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Beruf: Orchestermusiker

Title: Beruf: Orchestermusiker

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: David Runschke (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Im Themenkomplex „Entwicklungsperspektiven von Arbeit“ wird diese Hausarbeit den schon etwas enger gefassten Bereich der Musikberufe behandeln. Doch auch das Thema `Berufe im Bereich der Musik´ ist zu weitläufig um ihn auf 15 Seiten einigermaßen erschöpfend zu erfassen. Bereits 1988 sind laut ROHLFS „nahezu ein Viertel Million Menschen [...] im Berufsfeld Musik tätig.“ 1 Systemtheoretisch ist die Musik ein Teilsystem des Systems Kultur, das sich selbst wiederum in viele untergeordnete (Teil- )Systeme gliedert. 2 Allgemein lassen sich zwei übergeordnete Bereiche beschreiben. Zum einen der Komplex aus Dienstleistungen und Industrie um die Musik herum (die sogenannte Musikindustrie). Zu diesem, dem ökonomischen System zuzuordnendem, Teil der Musikbereiche gehören die drei Bereiche Distribution und Dienstleistungen, Musikmedien und die Tonträgerindustrie. Während es diesem Bereich vornehmlich um die „Maximierung des ökonomischen Outputs“ geht, stehen auf der anderen Seite, dem sozio-kulturellen System, alle die, die unmittelbar mit Schöpfung und instrumentaler Interpretation von Musik zu tun haben (z.B. die Musiker) und dabei zuforderst die „optimale Entfaltung kreativen Potentials“ 3 im Sinn haben. Die eingangs erwähnten 250.000 Beschäftigten teilen sich auf diese beiden Teilsysteme ungefähr hälftig auf. Etwa Einhunderttausend komponieren, interpretieren oder lehren Musik, genauso viele gehören der Musikindustrie an. Hinzu kommen etwa 50.000 Musikstudierend e und sich in beruflicher Ausbildung Befindende. 4 Diese Seminararbeit wird nur den Bereich der ausübenden Musiker, und dabei auch nur „Den Orchestermusiker“ behandeln. Die Wahl des Instruments wird dabei nur insofern von Interesse sein, als dass dadurch bestimmte Spezifika exemplarisch beschrieben werden können. Wie sich zeigen wird, unterliegen nicht nur Musiker im allgemeinen bestimmten berufsbedingten Beanspruchungen und daraus folgenden Belastungen, sondern diese Belastungen korrelieren auch mit dem Status im Orchester und dem gespielten Instrument. Bevor ich zur eigentlichen Beschreibung des Berufes Orchestermusiker komme, werde ich jedoch einige einführende Bemerkungen zur Genealogie und zum Wesen der Musikerberufe voranstellen. Das führt nach meinem D afürhalten zu einer besseren Einordnung dieses speziellen Musikertyps in das breite Feld dieser Berufsgruppe. Dabei folge ich weitestgehend

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Beruf Musiker

2. Musikerpersönlichkeit und Ausbildung

Ausbildung der Orchestermusiker

3. Beruflicher Alltag und Tätigkeitsbereiche

4. Formen sozialer Absicherung

5. Zusammenfassung und Zukunftsperspektiven

Zielsetzung und Themen

Die Hausarbeit untersucht die spezifischen Arbeitsbedingungen und Belastungsfaktoren des Berufsstandes der Orchestermusiker im Kontext der modernen Erwerbswelt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Ausbildung an Musikhochschulen auf den beruflichen Alltag auswirkt und welche sozialrechtlichen Absicherungsmodelle für diese Berufsgruppe existieren.

  • Historische Entwicklung des Berufsbildes Musiker
  • Anforderungen an die Musikerpersönlichkeit und Hochschulausbildung
  • Belastungsprofile im beruflichen Alltag von Orchestermusikern
  • Strukturelle Herausforderungen in der Ausbildung und Orchesterpraxis
  • Formen der sozialen Sicherung und Zukunftsperspektiven

Auszug aus dem Buch

3. Beruflicher Alltag und Tätigkeitsbereiche

Anstellung finden Orchestermusiker in Deutschland an über 150 Wirkungsstätten. Darunter sind 92 Musiktheater mit Orchester, 50 öffentlich finanzierte Sinfonieorchester und 18 private Musiktheater. Diese weitestgehend unabhängige Kulturlandschaft ist, an der Einwohnerzahl gemessen, weltweit nahezu einmalig. An den jährlich ca. 5.300 Konzerten und 15.000 Musiktheateraufführungen wirkten ungefähr 12.000 angestellte Orchestermusiker mit und erreichten dabei insgesamt 12,5 Mio. Besucher. Das Repertoire umfasst dabei alle gängigen Bühnenstücke aus „Oper, Operette, Musical [und] konzertante Musik“. Dabei werden gerade an den Bühnen der kleineren Städte alle Richtungen bedient. Ihr gesellschaftlicher Auftrag liegt vor allem in „der Pflege des traditionellen musikalischen Erbes“, das vor allem Stücke des 18. und 19. Jh. sowie die klassische Moderne vom Beginn des 20. Jh. umfasst. Darüber hinaus dienen sie der „internationalen kulturellen Verständigung“, der sie auf Auslandsreisen nachgehen, und unterliegen einem musikalischem Bildungsauftrag. Finanziert werden die Orchester angesichts der Kulturhoheit der Länder zumeist auch von diesen.

Wie schon bei der Aufnahme an eine MHS unterliegen Musiker bei der Arbeitsplatzsuche einer hohen Konkurrenz. Das oben erwähnte Verhältnis 20:1 von Bewerbern zu freien Stellen widerspricht nur scheinbar dem oft beklagten Nachwuchsmangel. Die starke Abstufungen der Orchester nach Renommee und zu erzielendem Gehalt, führt zu diesem Andrang auf gut dotierte Orchester, an denen sich unter Umständen über 100 Bewerber auf eine Stelle melden. Einstellungen werden immer nach vorheriger Ausschreibung in Fachzeitschriften nach formal qualitativen Gesichtspunkten vorgenommen. Dabei ist wieder das Vorspielen verschiedener Stücke gefordert. Die Gestaltung des Vorspiels ist je nach Orchester verschieden. Einige besonders renommierte Einrichtungen, wie die Wiener Philharmoniker nutzen dazu das verdeckte Vorspiel, dass zumindest in den ersten Auswahlrunden für die Anonymität der Bewerber sorgt. Formal haben Frauen die gleichen Chancen in ein Orchester aufgenommen zu werden wie Männer, jedoch wird dem Orchesterbetrieb noch immer eine latente „Frauenfeindlichkeit“ vorgeworfen. Besonders betroffen sind hiervon die berühmtesten Orchester.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den Themenkomplex der Musikberufe mit Fokus auf die spezifische Situation des Orchestermusikers im sozio-ökonomischen System.

1. Beruf Musiker: Untersuchung der historischen Genese des Musikerberufs und der gesellschaftlichen Einbettung von der Antike bis in die Neuzeit.

2. Musikerpersönlichkeit und Ausbildung: Analyse der geforderten Kompetenzen und der Diskrepanz zwischen solistischer Ausbildung an Musikhochschulen und der orchesterpraktischen Realität.

Ausbildung der Orchestermusiker: Detaillierte Betrachtung der curricularen Strukturen und der Kritik an der mangelnden Praxisnähe der Hochschulausbildung.

3. Beruflicher Alltag und Tätigkeitsbereiche: Erörterung der Arbeitsbelastungen, Dienstplangestaltung und gesundheitlicher Risiken im Berufsalltag eines Orchestermusikers.

4. Formen sozialer Absicherung: Überblick über die arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung der Künstlersozialkasse für Musiker.

5. Zusammenfassung und Zukunftsperspektiven: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die künftige Rolle der Orchester und die Beschäftigungschancen für Nachwuchsmusiker.

Schlüsselwörter

Orchestermusiker, Musikhochschulen, Berufsalltag, Sozialversicherung, Künstlersozialkasse, Arbeitsbelastung, Dienstplanung, Musikausbildung, Kulturorchester, Musikindustrie, Psychische Gesundheit, Berufsunfähigkeit, Musikberufe, Arbeitsmarkt, Kulturpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet die berufssoziologische Situation von Orchestermusikern in Deutschland, von ihrer Ausbildung über den fordernden Berufsalltag bis hin zur sozialen Absicherung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Diskrepanz zwischen Hochschulausbildung und Orchesterpraxis, berufsspezifische körperliche und psychische Belastungen sowie die sozialrechtliche Absicherung im Kontext staatlich finanzierter Kulturorchester.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie sich die spezifischen Arbeitsbedingungen und Belastungsprofile auf den Berufsstand auswirken und ob die aktuelle Ausbildung den Anforderungen der modernen Orchestermusik gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse soziologischer und musikwissenschaftlicher Literatur, ergänzt durch die Auswertung vorhandener Befragungsdaten und Berichte zur Situation an Musikhochschulen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an die Musikerpersönlichkeit, die Struktur der Musikausbildung, die physischen und psychischen Stressfaktoren des Berufsalltags sowie die tariflichen und rechtlichen Bedingungen der Anstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Orchestermusiker, Arbeitsbelastung, Musikausbildung, Soziale Absicherung und Kulturorchester definiert.

Warum wird das Thema der "solistischen Ausbildung" kritisch hinterfragt?

Der Autor hinterfragt diese, da der Arbeitsmarkt primär Stellen in Orchestern bietet, während die Ausbildung oft einseitig auf eine solistische Karriere fokussiert bleibt, was zu einer unzureichenden Vorbereitung auf die Ensemblearbeit führt.

Welche Rolle spielt die psychische Gesundheit?

Psychische Belastungen, wie der Druck durch öffentliche Auftritte, der Termindruck und soziale Spannungen im Orchester, werden als dominante Faktoren identifiziert, die langfristig zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit führen können.

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Details

Title
Beruf: Orchestermusiker
College
University of Augsburg  (Extraordinariat für Arbeits- und Industriesoziologie)
Course
Entwicklungsperspektiven von Arbeit
Grade
1,7
Author
David Runschke (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V48342
ISBN (eBook)
9783638450829
Language
German
Tags
Beruf Orchestermusiker Entwicklungsperspektiven Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Runschke (Author), 2004, Beruf: Orchestermusiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48342
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