Seit mehreren Jahrzehnten nehmen schönes Aussehens und ein wohlgeformter Körper einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit im Fitnessstudio, stellen ihre Ernährung radikal um oder geben Geld für Schönheitsoperationen, Schönheitskosmetik und teure Fitnessstudiogebühren aus. Warum existiert das Verlangen nach einem perfekten Aussehen? Und macht ein schöner Körper den Menschen wirklich glücklich?
Die vorliegende Arbeit soll diese beiden Fragen miteinander verbinden, indem sie die Vermutung untersucht, dass Schönheit einen so hohen Stellenwert im Leben hat weil sie das individuelle Glück beeinflusst. Konkret stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der Schönheit im Leben einer Frau und der Beeinflussung der Schönheit auf das Glücksempfinden.
Dazu werden differenzierte Theorien erläutert, welche aufzeigen, dass der Körper ein Konstrukt der Gesellschaft ist. Schließlich werden die Ursachen und Auswirkungen des überwiegend weiblichen Schönheitshandelns betrachtet. Außerdem wird der Einfluss der Schönheit auf das soziale Leben, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn, bewertet. Anhand einer Studie wird schließlich experimentell untersucht, welche Auswirkung Schönheit tatsächlich auf das Glücksempfinden hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung
2.1 Definition des Begriffs Schönheit
2.2 Der weibliche Körper
2.3 Definition des Begriffs Glück
3. Der Körper als gesellschaftliches Konstrukt
3.1 Der Körper als Kapital
3.2 Schönheitsideal
3.3 Mediale Darstellung des weiblichen Körpers
4. Schönheitswahn der Frau
4.1 Weibliche Schönheit
4.2 Schönheitssucht
5. Einfluss der Schönheit auf das Soziale Leben
5.1 Der schöne Körper als Ressource
5.2 Beeinflussung des privaten Lebens
5.3 Eigenes Körperbild und Selbstwertgefühl
6. Erkenntnisse der Glücksforschung
7. Schlussbetrachtung: Glück und Schönheit in Abhängigkeit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlich geprägten Schönheitsideal, insbesondere bei Frauen, und dem individuellen Streben nach Glück. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, warum ein ausgeprägter Schönheitswahn existiert und ob ein als schön wahrgenommener Körper tatsächlich einen messbaren Einfluss auf das persönliche Glücksempfinden ausübt.
- Soziologische Konstruktion des Körpers als Kapital.
- Einfluss medialer Schönheitsideale auf das weibliche Selbstbild.
- Die Rolle von Schönheit im sozialen Leben und bei persönlichen Chancen.
- Wissenschaftliche Perspektiven der Glücksforschung in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Körper als Kapital
Während der Klassenanalyse der französischen Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre, teilte der Soziologe Pierre Bourdieu die französische Gesellschaft in drei verschiedene soziale Klassen ein. Die Akteure einer sozialen Klasse gleichen sich in ihren Lebensbedingungen, Lebenspraktiken und Lebensstilen (Bourdieu 2018, S.175). Diese Merkmale ordnete der Soziologe wiederum drei Kapitalsorten, dem ökonomischen Kapital, dem kulturellen Kapital und dem sozialen Kapital, zu. Abhängig von dem Volumen, der Struktur und der zeitlichen Entwicklung dieser Kapitalsorten werden die drei Klassen der Gesellschaft, die herrschende Klasse, die Mittelklasse und die untere Klasse, bestimmt (ebd., S.196 f.). Die Ergebnisse der Klassenanalyse hielt Bourdieu in seinem Buch „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ fest. Der Soziologe weist in seinem Werk auf die gesellschaftliche Produktion des Körpers hin. Zum einen nennt er hier Unterschiede im Körperbau, Körperhaltung und Verhalten als Faktoren, die den Standpunkt einer Person in der Gesellschaft verdeutlichen. Desweiteren weisen „[…] vorsätzlich vorgenommene Korrekturen an Körperpartien […]“(ebd., S.309) auf die jeweiligen finanziellen Ressourcen und somit auf die gesellschaftliche Position hin (ebd., S.309 f.).
