Da die Zeit nicht stehen bleibt, wird vor allem die Politik zukünftig gefordert sein, sich auf das gegenwärtige Wirtschaftsphänomen der Industrie 4.0 zu konzentrieren. Unter Industrie 4.0 wird im gleichen Atemzug auch die fortschreitende Digitalisierung in der Wirtschaft bezeichnet.
Wurde mit der bereits erwähnten Industrialisierung im achtzehnten Jahrhundert das Startsignal für eine sich dramatisch verändernde Arbeitsgesellschaft gegeben, so befinden wir uns nun in einer möglichen und zum Teil auch schon umgesetzten neuen Idee von Industriearbeit. Wo noch vor gut dreißig Jahren Massen von Arbeitnehmern in den betrieblichen Produktionsstätten gearbeitet haben, werden diese zunehmend durch Roboter und Maschinen ersetzt.
Die bis dato üblichen und von der großen Mehrheit gewünschten Beschäftigungsformen der Arbeitnehmer wie die unbefristeten Vollzeitarbeitsplätze werden bereits heute durch sogenannte prekäre Beschäftigungsverhältnisse (z.B. Teilzeit inkl. Minijob, Projektarbeit, Solo-Selbstständigkeit etc.) in großer Zahl ersetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Der Ausgangspunkt
- Das industrielle Mantra der Arbeit
- Politische und ökonomische Grundhaltungen zum gesetzlichen Mindestlohn
- Der gesetzliche Mindestlohn im Licht der Ethik
- Industrie 4.0 und die neuen Formen der Erwerbsarbeit
- Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen in Zeiten der Digitalisierung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage der existenziellen Absicherung in der modernen Arbeitsgesellschaft und analysiert die Rolle des gesetzlichen Mindestlohns in diesem Kontext. Sie beleuchtet die Entwicklung des Arbeitsbegriffs, die politischen und ökonomischen Implikationen des Mindestlohns sowie seine ethischen Aspekte.
- Entwicklung des Arbeitsbegriffs und seine Bedeutung in der modernen Gesellschaft
- Analyse des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland und anderen europäischen Ländern
- Ethische und ökonomische Auswirkungen des Mindestlohns auf die Arbeitswelt
- Neue Formen der Erwerbsarbeit im Kontext von Industrie 4.0
- Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen als alternative Form der sozialen Sicherung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Ausgangspunkt
Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die gesetzliche Grundlage des Rechts auf Arbeit in Deutschland. Es beleuchtet die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland und seinen internationalen Kontext, unter Einbezug von Statistiken zu Mindestlöhnen in anderen europäischen Ländern.
2. Das industrielle Mantra der Arbeit
Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs und seine Wandlungen im Laufe der Zeit. Es betrachtet insbesondere die Bedeutung der Erwerbsarbeit im Kontext der Industrialisierung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Industrie 4.0“ für die heutige Arbeitsgesellschaft?
Industrie 4.0 beschreibt die fortschreitende Digitalisierung, bei der menschliche Arbeit zunehmend durch Roboter und intelligente Maschinen ersetzt wird.
Welche Rolle spielt der gesetzliche Mindestlohn für die soziale Absicherung?
Er dient als Instrument zur existenziellen Absicherung gegen Armut trotz Erwerbsarbeit und wird in der Arbeit auch unter ethischen Gesichtspunkten analysiert.
Was sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse?
Dazu zählen unter anderem Minijobs, unfreiwillige Teilzeit, Projektarbeit und Solo-Selbstständigkeit, die oft keine ausreichende soziale Absicherung bieten.
Wird in der Arbeit das bedingungslose Grundeinkommen thematisiert?
Ja, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens wird als mögliche Antwort auf die Herausforderungen der Digitalisierung diskutiert.
Wie hat sich der Arbeitsbegriff historisch gewandelt?
Die Arbeit beleuchtet den Wandel vom industriellen „Mantra“ der Vollbeschäftigung hin zu neuen, flexibleren Formen der Erwerbsarbeit.
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- Jörg Löschmann (Author), 2019, Diskurs zur existenziellen Absicherung in der modernen Arbeitsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456429