In dieser Arbeit soll sich vor allem der gesellschaftlichen Bedeutung sowie den ideologischen Vereinnahmungen des Protagonisten gewidmet werden. Dabei stellt sich die Leitfrage: Ist Don Quijote als Held oder vielmehr als Terrorist zu sehen?
Dazu wird zunächst die Person des Don Quijote, sowie deren Lebensumstände und Motive zum Auszug genauer beleuchtet, bevor dann erläutert wird, inwiefern viele Theorien über die Jahrhunderte hinweg die These vom Don Quijote als Helden stützen. Dabei sollen sowohl die Rezeptionen und Identifikationsmöglichkeiten innerhalb Spaniens als auch Lateinamerikas Beachtung finden. Anschließend kann dann anhand der Thesen Gumbrechts genauer untersucht werden, inwiefern der Don Quijote jedoch ebenso gut als Terrorist erkannt werden kann. Abschließend müssen dann noch solche Lehrmeinungen vorgestellt werden, die das Fehlverhalten des Don Quijote nicht als Anlass nehmen, ihn als Terroristen zu bezeichnen, sondern es vielmehr durch die Legitimationsgründe eines gerechten Krieges und die Vieldeutigkeit der Wahrheit rechtfertigen wollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ausgangssituation und Motive des Don Quijote
- Don Quijote als Held und nationale Identitätsfigur
- Don Quijote als Held und Identitätsfigur Spaniens
- Don Quijote als Held und Identifikationsfigur Lateinamerikas
- Don Quijote als Terrorist
- Der gerechte Krieg im Don Quijote
- Don Quijote und die vieldeutige Wahrheit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Bedeutung und den ideologischen Vereinnahmungen des Protagonisten des Romans "Don Quijote" von Miguel de Cervantes. Sie untersucht die Frage, ob Don Quijote als Held oder als Terrorist angesehen werden kann.
- Die Ausgangssituation und Motive des Don Quijote
- Die Rezeption des Don Quijote als Held in Spanien und Lateinamerika
- Die Interpretation des Don Quijote als Terrorist
- Die Rechtfertigung des Don Quijotes' Verhaltens durch den gerechten Krieg und die vieldeutige Wahrheit
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt den Leser in die Welt des Don Quijote ein und stellt seine Lebensumstände und Motive zum Auszug als fahrender Ritter vor. Der zweite Abschnitt beleuchtet die Rezeption des Don Quijote als Held in Spanien und Lateinamerika, während der dritte Abschnitt die These vom Don Quijote als Terrorist aufgreift. Das vierte Kapitel untersucht die Rechtfertigung des Don Quijotes' Verhaltens durch den gerechten Krieg und die vieldeutige Wahrheit.
Schlüsselwörter
Don Quijote, Cervantes, Held, Terrorist, nationaler Held, Identitätsfigur, Ideologie, gerechter Krieg, vieldeutige Wahrheit.
Häufig gestellte Fragen
Ist Don Quijote ein Held oder ein Terrorist?
Die Arbeit untersucht beide Perspektiven: die traditionelle Sicht als idealistischer Held und moderne Thesen (z.B. von Gumbrecht), die sein gewaltsames Eingreifen als terroristisch interpretieren.
Warum gilt Don Quijote als nationale Identitätsfigur?
In Spanien und Lateinamerika wird er oft als Symbol für Idealismus, Widerstand gegen die Realität und den Kampf für Gerechtigkeit vereinnahmt.
Was sind die Motive für Don Quijotes Auszug?
Getrieben von Ritterromanen möchte er das goldene Zeitalter der Ritterlichkeit wiederbeleben und durch Taten seinen Ruhm sowie die Ehre seiner Dame Dulcinella mehren.
Wie wird Gewalt im Roman legitimiert?
Einige Lehrmeinungen rechtfertigen Quijotes Verhalten durch die Theorie des „gerechten Krieges“ oder die Vieldeutigkeit der Wahrheit in einer Welt des Wandels.
Was kritisiert Gumbrecht an der Figur des Don Quijote?
Gumbrecht weist darauf hin, dass Quijotes Handeln oft unschuldige Opfer fordert und er seine subjektive Wahnvorstellung anderen mit Gewalt aufzwingt.
- Quote paper
- Ronja Thiede (Author), 2017, Don Quijote – Nationaler Held oder Terrorist? Ideologische Vereinnahmungen des Don Quijote, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469954