Bourdieu geht in dieser Denkweise noch weiter und hält fest, dass die Art und Weise des „sich Präsentierens“ und Auftretens als Indiz für die moralische Haltung gilt und dass das Belassen des natürlichen Aussehens des Körpers als Achtlosigkeit und Leichtsinn gesehen werden kann (ebd., S.310). Der jeweilige Geschmack und die Haltung einer Gesellschaftschicht bringen das Verhältnis einer Person zu ihrem Körper zum Ausdruck, also wie sie ihren Körper pflegt, behandelt und ernährt (ebd., S.307).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die gesellschaftliche Relevanz von Schönheit ein und stellt die zentrale Frage, ob Schönheit tatsächlich glücklich macht und welchen Stellenwert sie im Leben von Frauen einnimmt.
2. Einführung: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Schönheit, den weiblichen Körper und Glück, um eine gemeinsame Basis für die weiteren Analysen zu schaffen.
3. Der Körper als gesellschaftliches Konstrukt: Es wird erörtert, wie Körperbilder soziologisch geformt werden, wobei Konzepte wie der Körper als Kapital und der Einfluss von Medien auf Schönheitsideale analysiert werden.
4. Schönheitswahn der Frau: Dieser Abschnitt beleuchtet spezifisch, warum Frauen einem hohen Druck zur ästhetischen Perfektionierung ausgesetzt sind und welche Konsequenzen aus diesem Schönheitswahn resultieren.
5. Einfluss der Schönheit auf das Soziale Leben: Hier wird untersucht, welche sozialen Vor- und Nachteile mit dem persönlichen Aussehen verbunden sind und wie sich dies auf Selbstwertgefühl und Körperbild auswirkt.
6. Erkenntnisse der Glücksforschung: Dieses Kapitel prüft anhand empirischer Daten aus der Glücksforschung, ob Schönheit tatsächlich ein maßgeblicher Faktor für das individuelle Glück ist.
7. Schlussbetrachtung: Glück und Schönheit in Abhängigkeit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die relative Bedeutung von Schönheit für ein glückliches Leben und betont die wachsende Bedeutung von Selbstverantwortung und Individualität.
Schlüsselwörter
Schönheit, weiblicher Körper, Glück, Glücksforschung, Schönheitsideal, Schönheitswahn, Gesellschaft, Körperbild, Selbstwertgefühl, soziale Ungleichheit, Körper als Kapital, Medien, Schönheitssucht, Lebenszufriedenheit, Körperkult.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem hohen gesellschaftlichen Stellenwert von Schönheit und der Frage nach dem persönlichen Glücksempfinden, insbesondere bei Frauen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?
Die zentralen Themen sind die soziologische Konstruktion des Körpers, der mediale Druck auf das weibliche Körperbild sowie die Auswirkungen von Attraktivität auf soziale Chancen und das Selbstwertgefühl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob das Streben nach einem ästhetischen Körper, welches oft mit hohem Aufwand verbunden ist, tatsächlich zu einem glücklicheren Leben führt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von soziologischen Theorien (z.B. von Pierre Bourdieu) und aktuellen statistischen Daten aus Studien zur Glücks- und Schönheitsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Betrachtung des Körpers, die Analyse des weiblichen Schönheitswahns, die Untersuchung sozialer Vorteile durch Attraktivität sowie die kritische Gegenüberstellung mit Ergebnissen der Glücksforschung.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Schönheit, gesellschaftliche Konstruktion, Körperbild, Glückspotential, Schönheitsideal und Selbstwertgefühl.
Warum wird in dieser Arbeit speziell der weibliche Körper fokussiert?
Die Forschung zeigt, dass Frauen weitaus stärker als Männer nach ihrem äußeren Erscheinungsbild beurteilt werden und der gesellschaftliche Druck zur Optimierung des Körpers bei Frauen besonders stark internalisiert ist.
Welche Rolle spielen die Medien in der heutigen Schönheitswahrnehmung?
Medien und Werbung verbreiten unrealistische Körperideale weltweit, was zu einem ständigen Vergleich des eigenen Körpers mit diesen "Ikonen" führt und das Selbstwertgefühl bei vielen Frauen nachhaltig beeinträchtigen kann.
- Arbeit zitieren
- Jessica Kutscher (Autor:in), 2018, Macht schön sein wirklich glücklich? Wie sich Schönheit auf das Glücksempfinden auswirkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457966