Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Das Mittelalter - Begriff und Periodisierungsprobleme

Title: Das Mittelalter - Begriff und Periodisierungsprobleme

Term Paper , 2003 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Evi Arbeiter (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wer heute ans Mittelalter denkt, lässt Bilder von Burgen, Rittern und Abenteuern vor seinem inneren Auge ablaufen. Es spielen sich Szenen ab, die wir aus Filmen und Büchern kennen. Man sieht das Mittelalter häufig einerseits als finstere Zeit mit dunklen Geheimnissen, andererseits aber auch als eine Zeit der Abenteuer und wahren Helden. Allgemein fasst man als Mittelalter die Zeit von 500 bis 1500 auf. Doch diese Abgrenzung ist durchaus nicht selbstverständlich. Die verschiedenen Vorschläge zur Abgrenzung des Mittelalters von ihm vorangegangenen und ihm folgenden Zeiten und zur inneren Unterteilung zeigen, wie unterschiedlich Periodisierungen der Geschichte begründet werden können.
Diese Arbeit thematisiert die Periodisierung des Mittelalters mit ihren Problemen. Dazu muss jedoch zuerst eine Definition der Begriffs Mittelalter mit seiner Entstehung gegeben werden, was gleichzeitig die Entstehung unseres eingangs genannten Mittelalterbildes erklären kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Mittelalter“

3. Zeitliche Abgrenzung des Mittelalters

3.1 Periodengrenze zwischen Altertum und Mittelalter

3.2 Periodengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit

4. Innere Periodisierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der historischen Periodisierung des Mittelalters. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Begriffsgenese sowie der kritischen Hinterfragung gängiger zeitlicher Abgrenzungen gegenüber der Antike und der Neuzeit, um aufzuzeigen, inwieweit solche Einteilungen lediglich als theoretische Konstrukte fungieren.

  • Entstehung und historischer Wandel des Epochenbegriffs „Mittelalter“.
  • Kritische Analyse der Grenzdaten zwischen Antike, Mittelalter und Neuzeit.
  • Problematik der Subjektivität und wissenschaftlichen Willkür bei Epochengrenzen.
  • Bedeutung von Übergangsphasen gegenüber starren, schematischen Zeitangaben.
  • Einfluss von Perspektiven und kulturellen Räumen auf die historische Periodisierung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Periodengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit

Für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit wurden genauso wie für die Abgrenzung des Mittelalters von der Antike in frühen Arbeiten genaue Daten genannt, die als konkreter Einschnitt verstanden werden sollten.

Ulrich Knefelkamp nennt folgende Daten: 1450 Einführung des Buchdrucks, 1453 Eroberung Byzanz´ durch die Türken (Ende des Imperiums), 1492 Entdeckung Amerikas, 1517 Beginn der Reformation, 1648 Westfälischer Frieden, 1798 Französische Revolution.

Doch auch hier lassen sich einzelne Daten als konkreter Einschnitt wiederlegen. So scheiden Luthers 95 Thesen als Beginn der Reformation aus (1517), da dieses Datum viel zu eng aus deutscher oder zentraleuropäischer Sicht gesehen ist. Wichtiger als die Reformation scheint Geiss die Expansion Europas in Übersee, die mit dem Datum der Entdeckung Amerikas (1492) und der Entdeckung des Seewegs nach Indien (1482) symbolisiert wird, da von nun an die Geschichte Europas auf eine neue Art und Weise mit dem Rest der Welt verknüpft war.

Trotz dieser auf den ersten Blick plausibel klingenden Erklärung bleibt auch hier die Festlegung einer Grenze grundsätzlich fraglich, da die Grundlagen für viele typisch neuzeitliche Phänomene bereits im Mittelalter gelegt wurden. Zusätzlich liefen viele Prozesse, die bereits im Mittelalter ihre Wirkung entfaltet hatten, weiter. So hat auch die Entdeckung Amerikas ihre Wurzeln im Mittelalter, bereits hier wurden die Grenzen Europas überschritten. Andererseits kann die Entdeckung neuer Welten in diesem Fall auch nicht als Zeichen einer großen technischen Weiterentwicklung gesehen werden, in diesem Bereich kam es erst zur Zeit der Industriellen Revolution zu einem großen Sprung. So ist es schwer zu verteidigen, warum ausgerechnet die Entdeckung Amerikas die Festlegung der Epochengrenze zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit begründen soll, denn kurzfristig gesehen hat die Entdeckung Amerikas Europa nicht verändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Wahrnehmung des Mittelalters ein und umreißt die Problematik der zeitlichen Einordnung dieser Epoche.

