In dieser Seminararbeit möchte ich der Frage nachgehen, was ein erlaubtes Risiko ist. Diese soll den Begriff des erlaubten Risikos klären sowie verschiedene Anwendungsbereiche darstellen. Sie soll zeigen, ob oder inwiefern das erlaubte Risiko eine eigenständige Bedeutung hat und auf welcher dogmatischen Ebene dies einzuordnen ist.
Die Arbeit beruht hauptsächlich auf Literaturstudien. Besonders intensiv habe ich mich mit der Sicht von Claus Roxin, einem der Mitbegründer des erlaubten Risikos, auseinandergesetzt. Die Seminararbeit gliedert sich zunächst in die Begriffsklärung des erlaubten Risikos, dann in die Bedeutung des erlaubten Risikos zum Tatbestandsausschluss sowie zur Rechtfertigung. Weiter zeige ich die Bedeutung bei Fahrlässigkeitsdelikten und zuletzt soll ein derzeit diskutierter Anwendungsfall des erlaubten Risikos in Bezug auf autonome Fahrzeuge dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- A. Was ist das erlaubte Risiko?
- I. Begriff des erlaubten Risikos
- 1. Sozialadäquanz
- 2. Dogmatische Stellung
- II. Das unerlaubte Risiko zum Ausschluss der objektiven Zurechnung
- 1. Risikoverringerung
- 2. Gesellschaftlich toleriertes Risiko
- a) Allgemeines Lebensrisiko
- b) Erlaubtes Risiko
- 3. Atypische Kausalverläufe
- 4. Hypothetische Kausalverläufe
- 5. Schutzzweck der Sorgfaltsnorm
- 6. Pflichtwidrigkeitszusammenhang
- III. Rechtfertigungsgründe aus erlaubtem Risiko
- 1. Mutmaßliche Einwilligung
- 2. Wahrnehmung berechtigter Interessen
- IV. Das unerlaubte Risiko bei Fahrlässigkeitsdelikten
- 1. Die Sorgfaltspflichtverletzung
- 2. Maßstab des unerlaubten Risikos bei Fahrlässigkeit
- a) Rechts- und Verkehrsnormen
- b) Gewissenhafter und besonnener Mensch
- c) Vertrauensgrundsatz
- 3. Objektive Zurechnung
- V. Das unerlaubte und erlaubte Risiko in der Problematik des autonomen Fahrens
- IIC. Strafbarkeit bei Unfällen
- 1. Strafbarkeit bei Unfällen
- a) Strafbarkeit des Herstellers
- b) Strafbarkeit des Programmierers
- c) Strafbarkeit des Fahrers
- 2. Dilemma-Situation
- a) Strafbarkeit des Programmierers
- b) Strafbarkeit des Fahrers
- c) Stellungnahme
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem juristischen Konzept des „erlaubten Risikos“ im Strafrecht. Ziel ist es, den Begriff des erlaubten Risikos zu definieren, seine dogmatische Stellung zu erläutern und seine Relevanz im Kontext der objektiven Zurechnung und der Fahrlässigkeitsdelikte zu untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Verhältnis des erlaubten Risikos zu verschiedenen Rechtfertigungsgründen sowie der Problematik des autonomen Fahrens gewidmet.
- Definition und dogmatische Stellung des erlaubten Risikos
- Das unerlaubte Risiko als Ausschlussgrund der objektiven Zurechnung
- Rechtfertigungsgründe im Zusammenhang mit dem erlaubten Risiko
- Das erlaubte Risiko im Kontext der Fahrlässigkeitsdelikte
- Anwendung des Konzepts im Bereich des autonomen Fahrens
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der Definition und dogmatischen Stellung des erlaubten Risikos. Hier werden die wichtigsten Kriterien zur Abgrenzung des erlaubten vom unerlaubten Risiko erläutert.
Das zweite Kapitel untersucht die Rolle des unerlaubten Risikos als Ausschlussgrund der objektiven Zurechnung. Es werden verschiedene Aspekte des unerlaubten Risikos beleuchtet, wie Risikoverringerung, gesellschaftlich toleriertes Risiko und atypische Kausalverläufe.
Im dritten Kapitel werden Rechtfertigungsgründe im Zusammenhang mit dem erlaubten Risiko, wie mutmaßliche Einwilligung und die Wahrnehmung berechtigter Interessen, analysiert.
Das vierte Kapitel befasst sich mit dem erlaubten Risiko im Kontext der Fahrlässigkeitsdelikte. Dabei werden die Sorgfaltspflichtverletzung, der Maßstab des unerlaubten Risikos bei Fahrlässigkeit und die objektive Zurechnung im Detail untersucht.
Das fünfte Kapitel beleuchtet die Anwendung des erlaubten Risikos im Bereich des autonomen Fahrens. Es werden die Strafbarkeit bei Unfällen, die Dilemma-Situation und die Stellungnahme zu verschiedenen Rechtsfragen diskutiert.
Schlüsselwörter
Erlaubtes Risiko, Unerlaubtes Risiko, Objektive Zurechnung, Fahrlässigkeit, Sorgfaltspflichtverletzung, Rechtfertigungsgründe, Autonomes Fahren, Dilemma-Situation, Strafbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein „erlaubtes Risiko“ im Strafrecht?
Ein erlaubtes Risiko bezeichnet Verhaltensweisen, die zwar gefährlich sind, aber aufgrund ihres gesellschaftlichen Nutzens (z. B. Teilnahme am Straßenverkehr) rechtlich toleriert werden und somit keine objektive Zurechnung eines Schadens begründen.
Welche Rolle spielt Claus Roxin bei diesem Konzept?
Claus Roxin gilt als einer der Mitbegründer der Lehre vom erlaubten Risiko im Rahmen der objektiven Zurechnung. Er prägte die Kriterien, nach denen ein Risiko als sozialadäquat eingestuft wird.
Wie grenzt sich das erlaubte Risiko von der Fahrlässigkeit ab?
Fahrlässigkeit setzt eine Sorgfaltspflichtverletzung voraus. Handelt jemand innerhalb des erlaubten Risikos, liegt bereits keine relevante Pflichtverletzung vor, auch wenn ein Schaden eintritt.
Was ist der Pflichtwidrigkeitszusammenhang?
Dieser Begriff prüft, ob der Erfolg auch dann eingetreten wäre, wenn sich der Täter pflichtgemäß verhalten hätte. Fehlt dieser Zusammenhang, entfällt die Zurechnung trotz einer Pflichtverletzung.
Wie wird das erlaubte Risiko beim autonomen Fahren angewendet?
In der aktuellen Rechtsdiskussion geht es darum, welche Restrisiken bei der Programmierung und Nutzung selbstfahrender Autos gesellschaftlich akzeptabel sind, um Fortschritt und Sicherheit abzuwägen.
- Citation du texte
- Jasmin Hain (Auteur), 2018, Was ist ein "erlaubtes Risiko"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470022