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Sekundäranalytische Reflexion einer qualitativen empirischen Arbeit

Title: Sekundäranalytische Reflexion einer qualitativen empirischen Arbeit

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Melanie Glaewe (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Die vorliegende sekundäranalytische Reflexion befaßt sich mit der empirischen Studie von Ralf Bonsack (u.a.): Die Suche nach Gemeinsamkeit und die Gewalt der Gruppe - Hooligans, Musikgruppen und andere Jugendcliquen. Abweichendes und gewaltbereites Handeln Jugendlicher wird in dieser Studie als Grundlage bzw. als Ausgangspunkt der Überlegungen gestellt. Motivation für die Forschungsgruppe war das bisherige Fehlen von Forschung über Straftaten der Gruppe männlicher Lehrlinge, der Beschränkung der Diskussion auf Kontrollinstanzen bzw. -diskursen und die mangelnde theoretische Analyse der Gewaltbereitschaft innerhalb bestimmter peer-groups. Aufgrund der milieuspezifischen Fremdheit der Forscher wird hier unter anderem auf die komparative Analyse zurück gegriffen. Mit Hilfe den Methoden des narrativen Interviews, der teilnehmenden Beobachtung und dem Gruppendiskussionsverfahren vergleichen die Forscher Hooligans mit Musikgruppen aus Ost- und West-Berlin. Aus beiden Kerngruppen der Jugendlichen gehen nichtkriminalisierte und kriminalisierte Jugendliche hervor. Empirische Vorarbeiten über jugendliche Cliquen aus dem Kleinstadt- bzw. Dorfmilieu werden zusätzlich zum Vergleich herangezogen. Berlin, hier unter anderem speziell Oststadt, wurde von den Wissenschaftlern gerade deshalb ausgewählt, weil sie Brennpunkt jugendlicher Gewalt ist und zu einer der größten mitteleuropäischen Trabantensiedlungen zählt. Auch läßt sich gerade innerhalb und im nahen Umkreis Berlins eine starke Mobilität erkennen, die unter anderem zu Desintegrationen bei Jugendlichen beitragen kann. Bei dem vorliegenden empirisch - analytischen Ansatz verfahren die Forscher induktiv. Das Forschen erfolgt voraussetzungslos und verzichtet auf jede Form der Aufstellung von Thesen. Der vorstrukturierte Ansatz ist gekennzeichnet durch formale und
metatheoretische Kategorien: „Habituelles Handeln“→Betrachtung des Sozialisationsprozesses→Betrachtung bestimmter Biographien (Mündung in Aktionismen körperlicher Gewalt)→Erkenntnis. Währenddessen die Forscher mit qualitativen Methoden arbeiten, kann das Konzept nur genutzt werden, da Makro- und Mikroebene zusammen betrachtet werden. Das wird gerade dann wichtig, wenn bei der Biographieanalyse eine Analyse der gemeinsamen Erlebnisse der untersuchten Gruppen bei der Erkenntnis mit herangezogen wird. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich intensiver mit den Gruppen der Hooligans.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zusammenfassung der Ergebnisse

3. Darstellung der qualitativen Methoden - Angewandte Methode in der Studie

4. Eigene kritische Reflexion

5. Literaturliste

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die empirische Studie von Ralf Bohnsack zur Gewaltbereitschaft und Gruppendynamik bei Jugendlichen einer sekundäranalytischen Reflexion zu unterziehen. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Vorgehensweise sowie die theoretische Einordnung der Ergebnisse in den Kontext von Sozialisationsprozessen und individueller Identitätsentwicklung im Vordergrund.

  • Analyse von Gewaltphänomenen und Gruppenzusammenhalt bei Hooligans und Musikgruppen
  • Evaluation qualitativer Forschungsmethoden (teilnehmende Beobachtung, narrative Interviews, Gruppendiskussionen)
  • Untersuchung der Bedeutung von innerfamilialer Kommunikation und Milieuspezifik
  • Kritische Reflexion der Forscherrolle und ethischer Dilemmata im Feld
  • Diskussion individualisierungstheoretischer Ansätze zur Erklärung jugendlicher Desintegration

Auszug aus dem Buch

Das narrative Interview

Um die Methode des narrativen Interviews näher darstellen zu können, bezieht sich dieser Abschnitt auf das Interview mit Benno aus der Gruppe Kunde, das 1993 in seiner Ein-Raum-Wohnung durchgeführt wurde. Durch das Erzählen gemachter Erfahrungen, wird dem Forscher möglich, die Wirklichkeit der untersuchten Person nachzuvollziehen und gleichsam zu verstehen. Diese Methode unterliegt einem Interpretationsprozess, der verschiedene Ausgestaltung- und Prüfmöglichkeiten zuläßt. Zur Falsifizierung bzw. Verifizierung können demnach weitere Quellen benutzt werden. Bei diesem Interview war es möglich die von Benno gezeigten Fotos, die seine stilistischen Veränderungen der letzten Jahre dokumentierten, und einige selbstgedrehte Videos über die Hooligan- und Skinheadszene zur Auswertung hinzu zu nehmen. Außerdem besaßen die Forscher zu diesem Zeitpunkt bereits einige Einsichten in das Milieu der Hooligans durch die oben genannten Methoden der teilnehmenden Beobachtung und des Gruppendiskussionsverfahrens.

