Immer mehr Märkte, insbesondere in den Industrienationen, gelten heutzutage als gesättigt. Eine Folge hiervon ist, dass Unternehmen sich noch stärker als früher nach den Kundenbedürfnissen richten müssen. Das betrifft sowohl Produkteigenschaften als auch die Preise und damit die Kosten. Die marktorientierte Sichtweise bei der Bestimmung von Kosten von neuen Produkten und Leistungen greift das Zielkostenmanagement (Target Costing) auf. Dieses Verfahren dient der Generierung von langfristigen Kostenzielen unter besonderer Berücksichtigung von Markterfordernissen.
Ausgangspunkt des Target Costing ist die Ermittlung eines am Markt erzielbaren Preises. Um daraufhin die erlaubten - also die vom Markt akzeptierten - Kosten zu ermitteln, wird vom Preis der Zielgewinn, den die Unternehmensleitung vorgibt, subtrahiert. Diese Zielkosten sind allerdings zu pauschal und müssen daher für einzelne Produktkomponenten erarbeitet werden. Dies geschieht durch Ermittlung von Teilnutzen einzelner Komponenten für den Kunden auf deren Grundlagen die Funktionen des Produktes geplant werden. Nachdem die Funktionen festlegt worden sind, gilt es nun diejenigen Produktkomponenten zu entwickeln, die zur Erfüllung dieser Anforderungen erforderlich sind. Durch die Erstellung einer Funktionsmatrix, in der die prozentualen Anteile der Komponenten zur Erfüllung der Funktionen und die vom Kunden angegeben Nutzen der Funktion am Gesamtproduktnutzen aufgeführt sind, lassen sich die Prozentanteile der einzelnen Komponenten am Gesamtproduktnutzen ermitteln. Durch die ermittelten Nutzenanteile der Komponenten lassen sich dann die Gesamtzielkosten auf Komponentenkosten herunterrechnen.
In einem nächsten Schritt geht es um die Planung der produktnahen und der indirekten Kosten. Dafür müssen die notwendigen Aktivitäten zur Unterstützung des geplanten Produktions- und Vermarktungsablaufes ermittelt werden. Ein wichtiges Instrument ist dabei die in dieser Seminararbeit behandelte Wertkette. Ihre Aufgaben sind die Suche nach den Aktivitäten, die im Rahmen der Produkteinführung zur Umsetzung der Strategie notwendig sind, sowie deren optimale Gestaltung.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Einleitung
- Wert und Wertschöpfung
- Konzept der Wertkettenanalyse
- Ziel der Wertkettenanalyse
- Definition der Wertkette
- Arten der Wertkette
- Interne Wertkette
- Externe Wertkette
- Bestimmung der Wertkette
- Ermittlung der Aktivitäten innerhalb der Wertkette
- Verknüpfungen von Aktivitäten
- Abgrenzung zur Prozesskostenrechnung
- Wertkettenanalyse als Ausgangspunkt für die strategische Kostenanalyse
- Zuordnung von Kosten zu den Aktivitäten
- Zuordnung von Erlösen zu den Aktivitäten
- Optionen des Kostenmanagement
- Optimierung der Prozesse
- Make-or-Buy-Entscheidung
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Integration der strategischen Kostenanalyse in das Produktkostenmanagement, wobei der Fokus auf die Wertkettenanalyse liegt. Die Arbeit analysiert das Konzept der Wertkettenanalyse und ihre Anwendung im Kontext des Target Costing, um den Prozess der Kostenoptimierung im Rahmen einer marktorientierten Strategie zu verbessern.
- Wert und Wertschöpfung als Grundlage für die Wertkettenanalyse
- Definition und Arten der Wertkette
- Anwendungen der Wertkettenanalyse im strategischen Kostenmanagement
- Zuordnung von Kosten und Erlösen zu den Aktivitäten der Wertkette
- Optionen für ein effizientes Kostenmanagement im Kontext der Wertkettenanalyse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Ausgangspunkt der Arbeit dar und führt in die Thematik des Target Costing ein. In Kapitel 2 wird der Begriff des Wertes und der Wertschöpfung erläutert. Kapitel 3 widmet sich dem Konzept der Wertkettenanalyse, wobei die Ziele und die Definition der Wertkette sowie die verschiedenen Arten von Wertketten behandelt werden. In Kapitel 4 wird auf die Bestimmung der Wertkette eingegangen, einschließlich der Ermittlung von Aktivitäten und deren Verknüpfungen. Kapitel 5 untersucht die Anwendung der Wertkettenanalyse im strategischen Kostenmanagement, indem es die Zuordnung von Kosten und Erlösen zu den Aktivitäten der Wertkette behandelt. Kapitel 6 beleuchtet verschiedene Optionen des Kostenmanagements im Zusammenhang mit der Wertkettenanalyse, wie beispielsweise die Optimierung von Prozessen und Make-or-Buy-Entscheidungen.
Schlüsselwörter
Wertkettenanalyse, Target Costing, strategische Kostenanalyse, Produktkostenmanagement, Wert, Wertschöpfung, Aktivitäten, Prozesse, Kostenmanagement, Make-or-Buy-Entscheidung, Marktorientierung, Funktionsmatrix, Zielkosten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Wertkettenanalyse?
Die Wertkettenanalyse untersucht alle Aktivitäten eines Unternehmens, die zur Wertschöpfung beitragen, um Kostenvorteile zu identifizieren und die Strategie optimal umzusetzen.
Wie hängen Target Costing und Wertkettenanalyse zusammen?
Nachdem beim Target Costing Zielkosten für Produktkomponenten ermittelt wurden, hilft die Wertkette dabei, die notwendigen produktnahen und indirekten Aktivitäten kostenoptimal zu planen.
Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Wertkette?
Die interne Wertkette betrachtet Prozesse innerhalb des Unternehmens, während die externe Wertkette die gesamte Lieferkette bis hin zum Kunden einbezieht.
Was bedeutet "Make-or-Buy-Entscheidung" im Kostenmanagement?
Auf Basis der Wertkettenanalyse wird entschieden, ob bestimmte Aktivitäten selbst durchgeführt oder kostengünstiger von externen Dienstleistern bezogen werden sollen.
Wie werden Kosten den Aktivitäten zugeordnet?
Die strategische Kostenanalyse nutzt die Wertkette, um Ressourcenverbräuche und Erlöse direkt den wertschöpfenden Aktivitäten zuzuordnen, statt sie nur pauschal zu verbuchen.
- Quote paper
- Martin Rudolph (Author), 2005, Integration strategischer Kostenanalyse in das Produktkostenmanagement: Wertkettenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46837