Ausgehend von der Annahme, dass es ein System von Bewertungsmaßstäben bedarf, um die Legitimität eines Stakeholderanspruchs zu präzisieren, wird im Folgenden auf verschiedene ethische Prinzipien zurückgegriffen, die eine solche Basis darstellen.
Das erste von Frau Göbel benannte Bezugssystem für die Bewertung von Stakeholderansprüchen bildet das ethische Prinzip der Menschenrechte. Hieraus lässt sich schließen, dass die Menschenrechte individuelle Rechte sind, die aus der menschlichen Natur heraus gegeben sind und damit jedem Menschen in gleicher Art und Weise zukommen. Philosophisch sind diese durch Kant begründet. Nach Kant verfügt jeder Mensch über den Willen und das Vermögen sich selbst sittliche Gesetze zu geben, was ihm gleichzeitig ein Bewusstsein für Moralität zukommen lässt.
Das zweite vorgestellte ethische Prinzip zur Bewertung von Stakeholderanliegen bezieht sich auf das Gemeinwohl. Laut Frau Göbel ergibt sich die Legitimation von Eingriffen in die Grundrechte aus dem Ziel des Gemeinwohls. Hierbei ist zwischen nicht legitimen und legitimen Eingriffen zu unterscheiden. Ein nicht legitimer Eingriff ist, den Menschen als Forschungsobjekt zu nutzen um neue Medikamente zu entwickeln und dabei sein Leben zu gefährden. Ein legitimer Eingriff wiederum ist der Freiheitsentzug eines Verbrechers.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Ethische Grundlagen für die Legitimitätsbewertung (MM)
- Menschenwürde als ethisches Prinzip für die Bewertung
- Gemeinwohl als ethisches Prinzip für die Bewertung
- Nachhaltigkeit als ethisches Prinzip für die Bewertung
- Tierschutz als ethisches Prinzip für die Bewertung
- Gerechtigkeit als ethisches Prinzip für die Bewertung
- Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit der analytischen Komponente der Unternehmensethik und insbesondere mit der Stakeholderanalyse. Ziel des Textes ist es, ethische Grundlagen für die Legitimitätsbewertung von Stakeholderansprüchen zu erforschen und zu analysieren, welche ethischen Prinzipien für eine umfassende Bewertung relevant sind.
- Die Rolle ethischer Prinzipien bei der Beurteilung von Stakeholderansprüchen
- Die Bedeutung von Menschenrechten, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Tierschutz und Gerechtigkeit
- Die Anwendung ethischer Prinzipien in verschiedenen Handlungsfeldern
- Die Herausforderungen und Grenzen ethischer Bewertung in der Praxis
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Im ersten Kapitel werden die ethischen Grundlagen für die Legitimitätsbewertung von Stakeholderansprüchen beleuchtet. Es werden verschiedene ethische Prinzipien vorgestellt, die als Grundlage für eine qualitative Bewertung dienen können. Hierzu zählen unter anderem Menschenwürde, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Tierschutz und Gerechtigkeit. Jedes Prinzip wird im Detail analysiert und seine Relevanz für die Bewertung von Stakeholderansprüchen herausgestellt.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe dieser Arbeit sind: Unternehmensethik, Stakeholderanalyse, Legitimitätsbewertung, ethische Prinzipien, Menschenrechte, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Tierschutz, Gerechtigkeit, Stakeholderansprüche.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel einer Stakeholderanalyse?
Sie dient dazu, die Ansprüche verschiedener Interessengruppen (Stakeholder) an ein Unternehmen zu identifizieren und deren Legitimität auf Basis ethischer Prinzipien zu bewerten.
Welche Rolle spielen Menschenrechte in der Unternehmensethik?
Menschenrechte gelten als universelle ethische Basis. Ansprüche, die auf der Wahrung der Menschenwürde basieren, haben in der Bewertung von Stakeholderanliegen höchste Priorität.
Wie wird das Gemeinwohl zur Bewertung von Ansprüchen genutzt?
Das Gemeinwohl-Prinzip hilft zu unterscheiden, ob Eingriffe in Rechte legitim sind (z.B. zum Schutz der Gesellschaft) oder unzulässig (z.B. Gefährdung von Individuen für Profit).
Warum ist Nachhaltigkeit ein ethisches Prinzip für Stakeholder?
Nachhaltigkeit fordert, dass heutige Stakeholderansprüche nicht die Lebensgrundlagen künftiger Generationen gefährden dürfen, was eine langfristige Perspektive in der Unternehmensführung erzwingt.
Welche weiteren Prinzipien werden analysiert?
Neben Menschenwürde und Gemeinwohl werden auch Tierschutz und Gerechtigkeit als Maßstäbe für die ethische Legitimität von Stakeholderansprüchen herangezogen.
Wie begründet Immanuel Kant die Menschenrechte?
Kant begründet sie damit, dass jeder Mensch über Vernunft und den freien Willen verfügt, sich selbst sittliche Gesetze zu geben, was ihm eine unveräußerliche Würde verleiht.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Mayr (Autor:in), 2015, Stakeholderanalyse. Die analytische Komponente der Unternehmensethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465459