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Die Selektionsfunktion von Schule im Wandel der Zeit. Homogene Lerngruppen in Zeiten zunehmend heterogener Gesellschaften?

Titel: Die Selektionsfunktion von Schule im Wandel der Zeit. Homogene Lerngruppen in Zeiten zunehmend heterogener Gesellschaften?

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten

Autor:in: Marcel Kling (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob das deutsche Schulsystem mit seinen Selektionsmechanismen tatsächlich allen Schülern aus allen sozialen Schichten die gleichen Bildungschancen einräumt, so wie es nach dem im Grundgesetz verankerten Prinzip der Chancengleichheit eigentlich Standard sein müsste. Dieser Frage wurde nicht zuletzt durch den PISA-Schock 2000 große Bedeutung in der Forschung zuteil, sie hat zudem heute wohl größere Bedeutung denn je.

Zurecht wird hinterfragt, ob homogene Lerngruppen aufgrund der anwachsenden kulturellen und sozialen Heterogenität in der deutschen Gesellschaft noch zeitgemäß sind, während in vielen anderen Bereichen Integration eine immer bedeutsamere Position einnimmt. Man muss sich also fragen, ob schulische Selektion gleichzeitig soziale Segregation bedeutet und ob in Deutschland zu wenig Wert auf integratives Unterrichten gelegt wird. Auch die Wissenschaft beschäftigt sich ausgiebig mit dem Thema, seit 2000 hat sich Forschungslage stark verbessert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schulische, rechtliche und gesellschaftliche Voraussetzungen

2.1 Gesellschaftliche Funktionen von Schule

2.2 Die Selektionsfunktion und ihre Mechanismen

2.3 Das Recht auf Chancengleichheit

2.4 Soziale Herkunft

3. Chancen und Risiken der Bildungsselektion

3.1 Zusammensetzung der Schülerschaft

3.2 Beurteilungen beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe

3.3 Die weiteren Aussichten ab Jahrgangsstufe 5

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das deutsche Schulsystem mit seinen Selektionsmechanismen dem im Grundgesetz verankerten Prinzip der Chancengleichheit gerecht wird oder ob schulische Selektion zu einer sozialen Segregation beiträgt, die Bildungschancen ungleich verteilt.

  • Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
  • Mechanismen der schulischen Selektion im deutschen Bildungssystem
  • Einfluss der Zusammensetzung von Lerngruppen auf die Leistung
  • Rolle der Lehrerprognosen und Erwartungseffekte bei Schullaufbahnempfehlungen
  • Vergleich der Selektionszeitpunkte im internationalen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2 Beurteilungen beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe

Hartmut Ditton beschreibt die bereits 1974 von Raymond Boudon definierten primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft, die beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule sichtbar werden. Mit den primären Effekten ist gemeint, dass Kinder aus höheren sozialen Schichten ohnehin bevorteilt sind, weil sie – und das wurde bereits nachgewiesen – ein höheres Leistungsniveau haben und dadurch gute Erfolge erzielen. Sie beziehen sich also auf die Bildung, welche das Kind schon Zuhause erfährt. Entsprechend groß ist die Wahrscheinlich, dass ihnen ein hoher Bildungsweg, also der Wechsel auf das Gymnasium, empfohlen wird. Bei den sekundären Effekten spielt das Leistungsvermögen eher weniger eine Rolle, sondern es geht um Entscheidungseffekte. So werden Eltern aus höheren Schichten auch bei schlechteren Leistungen ihres Kindes eher darauf drängen, dass die Schullaufbahn auf dem Gymnasium fortgesetzt wird. Auch die Lehrer neigen in solchen Fällen eher zu positiven Prognosen, die sie auf das häusliche Bildungspotenzial zurückführen, als bei Kindern mit sozial schwächerer Herkunft. Ditton spricht deshalb davon, „dass zwar nominell Chancengleichheit besteht, faktisch allerdings die oberen Schichten auch unabhängig von erreichten Leistungen mehr Chancen auf anspruchsvollere Bildungswege erhalten und wahrnehmen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert, ob das deutsche Schulsystem allen Schülern gleiche Bildungschancen ermöglicht oder durch Selektionsmechanismen soziale Segregation befördert.

2. Schulische, rechtliche und gesellschaftliche Voraussetzungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie die Selektionsfunktion von Schule, das Recht auf Chancengleichheit und der Begriff der sozialen Herkunft definiert.

3. Chancen und Risiken der Bildungsselektion: Hier werden empirische Studien diskutiert, die beleuchten, wie sich die Zusammensetzung der Schülerschaft, Lehrerbeurteilungen beim Übergang und die weitere Schullaufbahn auf Bildungschancen auswirken.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass soziale Herkunft den Bildungserfolg maßgeblich beeinflusst und die frühe Selektion im deutschen System die Ungleichheit eher zu verstärken scheint.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Selektionsfunktion, soziale Herkunft, Bildungsselektion, soziale Segregation, deutsches Schulsystem, Primäre Effekte, Sekundäre Effekte, PISA-Studie, Lehrerprognosen, homogene Lerngruppen, Bildungschancen, Schullaufbahn, soziale Herkunft, negative Auslese

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das deutsche Schulsystem unter dem Aspekt, ob die angewandten Selektionsmechanismen mit dem verfassungsrechtlich verankerten Prinzip der Chancengleichheit vereinbar sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, die Auswirkungen der schulischen Selektion sowie die soziale Segregation innerhalb des Bildungswesens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob sich homogene Lerngruppen in Zeiten zunehmend heterogener Gesellschaften noch mit dem Prinzip der Chancengleichheit vereinbaren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auswertung empirischer Studien und Befunde, wie etwa der PISA-Studien oder Untersuchungen von Autoren wie Ditton, Schümer und Tillmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den gesellschaftlichen Funktionen von Schule, den Mechanismen der Selektion, der Rolle des Elternhauses sowie den Effekten beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Chancengleichheit, Selektionsmechanismen, soziale Segregation, primäre und sekundäre Herkunftseffekte sowie die Schullaufbahnempfehlung.

Was versteht die Arbeit unter "primären" und "sekundären" Effekten?

Primäre Effekte beziehen sich auf das bereits vorhandene Leistungsniveau des Kindes aus dem häuslichen Umfeld, während sekundäre Effekte die bewussten Bildungsentscheidungen der Eltern unabhängig von der Leistung beschreiben.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkräfte?

Die Arbeit verweist auf Erwartungseffekte (Self-fulfilling-prophecy), bei denen Lehrkräfte Schüler aus bildungsnahen Familien bei gleicher Leistung eher für das Gymnasium empfehlen als Kinder aus sozial schwächeren Schichten.

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Details

Titel
Die Selektionsfunktion von Schule im Wandel der Zeit. Homogene Lerngruppen in Zeiten zunehmend heterogener Gesellschaften?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Autor
Marcel Kling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V463745
ISBN (eBook)
9783668913844
ISBN (Buch)
9783668913851
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selektionsfunktion schule wandel zeit homogene lerngruppen zeiten gesellschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Kling (Autor:in), 2015, Die Selektionsfunktion von Schule im Wandel der Zeit. Homogene Lerngruppen in Zeiten zunehmend heterogener Gesellschaften?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463745
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Leseprobe aus  14  Seiten
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