Nachdem die biographischen Daten nacheinander chronologisch geordnet werden, kann mit der Analyse begonnen werden. Um eine autobiographische Erzählung analysieren zu können, muß die „temporale Abfolge der biographischen Erlebnisse und deren Bedeutung für den Erzählenden rekonstruiert werden.“ Zusätzlich werden verschiedene Erwartungen mit einbezogen. Damit man die Art und Funktion der Selbstdarstellung möglichst gut analysieren kann, benutzt man unterschiedliche Fragen zur Hypothesenentwicklung: weshalb werden bestimmte Themen angesprochen, weshalb werden einige Themen gemieden, werden andere thematische Felder eingefügt, werden Enttäuschungen deutlich?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die sekundäranalytische Reflexion der Studie von Ralf Bohnsack ein und erläutert die Motivation sowie den induktiven Forschungsansatz der Originalstudie.

2. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel stellt die zentralen Befunde zur Krisenbewältigung und Identitätsbildung der untersuchten Jugendlichen in Musikgruppen und Hooligan-Cliquen gegenüber.

3. Darstellung der qualitativen Methoden - Angewandte Methode in der Studie: Es erfolgt eine detaillierte Erörterung der angewandten Methoden, insbesondere der teilnehmenden Beobachtung, des Gruppendiskussionsverfahrens und des narrativen Interviews.

4. Eigene kritische Reflexion: In diesem Teil reflektiert die Autorin die Forschungsergebnisse unter Einbeziehung individualisierungstheoretischer Ansätze und diskutiert die Herausforderungen der Forscherrolle im Feld.

5. Literaturliste: Die Literaturliste enthält die verwendeten Quellen und die für die Arbeit herangezogene Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Sekundäranalyse, qualitative Sozialforschung, Hooligans, Gruppendiskussion, narrative Interviews, teilnehmende Beobachtung, Identitätsbildung, Sozialisation, Milieuforschung, Gewaltbereitschaft, Individualisierung, Habitus, Gruppendynamik, Jugendcliquen, Biografieanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine sekundäranalytische Reflexion der empirischen Studie "Die Suche nach Gemeinsamkeit und die Gewalt der Gruppe" von Ralf Bohnsack und anderen, wobei sie sich kritisch mit den Ergebnissen und Methoden auseinandersetzt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen, der Einfluss von Peer-Groups, die Rolle innerfamilialer Kommunikation sowie die Bedeutung von Identität in schwierigen Lebensphasen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine methodische und theoretische Aufarbeitung der Originalstudie, um zu verstehen, wie Gewalt und Gruppenzugehörigkeit bei den untersuchten Jugendlichen funktionieren und welche Rolle individuelle Biografien dabei spielen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden analysiert?

Die Arbeit analysiert die Anwendung von Gruppendiskussionen, narrativen Interviews und der teilnehmenden Beobachtung als qualitative Erhebungsinstrumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ergebnisse der Bohnsack-Studie zusammengefasst, die Methoden detailliert beleuchtet und eine kritische Reflexion des induktiven Ansatzes unter Einbeziehung individualisierungstheoretischer Konzepte durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen qualitative Sozialforschung, Hooligan-Szene, Biografieanalyse, Habitus und Gruppendynamik.

Welche Rolle spielt die Familie laut der Autorin?

Die Autorin hebt hervor, dass fehlende innerfamiliale Kommunikation eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Verunsicherungs- und Ohnmachtsgefühlen spielt, die wiederum die Flucht in gewaltbereite Gruppen begünstigen kann.

Welches spezifische Beispiel wird zur methodischen Erläuterung herangezogen?

Zur Erläuterung des narrativen Interviews wird das Fallbeispiel "Benno" aus der Gruppe "Kunde" genutzt, dessen biografische Erzählungen und stilistische Veränderungen detailliert interpretiert werden.

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Details

Title
Sekundäranalytische Reflexion einer qualitativen empirischen Arbeit
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
1
Author
Melanie Glaewe (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V49072
ISBN (eBook)
9783638456111
Language
German
Tags
Sekundäranalytische Reflexion Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Glaewe (Author), 2003, Sekundäranalytische Reflexion einer qualitativen empirischen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49072
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