Das Wort "Salem" ist noch heute ein Synonym für Hexenverfolgung, Massenhysterie, Hinrichtungen unschuldiger Menschen und Wahnsinn. Lange nachdem die Hexenverfolgungen in Europa ein Enden nahmen, kam es in Salem, Massachusetts im Jahre 1692 zu einem außergewöhnlichen Ereignis: Zwischen Januar und November wurden als Resultat unzähliger Anschuldigungen und Prozesse 144 Personen der Hexerei beschuldigt und 20 öffentlich hingerichtet.
Noch immer stellt es somit ein einzigartiges Ereignis in der Kolonialgeschichte Nordamerikas dar, fasziniert die Menschen und wirft Fragen nach Gründen auf. Wie kam es 1692 in Salem zu dieser Massenhysterie und irrationalen Beschuldigung unzähliger unschuldiger Menschen, insbesondere Frauen? Historiker haben seit jeher unterschiedlichste mehr oder weniger stichhaltige Thesen aufgestellt, welche von einem Versagen des Gouverneurs über die Panik wegen ständiger Angst vor Indianerangriffen bis zu Halluzinationen der Ankläger aufgrund einer Vergiftung durch Mutterkorn reichen.
In der vorliegenden Hausarbeit wird der Versuch unternommen, eben dieser Frage auf den Grund zu gehen. Dafür wird besonders die zeitgenössische Quelle The Wonders of the Invisible World zur Hilfe gezogen, um anhand der damaligen Erklärungsversuche und Vorstellungen einige Theorien zu belegen. Zunächst wird die hier behandelte Hauptquelle erläutert und inhaltlich grob zusammengefasst. Im Folgenden werden in drei größeren Unterpunkten der puritanische Glaube, die äußeren Bedrohungen und das Rechtssystem in Salem und der Umgebung als Erklärungsversuche analysiert. Letztendlich wird in einer Schlussbetrachtung versucht, sich anhand dieser einer Gesamterklärung anzunähern.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Salem - ein ungeklärtes Phänomen
- The Wonders of the Invisible World
- Die Gründe für die Krise der Hexenprozesse in Salem
- Der puritanische Glaube - A world of wonders
- Äußere Bedrohungen und Spannungen innerhalb der puritanischen Gesellschaft
- Das Rechtssystem in Salem
- Fazit: Salem - das Ventil einer gesellschaftlichen Krise
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Hexenprozessen von Salem im Jahre 1692 und versucht, die Ursachen für dieses außergewöhnliche Ereignis in der Kolonialgeschichte Nordamerikas zu ergründen. Die Arbeit beleuchtet die damalige Sichtweise auf Hexerei, den Einfluss des puritanischen Glaubens und die Rolle des Rechtssystems in Salem.
- Der puritanische Glaube als Nährboden für Hexenwahn
- Äußere Bedrohungen wie Indianerangriffe und gesellschaftliche Spannungen
- Das Rechtssystem in Salem und die Rolle der spectral evidence
- Analyse des zeitgenössischen Werkes "The Wonders of the Invisible World" von Cotton Mather
- Suche nach einer Gesamterklärung für die Hexenprozesse in Salem
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Salem - ein ungeklärtes Phänomen
Die Einleitung stellt das Phänomen der Hexenprozesse von Salem in den historischen Kontext und skizziert die zentrale Frage, die in der Arbeit untersucht wird: Wie kam es 1692 in Salem zu einer Massenhysterie und irrationalen Beschuldigung unzähliger Menschen, insbesondere Frauen? Die Einleitung führt verschiedene Erklärungsversuche aus der historischen Forschung an, darunter die Rolle des Gouverneurs, Angst vor Indianerangriffen und die Möglichkeit einer Vergiftung durch Mutterkorn.
The Wonders of the Invisible World
Dieses Kapitel stellt die Hauptquelle der Arbeit vor, "The Wonders of the Invisible World" von Cotton Mather, ein zeitgenössisches Werk, das als Reaktion auf die Hexenprozesse veröffentlicht wurde. Der Autor, ein einflussreicher puritanischer Geistlicher und Gelehrter, verteidigt in diesem Werk die Gerichtsverfahren in Salem und rechtfertigt die Position der Regierung. Er bekräftigt den Glauben an Gott und das Wirken Satans, der die Puritaner in ständiger Bedrohung hält. Mather kritisiert gleichzeitig die Verfahrensweise des Gerichts, insbesondere die Verwendung der spectral evidence als Beweismittel.
Der puritanische Glaube - A world of wonders
Dieses Kapitel untersucht den puritanischen Glauben als prägenden Faktor für die Hexenprozesse in Salem. Die strengen Calvinisten glaubten an die Prädestination und sahen sich in einer Welt voller unsichtbarer Geister, die sie als ebenso real empfanden wie die sichtbare Welt. Der Glaube an die Hexerei, die als Werkzeug des Teufels angesehen wurde, verstärkte die Angst vor einer gottlosen Umwelt, die die Puritaner in ihrer neuen Heimat Neuengland umgab.
Schlüsselwörter
Hexenprozesse, Salem, puritanischer Glaube, "The Wonders of the Invisible World", Cotton Mather, spectral evidence, Indianerangriffe, gesellschaftliche Spannungen, Massenhysterie, Rechtssystem
Häufig gestellte Fragen
Was löste die Massenhysterie in Salem 1692 aus?
Die Gründe waren vielfältig: strenger puritanischer Glaube, ständige Angst vor Indianerangriffen, soziale Spannungen und ein problematisches Rechtssystem.
Was ist "spectral evidence"?
Es handelt sich um "Spektralbeweise", bei denen Aussagen über Geistererscheinungen oder Visionen vor Gericht als Beweis für Hexerei zugelassen wurden.
Wer war Cotton Mather?
Mather war ein einflussreicher puritanischer Geistlicher, der in seinem Werk "The Wonders of the Invisible World" die Prozesse verteidigte, aber die Beweisführung kritisch sah.
Wie viele Menschen wurden in Salem hingerichtet?
Im Jahr 1692 wurden 20 Personen öffentlich hingerichtet, nachdem insgesamt 144 Personen der Hexerei beschuldigt worden waren.
Welche Rolle spielte der puritanische Glaube?
Die Puritaner sahen sich in einem ständigen Kampf gegen Satan; Hexerei galt als reale Bedrohung für ihre gottgefällige Gemeinschaft in der neuen Welt.
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- Luisina Nunez (Author), 2017, Die Hexenprozesse von Salem. Wie kam es zur Massenhysterie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465997