In der Hausarbeit wird versucht, die in der polnischen Kultur vorhandenen usuellen Phantasmen und Obsessionen an dem Text "Wojna polsko ruska pod flagą biało czerwoną" von Dorota Masłowska aufzuzeigen. Es wird herausgearbeitet wie der Text diese anhand literarischer Mittel fasst sowie dekonstruiert. Der Fokus liegt auf den Phantasmen und Obsessionen, welche sich vor allem auf die von Polen aus gesehenen westlichen Länder (allen voran Deutschland sowie die USA) und auf das im Osten gelegene Russland beziehen. Um eine Möglichkeit der Interpretation zu veranschaulichen, wird unter anderem auf "Die Polen und ihre Vampire" von Maria Janion sowie auf Edward Saids "Orientalismus" eingegangen. Die Figuren, Bilder sowie weitere Strategien der Phantasmen- und Obsessionenbildung lassen sich inter alia auf den aktuellen slavistischen postkolonialen Diskurs sowie auf bestimmte Verfahren der Postkolonialität beziehen.
Die im Text vorzufindende Thematik des „satanischen Russlands“ und des „unmoralischen Westens“ kann man als Leitmotive wiederfinden. Durch die groteske Schreibweise und die Häufung von bestimmten „Bildern“ sowie die aufkommende Absurdität, welche die Phantasmen in dem Text erhalten, werden diese zugleich dekonstruiert und eröffnen so einen kritischen Blick auf eben genannte. Die Oppositionen von Herrscher und Unterworfenem, vom Eigenen und vom Fremden, vom Westen und Osten werden aufgebrochen. Die binäre Weltanschauung wird letztendlich der Fiktion, dem verzerrten Bewusstsein unterworfen und somit der Realität entzogen.
Man muss sich von der engen Sichtweise der Rahmenhandlung trennen und zusätzlich den Text in einem größer gefassten Diskurs wahrnehmen. Die Rahmenhandlung ist lediglich ein Konstrukt, eine Hülle in welchem eine tiefgreifende Diagnose der polnischen Gesellschaft nach 1989 festzuhalten ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Rezeption - Dorota Masłowskas Wojna polsko ruska
- Die Entstehung und Entwicklung der slavistischen Postkolonialismus-Forschung
- Der Orientalismus als Wegbereiter des Postkolonialismus
- Slavistische Postkoloniale Studien - ein Querschnitt
- Maria Janions polnische Vampire
- Obsessionen und Phantasmen in Dorota Masłowskas Wojna
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung analysiert Dorota Masłowskas Roman „Wojna polsko ruska pod flagą biało czerwoną“ und untersucht die darin präsenten Phantasmen und Obsessionen, die sich insbesondere auf die westlichen Länder (Deutschland und die USA) und Russland beziehen. Dabei wird herausgearbeitet, wie Masłowska diese Phantasmen durch literarische Mittel fesselt und gleichzeitig dekonstruiert.
- Analyse der Phantasmen und Obsessionen in Bezug auf die westlichen Länder und Russland
- Dekonstruktion von „Feindbildern“ in der polnischen Gesellschaft
- Bezugnahme auf den slavistischen postkolonialen Diskurs und Verfahren der Postkolonialität
- Interpretation des Romans im Kontext des Orientalismus und Maria Janions „Die Polen und ihre Vampire“
- Poststrukturalistische Herangehensweise an die Analyse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung und das Ziel der Ausarbeitung vor. Es wird der Fokus auf die im Roman präsenten Phantasmen und Obsessionen gelegt, die sich auf die von Polen aus gesehenen westlichen Länder und Russland beziehen. Die Rezeption des Romans „Wojna polsko ruska“ wird beleuchtet, wobei der experimentelle Stil und die Kritik des Textes in Polen hervorgehoben werden. In Kapitel 3 wird die Entstehung und Entwicklung der slavistischen Postkolonialismus-Forschung erläutert, wobei Edward Saids „Orientalismus“ als ein wichtiger Wegbereiter des postkolonialen Denkens dargestellt wird. Weiterhin werden slavistische postkoloniale Studien vorgestellt, sowie Maria Janions „Die Polen und ihre Vampire“ als Beispiel für die Auseinandersetzung mit polnischen Identitätskonstruktionen im Kontext des Postkolonialismus. Das vierte Kapitel analysiert die im Roman präsenten Obsessionen und Phantasmen im Detail, wobei die Figuren, Bilder und Strategien der Phantasmen- und Obsessionenbildung im Kontext des slavistischen postkolonialen Diskurses und der Postkolonialität betrachtet werden.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Dorota Masłowska, „Wojna polsko ruska pod flagą biało czerwoną“, Phantasmen, Obsessionen, Postkolonialismus, Orientalismus, Slavistische Studien, „Die Polen und ihre Vampire“, Maria Janion, Feindbilder, Identitätskonstruktion, polnische Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Dorota Masłowskas Roman "Wojna polsko ruska"?
Der Roman thematisiert gesellschaftliche Phantasmen und Obsessionen der polnischen Gesellschaft nach 1989, insbesondere gegenüber Russland und dem Westen.
Was bedeutet "slavistische Postkolonialismus-Forschung" in diesem Kontext?
Sie untersucht die Machtverhältnisse und Identitätskonstruktionen in osteuropäischen Ländern, die sich zwischen dem Einfluss des Westens und Russlands befinden.
Welche Rolle spielen "Vampire" in der Interpretation von Maria Janion?
Janion nutzt das Bild des Vampirs als Metapher für polnische Identitätskonstruktionen und kulturelle Ängste im postkolonialen Diskurs.
Wie dekonstruiert Masłowska Feindbilder?
Durch eine groteske Schreibweise und absurde Übersteigerung von Klischees über das "satanische Russland" oder den "unmoralischen Westen".
Ist die Rahmenhandlung des Romans als Realität zu verstehen?
Nein, die Rahmenhandlung gilt eher als fiktives Konstrukt, um eine tiefgreifende Diagnose der sozialen Zustände in Polen zu ermöglichen.
- Quote paper
- Katrin Grodzki (Author), 2017, Phantasmen und Obsessionen in Dorota Masłowskas "Wojna polsko ruska pod flagą biało czerwoną", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491000