Der Geistertanz war ein religiöser Krisenkult, welcher ein letztes Aufbäumen der amerikanischen Ureinwohner gegen die Unterwerfung und Zerstörung der indianischen Lebensgrundlagen und Stammeskulturen innerhalb der USA darstellte.
Um das Jahr 1890 herum nahm in der Pine Ridge Gegend der Einfluss der spirituellen Bewegung des Geistertanzes überhand, weswegen sich die US-amerikanische Regierung Sorgen um die Folgen dessen machte. Die schnelle Verbreitung des Geistertanzes lag an den sehr schlechten Verhältnissen in den Reservate, ausgelöst durch die Landesübernahme und Gesetzesänderungen der US-amerikanischen Regierung. „Die Ursache dafür, daß der Geistertanz so schnell übernommen wurde, lag vor allem in der Hoffnung auf Vertreibung aller Nichtindianer (durch übernatürliche Kräfte) und auf die Rückkehr der Toten und Tiere, besonders der Büffel, deren plötzliches Verschwinden binnen weniger Jahre einer ganzen Kultur die Existenzgrundlage raubte. Es war, kurz gesagt, die Hoffnung auf die Wiederherstellung der „alten Lebensweise“ vor der europäischen Besiedlung“. Ziel dieser Bewegung war die Erschaffung einer neuen gesellschaftlichen Form, welche durch eine übernatürliche Säuberung oder mittels Gewalt heraufbeschworen werden sollte.
Nun stellt sich die Frage, wie genau die Geistertänze abliefen und welche Merkmale sie trugen. Wer hatte die Idee und wie verbreitete sich diese in den Reservaten? Wie sahen die Geistertanzbewegungen aus? Gab es bestimmte Charakteristika für die Bewegung und unterschieden sich diese in den zwei Geistertänzen?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erster Geistertanz von 1870
- Zweiter Geistertanz von 1890
- Charakteristika der Geistertanzbewegung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Geistertanz, einem religiösen Krisenkult der nordamerikanischen Ureinwohner im späten 19. Jahrhundert. Sie analysiert die Entstehung, Verbreitung und Charakteristika des Geistertanzes, insbesondere im Kontext der schwierigen Lebensbedingungen und der Unterdrückung, die die Indianer durch die US-amerikanische Regierung erlebten. Die Arbeit konzentriert sich auf die beiden wichtigsten Geistertanzbewegungen von 1870 und 1890, die jeweils von unterschiedlichen Propheten initiiert wurden.
- Die Entstehung des Geistertanzes als Reaktion auf die Unterwerfung und Zerstörung der indianischen Lebensgrundlagen
- Die Prophezeiungen des Geistertanzes, die Hoffnung auf Erlösung und Freiheit versprachen
- Die Merkmale und Rituale des Geistertanzes
- Die Verbreitung und der Einfluss des Geistertanzes in verschiedenen Indianerstämmen
- Die Bedeutung des Geistertanzes als Ausdruck des Widerstandes und der kulturellen Identität der Ureinwohner
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung präsentiert den Geistertanz als religiösen Krisenkult der amerikanischen Ureinwohner, der in der Hoffnung auf Erlösung und Freiheit entstand. Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Geistertanzbewegung, die Herausforderungen, denen die Indianer im späten 19. Jahrhundert gegenüberstanden, und die Frage, wie sich der Geistertanz in verschiedenen Stämmen verbreitete.
Erster Geistertanz von 1870
Dieses Kapitel beschreibt den ersten Geistertanz, der seinen Ursprung bei den Paiute in Nevada hatte. Der Prophet Wodziwob prophezeite die Rückkehr der Toten und die Vernichtung aller Nichtindianer. Der Geistertanz, der von Wodziwob eingeführt wurde, bestand aus einem Kreisritual mit Tanz und Gesang und verbreitete sich im Großen Becken. Die Prophezeiung von Wodziwob ging jedoch nicht in Erfüllung, und der Geistertanz endete im Jahre 1872.
Zweiter Geistertanz von 1890
Dieser Teil der Arbeit befasst sich mit dem zweiten Geistertanz, der in der Pine Ridge Gegend Verbreitung fand und zu einer bedeutenden spirituellen Bewegung wurde. Die schlechte Situation in den Reservaten und die Hoffnung auf die Rückkehr der alten Lebensweise führten zur raschen Verbreitung des Geistertanzes. Die US-Regierung sah in der Bewegung eine Gefahr und reagierte mit militärischer Gewalt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter, die den Geistertanz beschreiben, sind: **amerikanischer Ureinwohner, Krisenkult, religiöse Bewegung, Prophezeiung, Erlösung, Freiheit, Widerstand, Tradition, Kultur, Unterdrückung, Identität, Reservate, US-amerikanische Regierung, Geistertanzlied, Tanzritual, Trance, Vision, Hoffnung, Tod, Wiederkehr.** Diese Begriffe spiegeln die zentralen Themen der Arbeit wider und bieten einen Einblick in die Komplexität des Geistertanzes als kulturelles und historisches Phänomen.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Geistertanz der amerikanischen Ureinwohner?
Der Geistertanz war ein religiöser Krisenkult am Ende des 19. Jahrhunderts, der als spiritueller Widerstand gegen die Zerstörung der indianischen Lebensgrundlagen diente.
Was versprachen die Prophezeiungen des Geistertanzes?
Die Anhänger hofften auf die Rückkehr der Toten, das Wiedererscheinen der Büffelherden und die Vertreibung der weißen Siedler durch übernatürliche Kräfte.
Worin unterschieden sich die Bewegungen von 1870 und 1890?
Die erste Bewegung von 1870 entsprang bei den Paiute (Prophet Wodziwob), während die zweite von 1890 (Prophet Wovoka) eine noch größere politische und militärische Tragweite erreichte.
Wie reagierte die US-Regierung auf den Geistertanz?
Die Regierung sah in der Bewegung eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung und reagierte insbesondere 1890 mit massiver militärischer Gewalt.
Welche Rolle spielten Trance und Visionen im Kult?
Durch spezielle Tanzrituale versuchten die Teilnehmer in Trancezustände zu gelangen, um Visionen von verstorbenen Ahnen und einer geheilten Welt zu empfangen.
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- Jean Paulus (Author), 2018, Der Geistertanz. Ein Krisenkult mit der Hoffnung auf Erlösung und Freiheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463194