Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Sachsen und das Reich der Franken. Kirchliche Organisierung. Die Bistümer Paderborn Halberstadt

Title: Die Sachsen und das Reich der Franken. Kirchliche Organisierung. Die Bistümer Paderborn Halberstadt

Academic Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplomkaufmann, Magister Artium René Bräunig (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit soll es sein, an den Beispielen der Bistumsgründungen von Paderborn und Halberstadt die Rolle des Bistums bei der Festigung der fränkischen Herrschaft im sächsischen Stammesgebiet zu klären.

Die gesellschaftliche Ordnung der Franken ruhte in der Karolingerzeit auf den Säulen Königtum, Grafschaft und Bistum.
An die Stelle der sächsischen Gaue waren von der fränkischen Verwaltung im Zuge der Eroberung neue raumpolitische Organisationen gesetzt worden: im kirchlichen Bereich das Bistum und das Kirchspiel der Taufkirche (Urpfarr- bzw. Mutterkirche) und der daraus entwickelte Dekanat bzw. Archdiakonat, im Bereich der Rechtsprechung und der fiskalischen Verwaltung der Komitat, die Grafschaft, die auch für das militärische Aufgebot zuständig war. Darüber stand, zunächst als rein militärische Institution, das Herzogtum.
Das Bistum war der Gerichts- und Verwaltungsbezirk des Bischofs, gleichbedeutend mit der Diözese. Mehrere Bistümer sind in der Regel zusammengefaßt zu einer Kirchenprovinz unter der Oberleitung eines Metropoliten, des Vorstehers des Erzbistums.
Diese Herrschaftsgebiete sind im Zuge der Institutionalisierung der katholischen Kirche bereits im 4. Jahrhundert genauer abgegrenzt. Zentrum war eine civitas (römische Stadt).
„Die bischöfliche Gewalt umfaßte Priesterweihe, kirchliche Aufsicht über die Pfarreien, Visitationspflicht in allen Klöstern und Rechtsprechung. Zumal sie (die Bischöfe, der Verfasser) aus den mächtigsten Familien eines Reiches kamen, waren sie keineswegs nur geistliche Instanzen, sondern Feudalherren, die auch weltliche Macht ausübten, über ihre Bischofsstadt, ihre Territorien (Hochstifte), ihre königlichen Lehen, als Reichsverweser, als Mitglied des Kronrates, als Kurfürsten usw.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE AUSWAHL DER BISCHOFSSITZE

Frühe Missionsversuche

3. DIE QUELLEN ÜBER DIE SACHSENKRIEGE UND DIE MISSIONIERUNG

a.) Zeitgenössische Quellen

1.) Die Briefliteratur

2.) Karolingische Annalen

b.) Quellen bis zum 10. Jahrhundert

1.) Abhängige Werke

2. ) Selbständige Darstellungen

4. SYNODEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER MISSIONIERUNG DER SACHSEN

5. DIE FRÄNKISCHE KIRCHE UND DIE HEIDNISCHE RELIGION

a.) Der Weg der Christianisierung

b.) Veränderung im Recht der Sachsen

c.) Die dänische Rolle beim sächsischen Widerstand

6. PADERBORN

a.) Die Wahl des Ortes

b.) Die Dombauten in Sachsen

c.) Die Pfalz und die Bischofsstadt

d.) Zum Begriff der Grundherrschaft

e.) Der Papstbesuch 799

f.) Die kirchliche Organisierung

7. HALBERSTADT

a.) Die Vorbesiedlung des Halberstädter Raums

b.) Die Gründung des Bistums Halberstadt

c.) Die Bauten dse Bischofssitzes in der Frühphase

d.) Die Ausbauten zur Domkirche

e.) Der Dom von 859

f.) Die Stadtanlage

g.) Die ersten Bischöfe des Bistums Halberstadt

h.) Die Grenzen des Bistums Halberstadt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht an den konkreten Fallbeispielen der Bistumsgründungen von Paderborn und Halberstadt die entscheidende Rolle kirchlicher Institutionen bei der Festigung fränkischer Herrschaft innerhalb des sächsischen Stammesgebietes während der Karolingerzeit.

  • Die Rolle des Bistums als Säule der fränkischen Herrschaftsstruktur.
  • Untersuchung der Missionsstrategien und der Rolle angelsächsischer Missionare.
  • Vergleich der Bistumsgründungen und ihrer archäologischen sowie architektonischen Belege.
  • Analyse des Zusammenwirkens von Missionierung, Grundherrschaft und politischer Unterwerfung.
  • Kritische Aufarbeitung der zeitgenössischen Quellenlage zu den Sachsenkriegen.

Auszug aus dem Buch

Die kirchliche Organisierung

Durch die “Capitulatio de partibus saxoniae” wird der Unterhalt der Kirchen geregelt. Als Grundausstattung einer Kirche wird darin festgelegt, daß die Ansässigen 1 Hof, zwei Hufen Land sowie auf 120 Einwohner, egal ob Adeliger, Freier oder Liten einen Knecht und eine Magd zu stellen hatten. Im Frankenreich war für die neue sächsische Provinz vor allem das Großkonvent Fulda zuständig, das einem Missionsbezirk im engrisch-ostfälischen Raum an der oberen Weser und oberen Leine zwischen den heutigen Kassel, Minden, Hildesheim, Eschwege sowie dem Raum nördlich des Harzes umfaßte.

Der Großkonvent Fulda war bei ca. 360-400 Mönchen in der Lage 30-40 Missionare abzustellen, die teils noch vor dem kanonischen Alter von 30 Jahren geweiht, sicher um an der Sachsenmission teilzunehmen. Die Schlüsselfigur der Fuldaer Mission war Erkanbert, der Bruder des Abtes Bangulf von Fulda (780-82). Der Paderborner Raum und die Eresburg gehörten nicht zum Fuldaer Missionsbezirk. In Hameln und Brunshausen existierten monastische Dependanzen Fuldas. 144

Von seiten Luls und wohl auch Karls wurde die Errichtung einer sächsischen Kirchenprovinz angestrebt. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. 145

Die Pfarrseelsorge im Paderborner Gebiet wird abgesehen von den Königskirchen und auf der Eresburg von Beginn der Mission an der Würzburger Kirche zugeschrieben. Besonders viele Kilianskirchen existieren im östlichen Sachsen, in Steinheim, Schötmar (bei Salzuflen), Lüdgers, Höxter, Stadtoldendorf, Kerktorp. Es zeigt sich ein großer Einfluß Lüttichs. Der große Einfluß Liudgers zeigt sich auch darin, daß auch seine außersächsischen Bistümer in die Bistumsgründung mit einbezogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Forschungsfrage zur Rolle der Bistümer bei der Festigung der fränkischen Herrschaft im sächsischen Stammesgebiet.

2. DIE AUSWAHL DER BISCHOFSSITZE: Analyse der Kriterien bei der Standortwahl für Bistümer im Rahmen früher Missionsversuche.

3. DIE QUELLEN ÜBER DIE SACHSENKRIEGE UND DIE MISSIONIERUNG: Kritische Untersuchung der zeitgenössischen und nachfolgenden schriftlichen Überlieferungen zu den Ereignissen.

4. SYNODEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER MISSIONIERUNG DER SACHSEN: Darstellung der kirchlichen Versammlungen und ihrer Bedeutung für die gesetzliche Regelung der Mission.

5. DIE FRÄNKISCHE KIRCHE UND DIE HEIDNISCHE RELIGION: Untersuchung des Zusammenpralls unterschiedlicher Glaubenssysteme und der rechtlichen Veränderungen unter fränkischer Herrschaft.

6. PADERBORN: Detaillierte Analyse der Gründung, der architektonischen Entwicklung und der Funktion der Pfalz Paderborn.

7. HALBERSTADT: Analyse der Vorbesiedlung, der Bistumsgründung sowie der baulichen Entwicklung des Halberstädter Domareals.

Schlüsselwörter

Karolingerzeit, Sachsenmission, Paderborn, Halberstadt, fränkische Herrschaft, Christianisierung, Bistumsgründung, Capitulatio de partibus saxoniae, Grundherrschaft, Quellenkritik, Karl der Große, Missionsgeschichte, Kirchenprovinz, Sachsenkriege, Reliquientranslation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die gezielte Gründung von Bistümern durch die Franken dazu diente, die Macht über das neu eroberte sächsische Stammesgebiet dauerhaft zu sichern und zu strukturieren.

Welche Regionen stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die Analyse konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die beiden ostsächsischen Zentren Paderborn und Halberstadt.

Welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist es, die Rolle des Bistums als fundamentales Herrschaftsinstrument innerhalb der fränkischen Verwaltung im Sachsenland zu klären.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung der schriftlichen Quellenlage (Annalen, Briefliteratur, Heiligenviten) sowie auf archäologische Befunde zur Siedlungs- und Baugeschichte.

Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Quellenauswertung, den Synoden zur Sachsenmission, dem kulturellen Konflikt zwischen fränkischem Christentum und heidnischen Traditionen sowie der konkreten Bau- und Verwaltungsgeschichte in Paderborn und Halberstadt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Karolingerzeit, Sachsenmission, Bistumsgründung, fränkische Herrschaft, Kirchenorganisation und Paderborn/Halberstadt.

Warum war der Standort Paderborn für die Karolinger so bedeutsam?

Paderborn war aufgrund seiner Lage an der Schnittstelle wichtiger Handelswege und seiner Funktion als befestigte Pfalz sowie als Ort diplomatischer Begegnungen (z.B. Papstbesuch 799) ein strategisch unverzichtbarer Stützpunkt.

Welche Rolle spielten die "falschen" Chroniken bei der Überlieferung zu Halberstadt?

Der Autor weist darauf hin, dass viele der frühen Grenzbeschreibungen und Gründungsdetails aus Halberstadt erst aus späterer Zeit stammen oder gefälscht wurden, weshalb sie nur mit Vorbehalt für die Interpretation der Karolingerzeit genutzt werden dürfen.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Die Sachsen und das Reich der Franken. Kirchliche Organisierung. Die Bistümer Paderborn Halberstadt
College
Humboldt-University of Berlin  (Geschichte)
Course
Die Sachsen und das Reich der Franken
Grade
1,3
Author
Diplomkaufmann, Magister Artium René Bräunig (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V459100
ISBN (eBook)
9783668906761
ISBN (Book)
9783668906778
Language
German
Tags
Karolinger Sachsen Bistumsgründung Franken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplomkaufmann, Magister Artium René Bräunig (Author), 2003, Die Sachsen und das Reich der Franken. Kirchliche Organisierung. Die Bistümer Paderborn Halberstadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459100
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint