Leasinggeber
2.4 Besonderheiten bei Immobilien
3 Kritische Würdigung der Attraktivität des Sale-And-Lease-Back-Modelles
3.1 Entwicklung der Leasingbranche
3.2 Bilanzpolitische Motive des Leasingnehmers
3.3 Ökonomische Aspekte
3.4 Besonderheiten und Herausforderungen des Immobilien-Leasing
3.5 Sale-and-lease-back - Ein attraktives Geschäftsmodel?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Sale-and-Lease-back-Geschäften und bewertet deren Eignung als Finanzierungsalternative für Unternehmen, insbesondere vor dem Hintergrund bilanzpolitischer Motive und aktueller regulatorischer Rahmenbedingungen.
- Bilanzielle Darstellung nach handelsrechtlichen Vorschriften
- Strukturierung von Sale-and-Lease-back-Verträgen bei Immobilien
- Bilanzpolitische Spielräume und Motive für Leasingnehmer
- Einfluss von Basel III und IFRS 16 auf die Attraktivität des Modells
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung der Leasingbranche
Viele von uns haben schon oft Gebrauch von öffentlichen Verkehrsmitteln, Bussen des Fernverkehrs sowie den Kopiergeräten im Büro gemacht. Jedoch ist nicht jedem bewusst, dass es sich hier bei dem Großteil um einige der unzähligen Leasinggüter handelt, die tagtäglich in Deutschland im Betrieb sind und auf vielseitiger Weise von Unternehmen verwendet werden. Aufgrund innovativer Entwicklungen der einzelnen Produkte kann heutzutage so gut wie jedes Wirtschaftsgut auch im Rahmen von Leasing angeschafft werden.
Im aktuellen Jahresbericht des Bundesverbandes deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) wird das Geschäftsjahr 2016 als Rekordjahr bezeichnet: In 2016 war ein Anstieg der Neugeschäfte im Leasingsektor um insgesamt 9% zu verzeichnen, wobei Mobilien-Leasing einen Großteil der Gesamtinvestitionen ausmacht. Auch in den vorherigen Jahren ist ein konstanter Anstieg in Deutschland erkennbar, wie es in Abb. 2 zu sehen ist. Während im Jahr 2010 Gesamtinvestitionen in Leasing-Neugeschäfte in Höhe von 45,6 Mrd € getätigt wurden, liegen die Leasing Gesamtinvestitionen in 2016 bereits bei 55,1 Mrd €.
Mobilien-Leasing ist hierbei in 2016 mit 97% der Gesamtinvestitionen vertreten, Immobilienleasing hingegen lediglich mit 3%. Betrachtet man die Entwicklung der Leasinggruppen differenziert nach Mobilien und Immobilien-Leasing, so wird schnell deutlich, dass Immobilien-Leasing in den letzten Jahren, trotz steigender Gesamtquoten, deutlich abgenommen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, welche durch verschärfte Kreditvergaberichtlinien und Niedrigzinsphasen entstanden ist, und definiert das Ziel der Arbeit, Sale-and-Lease-back kritisch zu hinterfragen.
2 Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Definition von Sale-and-Lease-back, das gesetzliche Regelungswerk und die komplexe Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums in der Bilanz.
3 Kritische Würdigung der Attraktivität des Sale-And-Lease-Back-Modelles: In diesem Hauptteil werden die Marktentwicklung, bilanzpolitische Motive des Leasingnehmers sowie spezifische Aspekte des Immobilien-Leasings und die Auswirkungen regulatorischer Änderungen wie IFRS 16 diskutiert.
Schlüsselwörter
Sale-and-Lease-back, Leasing, Bilanzierung, Finanzierung, Eigenkapitalquote, Immobilien-Leasing, Bilanzpolitik, Wirtschaftliches Eigentum, Basel III, IFRS 16, Liquiditätssteuerung, Finanzmarktkrise, Investitionen, Handelsrecht, Verbindlichkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht die bilanzielle Behandlung und die wirtschaftliche Attraktivität von Sale-and-Lease-back-Geschäften für Unternehmen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Leasing-Bilanzierung, der Gestaltung von Sale-and-Lease-back-Verträgen bei Immobilien und der kritischen Reflexion über bilanzpolitische Motive gegenüber regulatorischen Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Modell kritisch zu beurteilen, um festzustellen, inwieweit es als effektives Finanzierungsinstrument dient und welche Risiken oder Möglichkeiten zur Manipulation des Jahresabschlusses bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Leasing-Erlassen des Bundesfinanzministeriums, BGH-Urteilen und aktuellen Branchenberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entwicklung der Leasingbranche, die bilanzpolitischen Motive des Leasingnehmers (wie die Verbesserung der Eigenkapitalquote) sowie die Auswirkungen von Basel III und IFRS 16 auf die Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sale-and-Lease-back, Bilanzpolitik, Eigenkapitalquote, Immobilien-Leasing, wirtschaftliches Eigentum und IFRS 16.
Warum spielt die Eigenkapitalquote eine so große Rolle bei Sale-and-Lease-back?
Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote durch Sale-and-Lease-back verbessert das Rating bei Banken, was angesichts strengerer Kreditvergaberichtlinien (Basel III) den Zugang zu Finanzierungen erleichtert.
Welche Herausforderungen bestehen beim Sale-and-Lease-back von Immobilien?
Zu den Herausforderungen gehören die Komplexität der steuerlichen Gestaltung, das Risiko einer verfehlten Marktwertbewertung und die Gefahr einer nachträglichen steuerlichen Zurechnung des Objektes.
Hat der neue Standard IFRS 16 Einfluss auf das Modell?
Ja, durch die On-Balance-Bilanzierungspflicht nach IFRS 16 verliert Sale-and-Lease-back für international agierende Unternehmen an Attraktivität, da die gewünschten bilanzpolitischen Effekte wie die Bilanzverschlankung entfallen.
- Arbeit zitieren
- Melanie Wolsza (Autor:in), 2017, Bilanzielle Behandlung von Sale-and-Lease-back Geschäften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491205