Die Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung ist sowohl in der Versicherungswissenschaft als auch in der Versicherungspraxis seit langer Zeit bekannt. Kaum unterschieden wird bislang jedoch zwischen den einzelnen Erscheinungsformen und deren Ursachen, sodass die Möglichkeiten konkreter Gegenmaßnahmen eingeschränkt sind. Angesichts der Höhe des Schadens, der jährlich für die Versicherungswirtschaft durch Informationsasymmetrien entsteht, ist jedoch durchaus ein Motiv für die Entwicklung von Begrenzungsmöglichkeiten gegeben.
Das Ziel dieser Arbeit besteht daher darin, über eine Analyse der verschiedenen Arten von Informationsasymmetrien auf Versicherungsmärkten und deren Motive zu differenzierten Bekämpfungsmöglichkeiten zu gelangen. Zum Einstieg werden zunächst die grundlegenden Merkmale der Versicherungswirtschaft mit Hilfe zentraler Begriffe dargestellt und versicherungsmarktspezifische Probleme hinsichtlich vollständiger Informationen aufgezeigt. Danach wird die Prinzipal- Agent Theorie erläutert. Es folgt der Hauptteil, der die Probleme von Informationsasymmetrien auf Versicherungsmärkten darstellt. Dabei werden die Phänomene adverse Selektion und moralisches Risiko unterschieden, die zunächst allgemeingültig und anschließend versicherungsmarktspezifisch analysiert werden. Die Trennung und die ausführliche Betrachtung der verschiedenen Formen macht es anschließend möglich, differenzierte Bekämpfungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse ab.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Grundlagen und Definition von Versicherung
- 2.1 Zentrale Begriffe
- 2.1.1 Gefahren
- 2.1.2 Risiko
- 2.1.3 Bedingungen
- 2.2 Definition des Versicherungsbegriffes
- 2.3 Der Versicherungsmarkt und typische Informationsmängel
- 2.1 Zentrale Begriffe
- 3. Prinzipal-Agent Theorie
- 3.1 Verborgene Handlungen und verborgene Informationen
- 3.2 Verborgene Eigenschaften
- 3.3 Verborgene Absichten
- 4. Informationsasymmetrien auf Versicherungsmärkten
- 4.1 Adverse Selektion
- 4.1.1 Allgemeine Betrachtung
- 4.1.2 Versicherungsmarktspezifische Betrachtung
- 4.1.3 Bekämpfungsmöglichkeiten
- 4.2 Moralisches Risiko
- 4.2.1 Allgemeine Betrachtung
- 4.2.2 Versicherungsmarktspezifische Betrachtung
- 4.2.2.1 Einordnung des Versicherungsbetruges
- 4.2.2.2 Arten des Versicherungsbetruges
- 4.2.3 Bekämpfungsmöglichkeiten
- 4.1 Adverse Selektion
- 5. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung in der Versicherungswirtschaft und zielt darauf ab, differenzierte Bekämpfungsmöglichkeiten für die verschiedenen Erscheinungsformen und deren Ursachen zu entwickeln. Dabei werden die grundlegenden Merkmale der Versicherungswirtschaft, die Prinzipal-Agent Theorie und die Phänomene adverse Selektion und moralisches Risiko im Kontext des Versicherungsmarktes untersucht.
- Grundlagen und Definition von Versicherung
- Die Prinzipal-Agent Theorie
- Adverse Selektion
- Moralisches Risiko
- Bekämpfungsmöglichkeiten von Informationsasymmetrien
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt die Problematik der Informationsasymmetrie in der Versicherungswirtschaft dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Kapitel 2 führt in die grundlegenden Begriffe und Definitionen der Versicherungswirtschaft ein, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Problematik der Informationsmängel im Versicherungsmarkt gelegt wird. Kapitel 3 befasst sich mit der Prinzipal-Agent Theorie und untersucht die verschiedenen Arten von Informationsasymmetrien, die in diesem Kontext auftreten können.
Kapitel 4 untersucht die Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf Versicherungsmärkten. Es werden die Phänomene adverse Selektion und moralisches Risiko unterschieden und sowohl allgemein als auch versicherungsmarktspezifisch analysiert. Die verschiedenen Formen der Informationsasymmetrie werden dabei ausführlich betrachtet, um anschließend differenzierte Bekämpfungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Informationsasymmetrie, Versicherungswirtschaft, Adverse Selektion, Moralisches Risiko, Prinzipal-Agent Theorie, Bekämpfungsmöglichkeiten, Versicherungsbetrug und Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Was ist "Adverse Selektion" in der Versicherungswirtschaft?
Es beschreibt das Phänomen, dass vor Vertragsabschluss vor allem Personen mit hohen Risiken eine Versicherung suchen, während gute Risiken fernbleiben, weil die Informationen asymmetrisch verteilt sind.
Was versteht man unter "Moralischem Risiko" (Moral Hazard)?
Moral Hazard tritt nach Vertragsabschluss auf, wenn Versicherte ihr Verhalten ändern (z. B. weniger vorsichtig sind), weil sie wissen, dass der Schaden von der Versicherung gedeckt ist.
Wie hilft die Prinzipal-Agent-Theorie beim Verständnis von Versicherungen?
Sie analysiert das Verhältnis zwischen Versichertem (Agent) und Versicherung (Prinzipal), wobei der Agent oft einen Informationsvorsprung hat, den er zu seinem Vorteil nutzen kann.
Welche Maßnahmen gibt es gegen Versicherungsbetrug?
Versicherungen nutzen Selbstbeteiligungen, Risiko-Check-ups, Bonus-Malus-Systeme und spezialisierte Prüfverfahren zur Betrugserkennung.
Warum sind vollständige Informationen auf Versicherungsmärkten kaum möglich?
Da individuelle Risikofaktoren (wie Lebensstil oder verborgene Krankheiten) oft nur dem Kunden bekannt sind und für die Versicherung teuer oder rechtlich schwierig zu ermitteln sind.
- Quote paper
- Vanessa Misiek (Author), 2005, Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft - Eine ökonomische Untersuchung über Arten, Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46424