Die Seminararbeit behandelt die Konstruktion und Regulierung von Pfandbriefen und Asset-Backed-Securities. Sie erläutert die rechtlichen Grundstrukturen und untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Insolvenzrecht, sowie im Kapitalmarkt- und Bankenaufsichtsrecht.
Zunächst sollen dabei beide Finanzierungsinstrumente kurz vorgestellt werden, um anschließend ihre Grundstrukturen zu vergleichen. Der darauffolgende Abschnitt widmet sich der Insolvenzsicherheit beider Anlageformen. Im dritten Teil der Arbeit werden die kapitalmarkt- und bankenaufsichtsrechtliche Regulierung von Pfandbriefen und ABS vergleichend analysiert.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einführung
- II. Grundstrukturen von Pfandbriefen und ABS
- 1. Pfandbriefe
- a) Grundlagen
- b) Vorteile
- c) Rechtliche Ausgestaltung durch das PfandBG
- aa) Pfandbriefbank
- bb) Rechtliche Einordnung des Pfandbriefes
- cc) Deckungsmasse
- 2. Asset-Backed-Securities
- a) Grundlagen
- b) Vorteile
- c) Rechtliche Rahmenbedingungen
- aa) Forderungsabtretung
- bb) Rechtsform der Zweckgesellschaft und Wertpapieremission
- cc) Verwaltung der Forderungen durch den Servicer
- 3. Vergleich der Grundstrukturen von Pfandbriefen und ABS
- 1. Pfandbriefe
- III. Insolvenzrechtliche Untersuchung
- 1. Insolvenz des sich refinanzierenden Unternehmens
- a) Pfandbriefe
- aa) Risiken und Schutzmechanismen im Vorfeld
- bb) Folgen des Insolvenzeintritts - Sachwalterverfahren
- b) ABS
- aa) Risiken bei Buchgrundschulden als Vermögensgegenstände
- bb) Umqualifizierungsrisiko des Schuldverhältnisses
- cc) Risiko des Insolvenzverwalterwahlrechts nach § 103 InsO
- dd) Risiko der unvollständigen Trennung
- ee) Risiko der Insolvenzanfechtung
- c) Vergleich: Insolvenz des sich refinanzierenden Unternehmens
- a) Pfandbriefe
- 2. Insolvenz der Deckungsmasse
- a) Pfandbriefe
- b) ABS
- c) Vergleich: Insolvenz der Deckungsmasse
- 3. Ergebnis der insolvenzrechtlichen Untersuchung
- 1. Insolvenz des sich refinanzierenden Unternehmens
- IV. Kapitalmarkt- und bankaufsichtsrechtliche Analyse
- 1. Gewährleistung von Transparenz
- a) Publizitätsvorschriften
- aa) Prospektpflicht
- bb) Spezielle Publizitätsvorschriften hinsichtlich der Deckungsmasse
- b) Regulierung von strukturbedingten Intransparenzen
- a) Publizitätsvorschriften
- 2. Aufsicht und Vorgaben zum Risikomanagement
- a) Erlaubnispflicht
- b) Laufende Aufsicht durch einen Treuhänder
- c) Laufende staatliche Aufsicht
- d) Verpflichtung zum Risikomanagement
- 3. Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten
- 4. Besonderheiten bei Kreditinstituten als Investoren
- a) Begrenzung des Anlageverhaltens
- b) Überwachung der Risiken
- c) Eigenkapitalunterlegung
- d) Notenbankfähigkeit
- 5. Strafrecht
- 6. Ergebnis der kapitalmarkt- und bankaufsichtsrechtlichen Analyse
- 1. Gewährleistung von Transparenz
- V. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Konstruktion und Regulierung von Pfandbriefen und Asset-Backed-Securities (ABS). Dabei wird sowohl die rechtliche Ausgestaltung der beiden Finanzinstrumente beleuchtet, als auch die relevanten aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen analysiert.
- Rechtliche Konstruktion und Regulierung von Pfandbriefen und ABS
- Insolvenzrechtliche Aspekte bei Pfandbriefen und ABS
- Kapitalmarkt- und bankaufsichtsrechtliche Analyse von Pfandbriefen und ABS
- Transparenz und Risikomanagement im Zusammenhang mit Pfandbriefen und ABS
- Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die beiden Finanzinstrumente Pfandbrief und ABS. In diesem Kapitel werden die Grundstrukturen und wesentlichen Merkmale der beiden Produkte erläutert. Das zweite Kapitel befasst sich mit der rechtlichen Ausgestaltung der Pfandbriefe, wobei insbesondere die Regelungen des Pfandbriefgesetzes (PfandBG) behandelt werden. Anschließend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für Asset-Backed-Securities erläutert, wobei insbesondere die Themen der Forderungsabtretung, der Rechtsform der Zweckgesellschaft und der Verwaltung der Forderungen durch den Servicer im Vordergrund stehen. Im dritten Kapitel erfolgt ein Vergleich der Grundstrukturen von Pfandbriefen und ABS.
Der Schwerpunkt des dritten Kapitels liegt auf der insolvenzrechtlichen Betrachtung von Pfandbriefen und ABS. Dabei wird die Insolvenz des sich refinanzierenden Unternehmens sowie die Insolvenz der Deckungsmasse untersucht. Die Analyse beleuchtet die spezifischen Risiken, Schutzmechanismen und Folgen der jeweiligen Insolvenzszenarien für beide Finanzinstrumente.
Das vierte Kapitel widmet sich der kapitalmarkt- und bankaufsichtsrechtlichen Analyse von Pfandbriefen und ABS. Dabei wird die Gewährleistung von Transparenz durch Publizitätsvorschriften und die Regulierung von strukturbedingten Intransparenzen betrachtet. Weiterhin werden die Aufsicht und Vorgaben zum Risikomanagement, die Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten sowie die Besonderheiten bei Kreditinstituten als Investoren beleuchtet.
Schlüsselwörter
Pfandbrief, Asset-Backed-Securities (ABS), Finanzinstrumente, Rechtliche Konstruktion, Regulierung, Insolvenzrecht, Kapitalmarktrecht, Bankaufsichtsrecht, Transparenz, Risikomanagement, Eigenkapitalausstattung, Kreditinstitute
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Pfandbriefen und ABS?
Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die durch eine gesetzlich definierte Deckungsmasse besichert sind und auf dem Pfandbriefgesetz basieren. Asset-Backed-Securities (ABS) sind forderungsbesicherte Wertpapiere, bei denen Zahlungsansprüche gegen einen Pool von Vermögenswerten (z. B. Kredite) verbrieft werden.
Wie sind Pfandbriefe gegen Insolvenz geschützt?
Pfandbriefe bieten eine hohe Insolvenzsicherheit durch das Vorrecht der Pfandbriefgläubiger an der Deckungsmasse, die im Falle einer Insolvenz der Bank als Sondervermögen behandelt wird.
Welche Risiken bestehen bei ABS-Konstruktionen?
Zu den Risiken zählen das Umqualifizierungsrisiko des Schuldverhältnisses, das Risiko der unvollständigen Trennung („True Sale“) und mögliche Anfechtungsrisiken im Insolvenzfall des Verkäufers der Forderungen.
Welche Rolle spielt die Bankenaufsicht bei diesen Finanzinstrumenten?
Die Aufsicht regelt die Eigenkapitalunterlegung, Transparenzvorschriften (Prospektpflicht) und das Risikomanagement. Pfandbriefe unterliegen zudem einer laufenden staatlichen Aufsicht und der Kontrolle durch einen Treuhänder.
Was bedeutet „Notenbankfähigkeit“ im Zusammenhang mit Pfandbriefen?
Notenbankfähigkeit bedeutet, dass diese Wertpapiere von Kreditinstituten als Sicherheiten bei Zentralbanken (z. B. der EZB) für Refinanzierungsgeschäfte hinterlegt werden können, was ihre Liquidität erhöht.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2010, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Konstruktion und Regulierung von Pfandbriefen und Asset-Backed-Securities, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461887