Diese Forschungsarbeit wirft die Frage auf, welche Einflussfaktoren die Berufsentscheidung junger Frauen und Männer tangieren und ihnen damit ein Erklärungsbeitrag für die berufliche Geschlechtersegregation zukommt. Die Auseinandersetzung mit der Forschungsfrage geschieht anhand von drei Theoriesträngen, die in der wissenschaftlichen Literatur vorherrschen: der ökonomischen, der soziologischen sowie der psychologischen Perspektive. Jede dieser Theoriestränge rückt bestimmte Einflussfaktoren ins Zentrum, mithilfe derer die berufliche Geschlechtersegregation fundiert erläutert wird. Aufgrund der Theorienpluralität innerhalb eines Stranges fokussiert sich diese Arbeit auf die in der wissenschaftlichen Rezeption anerkanntesten Ansätze: Die Humankapitaltheorie, die Sozialisationstheorie sowie die Eingrenzungs- und Kompromisstheorie der Berufswahl werden im Folgenden vorgestellt und anschließend auf ihre empirische Gültigkeit überprüft.
Zur Beantwortung der vorliegenden Forschungsfrage wurde ein deskriptives Verfahren gewählt, um einen Überblick über die bedeutendsten Theorien sowie den aktuellen Forschungsstand zu geben. Diese Arbeit konzentriert sich zunächst auf das Phänomen der beruflichen GS und erläutert in diesem Rahmen unter anderem relevante Termini, Messverfahren sowie die historische Entwicklung. In einem nächsten Schritt werden sowohl nachfrage- als auch angebotsseitige Berufswahltheorien vorgestellt und kritisch diskutiert. Auf dieser Basis erfolgt die Herausbildung der Hypothesen, die anhand von anschließend dargestellten Forschungsarbeiten überprüft werden. Ein Fazit fasst schließlich die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
- Berufswünsche, Berufswahl und Geschlechtersegregation
- Der deutsche Arbeitsmarkt und die berufliche Geschlechtersegregation
- Berufswahltheorien
- Nachfrageseitige Ansätze
- Angebotsseitige Berufswahltheorien
- Ökonomische Ansätze: Humankapitaltheorie
- Soziologische Ansätze: Sozialisationstheorie
- Psychologische Ansätze: Eingrenzungs- und Kompromisstheorie der Berufswahl
- Zwischenfazit und forschungsleitende Hypothesen
- Empirische Evidenz ausgewählter nachfrage- und angebotsseitiger Determinanten der Berufswahl
- Nachfrageseitige Forschungsbefunde
- Angebotsseitige Forschungsbefunde
- Empirische Gültigkeit der Humankapitaltheorie
- Empirische Gültigkeit der Sozialisationstheorien
- Empirische Gültigkeit der Eingrenzungs- und Kompromisstheorie der Berufswahl
- Fazit: Berufswahl als Zusammenspiel mehrerer Einflussfaktoren
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der beruflichen Geschlechtersegregation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Sie analysiert die Determinanten der geschlechtsspezifischen Berufswahl und untersucht, welche Einflussfaktoren die Berufsentscheidungen junger Frauen und Männer prägen. Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Geschlechtersegregation im Berufsleben zu gewinnen.
- Die Persistenz der beruflichen Geschlechtersegregation in Deutschland
- Die Rolle von Berufswünschen und Präferenzen bei der Berufswahl
- Die Bedeutung von ökonomischen, soziologischen und psychologischen Ansätzen zur Erklärung der Berufswahl
- Die empirische Evidenz für die Gültigkeit verschiedener Berufswahltheorien
- Der Einfluss von nachfrage- und angebotsseitigen Determinanten auf die Berufswahl
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel führt in das Thema der beruflichen Geschlechtersegregation ein und beschreibt die Problematik der geschlechtsspezifischen Berufswahl. Es wird auf die Bedeutung der Berufsentscheidung und die Folgen einer geschlechtsspezifischen Berufswahl, wie die Gender Pay Gap, eingegangen.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel befasst sich mit der Situation der beruflichen Geschlechtersegregation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Es werden statistische Daten und Trends zur geschlechtsspezifischen Verteilung der Erwerbstätigen vorgestellt.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Übersicht über verschiedene Berufswahltheorien. Es werden ökonomische, soziologische und psychologische Ansätze zur Erklärung der Berufswahl vorgestellt, darunter die Humankapitaltheorie, die Sozialisationstheorie und die Eingrenzungs- und Kompromisstheorie.
- Kapitel 4: In diesem Kapitel wird die empirische Gültigkeit der in Kapitel 3 vorgestellten Berufswahltheorien untersucht. Es werden Forschungsbefunde zu nachfrage- und angebotsseitigen Determinanten der Berufswahl analysiert.
Schlüsselwörter
Berufliche Geschlechtersegregation, Berufswahl, Berufsentscheidung, Einflussfaktoren, Humankapitaltheorie, Sozialisationstheorie, Eingrenzungs- und Kompromisstheorie, Empirische Evidenz, Gender Pay Gap.
Häufig gestellte Fragen
Was ist berufliche Geschlechtersegregation?
Es bezeichnet die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen auf verschiedene Berufe und Branchen am Arbeitsmarkt.
Welche Theorien erklären die geschlechtsspezifische Berufswahl?
Wichtige Ansätze sind die ökonomische Humankapitaltheorie, die soziologische Sozialisationstheorie und die psychologische Eingrenzungs- und Kompromisstheorie.
Welchen Einfluss hat die Sozialisation auf die Berufswahl?
Die Sozialisationstheorie besagt, dass Rollenbilder und Erwartungen der Gesellschaft bereits früh die Interessen und Präferenzen von Jungen und Mädchen prägen.
Was besagt die Humankapitaltheorie?
Sie geht davon aus, dass Individuen rationale Entscheidungen über ihre Ausbildung treffen, basierend auf erwarteten Erträgen und der Vereinbarkeit mit Lebensentwürfen (z.B. Familienplanung).
Wie wirkt sich die Segregation auf den Gender Pay Gap aus?
Da "Frauenberufe" oft schlechter bezahlt werden als "Männerberufe", trägt die berufliche Segregation wesentlich zum Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern bei.
- Quote paper
- Sandra Heimrich (Author), 2017, Die berufliche Geschlechtersegregation als persistentes Phänomen des deutschen Arbeitsmarkts. Einflussfaktoren auf die geschlechtsspezifische Berufswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459835