Im folgenden soll der Begriff des Glaubens in David Humes Werk Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand (im engl. Original: An Enquiry Concerning Human Understanding) erörtert werden. Der Glaube nimmt in diesem Werk eine sehr zentrale Stellung ein. Der englische Philosoph David Hume (1711-1776) vollendete die Untersuchung über den menschlichen Verstand im Jahr 1748. Er setzt sich in dieser Arbeit mit den Grenzen und Möglichkeiten des menschlichen Verstandes auseinander und will beim Leser Einsichten dafür bewirken, in welchen Grenzen der menschliche Verstand zu Erkenntnissen kommen kann und welches die Prinzipien und Werkzeuge eines fundierten Denkens sind.
Die zentrale Aussage der Untersuchung ist die von Hume immer wieder erläuterte Einsicht in die Abhängigkeit unseres Denkens und Handelns von Erfahrung, Erinnerung, Gewohnheit, Übung und dem Glauben, dass wir die in der Vergangenheit wiederholt erlebten Beziehungen von Gegenständen und Ereignissen auf unsere Zukunft übertragen können.
Hume wendet sich mit seinem Buch besonders gegen die Willkür der Metaphysiker seiner Zeit, die sich seiner Meinung nach in ihren Überlegungen von den Erdichtungen der Einbildungskraft leiten ließen.
Hume beschäftigt sich besonders im letzten Kapitel seines Buches aber auch kritisch mit dem Skeptizismus. Im Gegensatz zu einer vollständigen Auflösung der den Dingen eigenen Eigenschaften, wie sie von den Skeptikern betrieben werde, seien die Einsichten, die wir mit den uns gegebenen Möglichkeiten haben können zwar in gewisser Hinsicht begrenzt, taugten aber durchaus zu einem nutzvollen Umgang mit unserer Umwelt. Gerade die skeptische Sicht auf unsere Möglichkeiten des Denkens aber ist es, die Hume zu den Schlüssen gebracht hat, auf denen sein Denkgebäude ruht. So betont er auch, dass der Skeptizismus am Anfang jeder philosophischen Überlegung stehen sollte, dass er aber nicht alle dadurch ausgelösten Gedankengänge vereinnahmen dürfe, da dies am Ende zu einem totalen Stillstand des Handelns führen müsse.
Das vorliegende Buch kam nicht zuletzt deshalb zu seinem heutigen Ruhm, weil Immanuel Kant bekannte, er sei dadurch aus seinem „dogmatischen Schlummer“ erweckt und zu seinen kritischen Untersuchungen bewegt worden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Einführung in Humes Begriffe des menschlichen Verstandes
- 2. Der Begriff des Glauben in David Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand
- 2.1. Der Glaube und der Kausalzusammenhang
- 2.2. Der Glaube als Instinkt
- 2.3. Der Glaube an menschliches Zeugnis
- 2.4. Religiöser Glaube (faith) und Wunderglaube
- 3. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert den Begriff des Glaubens im Kontext von David Humes Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“. Ziel ist es, Humes Gedanken zum Glauben im Verhältnis zum menschlichen Verstand zu erforschen, insbesondere seine Argumentation über die Bedeutung von Erfahrung, Erinnerung und Gewohnheit für unsere Überzeugungen.
- Die Grenzen und Möglichkeiten des menschlichen Verstandes
- Der Glaube als Grundlage für unsere Überzeugungen über die Welt
- Der Einfluss von Erfahrung und Gewohnheit auf den Glauben
- Die Kritik an metaphysischen Behauptungen und dem Wunderglauben
- Die Bedeutung des Skeptizismus für Humes Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in Humes Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ ein und skizziert die zentrale Rolle, die der Glaube in Humes Philosophie spielt. Kapitel 1 beleuchtet Humes Verständnis des menschlichen Verstandes und die Bedeutung von Eindrücken und Vorstellungen für unsere Denkprozesse. Kapitel 2 befasst sich mit dem Glauben als einem zentralen Element menschlichen Denkens und erörtert die Verbindung zwischen Glauben und Kausalität, sowie die Rolle von Instinkt und menschlichem Zeugnis. Die Analyse des Glaubens wird mit einer Betrachtung des religiösen Glaubens und des Wunderglaubens abgeschlossen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: David Hume, Glaube, Verstand, Erfahrung, Gewohnheit, Skeptizismus, Metaphysik, Wunderglaube, Kausalität, Eindrücke, Vorstellungen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht David Hume unter „Glauben“ (belief)?
Für Hume ist Glaube kein religiöses Konzept, sondern die psychologische Gewissheit, dass Ereignisse, die wir in der Vergangenheit erlebt haben (Kausalität), auch in der Zukunft so eintreffen werden.
Welche Rolle spielt die Gewohnheit in Humes Philosophie?
Gewohnheit ist laut Hume das Prinzip, das uns dazu bringt, an Kausalzusammenhänge zu glauben. Wir schließen aus der wiederholten Erfahrung von Ursache und Wirkung auf eine notwendige Verknüpfung.
Wie steht Hume zum Skeptizismus?
Hume befürwortet einen moderaten Skeptizismus als Ausgangspunkt des Denkens, warnt aber vor einem totalen Skeptizismus, da dieser das menschliche Handeln unmöglich machen würde.
Was ist Humes Kritik am Wunderglauben?
Hume argumentiert, dass ein Wunder eine Verletzung der Naturgesetze darstellt. Da unsere Erfahrung gegen Wunder spricht, ist es rationaler, dem Zeugnis über ein Wunder nicht zu glauben.
Welchen Einfluss hatte Hume auf Immanuel Kant?
Kant gab an, dass Humes Schriften ihn aus seinem „dogmatischen Schlummer“ erweckt haben, was ihn zu seinen eigenen kritischen Untersuchungen über den Verstand motivierte.
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- Steffen Lasch (Author), 2004, Der Begriff des "Glauben" in David Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47776