2. Der Begriff „Mittelalter“: Hier wird die historische Genese des Begriffs erläutert, der ursprünglich eine abwertende Zwischenzeit zwischen Antike und Renaissance bezeichnete.

3. Zeitliche Abgrenzung des Mittelalters: In diesem Kapitel wird die Problematik starrer Eckdaten diskutiert und die Schwierigkeit aufgezeigt, verbindliche Grenzen für die Epoche zu definieren.

3.1 Periodengrenze zwischen Altertum und Mittelalter: Das Kapitel listet verschiedene historische Datierungsvorschläge auf und verdeutlicht, dass der Wandel von der Antike zum Mittelalter ein langer, fließender Prozess war.

3.2 Periodengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit: Hier werden die problematischen Zäsuren am Ende des Mittelalters kritisch beleuchtet, wobei der Fokus auf der Kontinuität über angenommene Epochengrenzen hinweg liegt.

4. Innere Periodisierung: Dieses Kapitel behandelt die Untergliederung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter sowie die damit verbundenen methodischen und historiographischen Schwierigkeiten.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Periodisierungen als praktische Orientierungshilfen dienen, jedoch stets kritisch als hypothetische Entwürfe betrachtet werden müssen.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Periodisierung, Epochenbegriff, Geschichtsschreibung, Historik, Mittelalterforschung, Antike, Neuzeit, Übergangsphasen, Geschichtsbild, Kulturräume, Frühmittelalter, Hochmittelalter, Spätmittelalter, Epochengrenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der historischen Periodisierung des Mittelalters und hinterfragt, ob und wie man diese Epoche zeitlich sinnvoll abgrenzen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Entstehung des Begriffs Mittelalter, die wissenschaftliche Diskussion um Anfangs- und Enddaten sowie die methodische Problematik einer Epocheneinteilung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass historische Periodisierungen keine naturgegebenen Fakten, sondern theoretische, vom Historiker konstruierte Orientierungshilfen sind.

Welche methodische Vorgehensweise wird in der Arbeit gewählt?

Der Autor wählt eine diskursive Analyse, bei der verschiedene historische Definitionen und Periodisierungsversuche durch namhafte Historiker gegenübergestellt und kritisch bewertet werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Abgrenzung zur Antike und Neuzeit sowie die Problematik der internen Gliederung der Epoche.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Periodisierung, Epochenkonstruktion, historische Zäsuren, Kontinuität und der Wandel des Geschichtsbildes.

Warum ist das Datum 1492 als Epochengrenze umstritten?

Das Datum gilt zwar als symbolisch für die Entdeckung Amerikas, doch der Text argumentiert, dass dieser Prozess in seinen Wurzeln im Mittelalter liegt und keine sofortige fundamentale Veränderung für Europa bedeutete.

Wie bewertet der Autor den Nutzen von Epochenbezeichnungen?

Der Autor sieht in der Periodisierung vor allem einen praktischen Nutzen für die Orientierung innerhalb der Geschichte, warnt jedoch davor, diese hypothetischen Einheiten als normative Realität zu missverstehen.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Das Mittelalter - Begriff und Periodisierungsprobleme
College
University of Flensburg
Grade
1,0
Author
Evi Arbeiter (Author)
Publication Year
2003
Pages
10
Catalog Number
V49112
ISBN (eBook)
9783638456401
Language
German
Tags
Mittelalter Begriff Periodisierungsprobleme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Evi Arbeiter (Author), 2003, Das Mittelalter - Begriff und Periodisierungsprobleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49112
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint