Seit der Veröffentlichung von Ulrich Bröcklings Werk "Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform" von 2007 haben sich die sozialen und ökonomischen Bedingungen sehr verändert. Es haben sich neue Trends und Strömungen herausgebildet. Deshalb wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, inwiefern das Konzept des "unternehmerischen Selbst" im gegenwärtigen Diskurs Anwendung findet und wie es sich seitdem weiterentwickelt hat.
Zuerst folgt eine inhaltliche Zusammenfassung der wesentlichen Argumente aus Bröcklings Werk. Danach folgt ein Vergleich mit einer ähnlichen Theorie, die des "Arbeitskraftunternehmers" von G. Günter Voß und Hans J. Pongratz (1998), die Bröcklings Werk voranging. Dazu wird Lothar Peters Aufsatz "Alte und neue Subjektivität von Arbeit" von 2003 herangezogen, da dieser einige Aspekte des "Arbeitskraftunternehmers" beschreibt.
Im nächsten Kapitel werden Rezensionen von Ulfried Geuter (2007), Harry Nutt (2007) und Andrea Strübe (2013), welche Bröcklings Arbeit bewerten, sowie die Artikel von Andrea Gatterburg (2012), Katharina Pernkopf-Konhäusner (2014) und Gisela Maria Freisinger (2015), welche Bröcklings Konzept aufgegriffen haben, zusammengefasst dargestellt.
Darauf folgt die Darstellung der theoretischen und empirischen Weiterentwicklungen. Zuerst wird Raphael Beers Aufsatz "Das Subjekt im Wandel der Zeit" (2014) zusammenfassend dargestellt. Darauf folgt Boris Traues Arbeit "Das Subjekt der Beratung" (2010). Nachfolgend werden die Inhalte aus Birgit Riegrafs, Dierk Spreens und Sabine Mehlmanns Einleitung zu ihrem Sammelband "Medien – Körper – Geschlecht" (2012) skizziert.
Im Anschluss wird Christina Schachtners und Nicole Dullers Aufsatz "Kommunikationsort Internet" (2014) summarisch dargelegt. Im vorletzten Abschnitt folgt eine Darstellung der zentralen Argumente aus Laura Glausers Abhandlung "Das Projekt des unternehmerischen Selbst" (2016). Mit Birgit Klostermeiers Studie "Das unternehmerische Selbst der Kirche" (2011) endet der Hauptteil. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Beantwortung der Forschungsfrage und einem Ausblick auf das Thema 360° Feedback.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fragestellung und Vorgehensweise
- Hauptteil
- Bröcklings Konzept des unternehmerischen Selbst
- Parallelen zum Begriff des „Arbeitskraftunternehmers“
- Rezensionen und mediale Diskussionen
- Theoretische und empirische Weiterentwicklungen
- Geschichtliche Hintergründe und Widersprüche des unternehmerischen Selbst
- Beratende Personen und Kreativität als Antreiber des unternehmerischen Selbst
- Medien als Räume der Subjektivierung
- Ökonomische Praktiken und die Folgen der Wettbewerbsförderung
- Projektarbeit und das unternehmerische Selbst im Bereich der Wissenschaft
- Das unternehmerische Selbst im Bereich des Coachings
- Das unternehmerische Selbst im Bereich der Kirche
- Schluss
- Resümee
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des "unternehmerischen Selbst" seit der Publikation von Ulrich Bröcklings Werk im Jahr 2007. Der Fokus liegt auf der Relevanz dieses Konzepts im gegenwärtigen Diskurs und untersucht, wie sich das "unternehmerische Selbst" in den letzten Jahren weiterentwickelt hat.
- Die Analyse der Konzeption des "unternehmerischen Selbst" nach Bröckling
- Die Untersuchung der Rezeption von Bröcklings Konzept in der Literatur
- Die Darstellung theoretischer und empirischer Weiterentwicklungen des "unternehmerischen Selbst"
- Die Identifizierung von Anwendungsbereichen und Implikationen des "unternehmerischen Selbst" in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen
- Die kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des "unternehmerischen Selbst" auf das Individuum und die Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung, die den Einzelnen zunehmend zum "Unternehmer seiner Selbst" macht. Bröcklings Konzept des "unternehmerischen Selbst" wird in diesem Zusammenhang vorgestellt. Im Hauptteil wird Bröcklings Konzept näher erläutert, ein Vergleich mit der Theorie des "Arbeitskraftunternehmers" gezogen, Rezensionen und mediale Diskussionen des "unternehmerischen Selbst" dargestellt und die theoretische und empirische Weiterentwicklung des Konzepts analysiert.
Schlüsselwörter
Unternehmerisches Selbst, Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Soziologie, Selbstoptimierung, Lebenslanges Lernen, Flexibilisierung, Wettbewerbsgesellschaft, Individuum, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Was ist das „unternehmerische Selbst“ nach Ulrich Bröckling?
Es beschreibt eine Form der Subjektivierung, bei der Individuen aufgefordert sind, sich selbst wie ein Unternehmen zu führen, sich ständig zu optimieren und eigenverantwortlich am Markt zu agieren.
Was ist der Unterschied zum „Arbeitskraftunternehmer“?
Der Arbeitskraftunternehmer (Voß/Pongratz) fokussiert stärker auf die ökonomische Nutzung der eigenen Arbeitskraft, während das unternehmerische Selbst die gesamte Lebensführung und Identität umfasst.
In welchen Bereichen findet das Konzept Anwendung?
Das Konzept wird heute in der Wissenschaft, im Coaching, in der Kirche und sogar in der Analyse von Internet-Kommunikation herangezogen.
Welche Rolle spielen Medien beim unternehmerischen Selbst?
Medien dienen als Räume der Subjektivierung, in denen sich Individuen präsentieren, vergleichen und ihre Selbstoptimierung öffentlich zur Schau stellen.
Was sind die Folgen der ständigen Selbstoptimierung?
Kritisch betrachtet führt der Druck zur Flexibilisierung und zum permanenten Wettbewerb zu einer psychischen Belastung des Individuums in der Wettbewerbsgesellschaft.
- Quote paper
- Tabea Vortanz (Author), 2018, Wie hat sich das "unternehmerische Selbst" weiterentwickelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458107