Die Forschungsarbeit untersucht die Verschränkung der Existenz eines Mädchens mit dem (Un-)Wetter in der Erzählung "Kazensilber" von Adalbert Stifter. Dabei wird in erster Linie die Frage geklärt, ob die Erzählung eine Versöhnlichkeit von Natur und Gesellschaft zulässt.
Die Erzählung "Kazensilber", 1853, an zweiter Stelle in den zweiten Band von Bunte Steine eingerückt, unterscheidet sich bezüglich der Entstehungsgeschichte von allen anderen in Buchform gesammelt gedruckten Texten Stifters dadurch, dass dieser Text zuvor nicht in einer Zeitschrift publiziert wurde.
"Kazensilber" handelt von einer Familie mit drei Kindern, welche die Sommermonate in der Natur mit der Großmutter und die Wintermonate in der Stadt mit den Eltern verbringen. Bei sommerlichen Ausflügen erzählt die Großmutter die Kinder sagenartige Geschichten und sie treffen auf das "braune Mädchen". Das Mädchen beschützt bei zwei Naturkatastrophen die zivilisierte Familie und soll in diese integriert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Entwicklung „des braunen Mädchens“ vom Wildfang zum Fräulein
- Äußeres Erscheinungsbild
- Soziale Interaktion
- Verbindung „des braunen Mädchens“ zu Sigismund als „Braunköpfchen“
- Meteorologie in Kazensilber mit Fokus auf Wolkenlehre
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Konflikt zwischen Natur und Gesellschaft in Adalbert Stifters Erzählung „Kazensilber“. Im Zentrum der Analyse steht die Figur des „braunen Mädchens“, ein Wildfang, der in die zivilisierte Welt integriert werden soll. Die Forschungsfrage lautet: Kann die Gewalt der Natur in menschlicher Erscheinungsform in eine Zivilisation eingebunden werden?
- Das „braune Mädchen“ als Symbol für die Verbindung von Natur und Gesellschaft
- Die Rolle von Naturkatastrophen in der Erzählung
- Die Bedeutung von Märchen und Sagen im Kontext von Kazensilber
- Die Entwicklung der Figur des „braunen Mädchens“ vom Wildfang zum Fräulein
- Stifters literarische Darstellung von Natur und Zivilisation
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in Adalbert Stifters Erzählung „Kazensilber“ ein und stellt den Kontext des Biedermeier und Stifters Sicht auf Natur und Gesellschaft dar. Dabei wird Stifters „Sanftes Gesetz“ aus seiner Vorrede zu „Bunte Steine“ als zentrale Maxime vorgestellt. Die Entstehung und Einordnung von „Kazensilber“ im Werk Stifters wird beleuchtet, wobei die Inspirationsquellen und das genaue Entstehungsdatum des Textes besprochen werden.
Entwicklung „des braunen Mädchens“ vom Wildfang zum Fräulein
Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung der Figur des „braunen Mädchens“ und konzentriert sich auf ihre Darstellung als Wildfang und die Herausforderungen ihrer Integration in die Gesellschaft. Die Beschreibung ihres Äußeren und ihrer sozialen Interaktionen wird analysiert und im Kontext der damaligen Zeit interpretiert.
Verbindung „des braunen Mädchens“ zu Sigismund als „Braunköpfchen“
Dieses Kapitel fokussiert auf die Beziehung zwischen dem „braunen Mädchen“ und dem Jungen Sigismund. Es wird analysiert, wie diese Beziehung die Integration des „braunen Mädchens“ in die Zivilisation beeinflusst und welche Rolle die Natur in dieser Beziehung spielt.
Meteorologie in Kazensilber mit Fokus auf Wolkenlehre
In diesem Kapitel wird die Bedeutung der Naturgesetze und der Meteorologie in „Kazensilber“ untersucht. Der Fokus liegt auf der Wolkenlehre und ihrer Darstellung in der Erzählung. Die Beziehung zwischen Natur und Fortschritt wird beleuchtet, und es wird untersucht, wie diese Beziehung den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur beeinflusst.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Adalbert Stifter, Kazensilber, Natur, Gesellschaft, Zivilisation, Wildfang, „braunes Mädchen“, Integration, Naturkatastrophe, Märchen, Sagen, Meteorologie, Wolkenlehre, Biedermeier, „Sanftes Gesetz“.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Adalbert Stifters Erzählung „Kazensilber“?
Die Erzählung handelt von einer zivilisierten Familie, die in der Natur auf ein geheimnisvolles „braunes Mädchen“ trifft. Dieses rettet die Familie vor Naturkatastrophen und soll anschließend in die Gesellschaft integriert werden.
Was symbolisiert das „braune Mädchen“?
Das Mädchen steht als „Wildfang“ für die ungebändigte Natur. Ihre versuchte Integration symbolisiert den Konflikt und die mögliche Versöhnlichkeit zwischen Naturkräften und menschlicher Zivilisation.
Was besagt Stifters „Sanftes Gesetz“?
Stifters „Sanftes Gesetz“ beschreibt seine Sicht, dass das Große und Gewaltige (wie Stürme) weniger bedeutend ist als das Kleine, Beständige und Geregelte in Natur und Menschheit.
Welche Rolle spielt die Meteorologie in der Erzählung?
Die Arbeit analysiert Stifters Wolkenlehre und die Darstellung von Wetterphänomenen als Ausdruck göttlicher oder natürlicher Ordnung, die das Schicksal der Figuren beeinflusst.
Ist die Integration des Mädchens in die Gesellschaft erfolgreich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung vom Wildfang zum „Fräulein“ und hinterfragt kritisch, ob eine echte Versöhnung zwischen ihrer wilden Herkunft und der städtischen Zivilisation möglich ist.
- Quote paper
- Nadine Mallmann (Author), 2018, Das braune Mädchen - ein Wildfang. Versöhnlichkeit von Natur und Gesellschaft in Kazensilber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460638