Emanzipation (lat. emancipatio) bedeutet „Freilassung eines Sklaven“, genauer gesagt ist es die Befreiung aus einer bisherigen Abhängigkeit. Bereits im 12. Jahrhundert gab es erste Emanzipationsversuche von Frauen. Einer Studie zu Folge herrscht in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen und Finnland die am weitesten fortgeschrittene Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Die beiden skandinavischen Autoren Henrik Ibsen und August Strindberg haben ebenso Werke geschrieben, in denen genau dieses Thema eine große Rolle spielt. In Ibsens "Et dukkehjem" und Strindbergs "Fröken Julie" gibt es jeweils eine Frauenfigur, die von der jeweiligen männlichen Hauptfigur auf unterschiedliche Weise unterdrückt wird.
Inwieweit diese Unterdrückung stattfindet und wieso es überhaupt dazu kommt, soll in dieser Arbeit dargestellt werden. Dabei werden die beiden Hauptfiguren Nora und Julie analysiert und in Bezug auf verschiedene Themen anschließend gegenübergestellt. Ziel ist es unter anderem herauszufinden, inwiefern Nora und Julie sich als Charaktere ähneln und mögliche Unterschiede hervorzuheben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Vorstellung der Dramen
- 2.1. August Strindbergs Fröken Julie
- 2.1.1. Beschreibung und Analyse von Julies Charakter
- 2.1.2. äußere Einflüsse auf Julie
- 2.2. Henrik Ibsens Et dukkehjem
- 2.2.1. Beschreibung und Analyse von Noras Charakter
- 2.2.2. äußere Einflüsse auf Nora
- 3. Vergleich der beiden Dramen
- 3.1. Gegenübergenstellung der Hauptfiguren
- 3.2. Vergleich von Form
- 3.3 das Ende der Dramen im Vergleich
- 4. Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die beiden Dramen „Fröken Julie“ von August Strindberg und „Et dukkehjem“ von Henrik Ibsen, um die Darstellung von Frauenfiguren in den Werken der beiden skandinavischen Autoren zu untersuchen. Dabei liegt der Fokus auf den Charakteren Julie und Nora, deren Unterdrückung durch die jeweilige männliche Hauptfigur analysiert und verglichen werden soll.
- Die Darstellung von Frauenfiguren in der skandinavischen Literatur
- Die Bedeutung von Emanzipation im 19. Jahrhundert
- Die Rolle sozialer Normen und Standesunterschiede in den Dramen
- Die Darstellung von Machtstrukturen und Unterdrückung
- Die Auswirkungen äußerer Einflüsse auf die Charakterentwicklung von Julie und Nora
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Emanzipation von Frauen im 19. Jahrhundert ein und stellt den Kontext der beiden Dramen vor. Das zweite Kapitel präsentiert die Dramen „Fröken Julie“ und „Et dukkehjem“ im Detail. Es werden die Charaktere von Julie und Nora analysiert, ihre jeweiligen Lebensumstände beleuchtet und die Einflüsse auf ihre Entwicklung untersucht. Das dritte Kapitel widmet sich dem Vergleich der beiden Dramen. Hier werden die Hauptfiguren, die Form und die Enden der Stücke gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Themen Emanzipation, Unterdrückung, Frauenfiguren, Sozialnormen, Standesunterschiede, Charakteranalyse, Dramenvergleich, Strindberg, Ibsen, „Fröken Julie“, „Et dukkehjem“, Skandinavische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema von Ibsens „Et Dukkehjem“?
Das Drama (deutsch: „Ein Puppenheim“) thematisiert die Emanzipation der Frau aus einer bevormundenden Ehe und die Suche nach der eigenen Identität außerhalb gesellschaftlicher Rollenbilder.
Wie unterscheidet sich Fröken Julie von Nora?
Während Nora aktiv den Ausbruch aus ihrer Situation wählt, ist Julie stärker von Standesunterschieden und psychischen Konflikten geplagt, was letztlich in einer Tragödie endet.
Welche Rolle spielen Standesunterschiede bei Strindberg?
In „Fröken Julie“ ist der Konflikt zwischen der adligen Julie und dem Diener Jean zentral. Er zeigt den Kampf zwischen absteigendem Adel und aufstrebendem Proletariat.
Warum lösten diese Stücke im 19. Jahrhundert Skandale aus?
Beide Autoren griffen Tabus an: Ibsen die Heiligkeit der Ehe und Strindberg die Grenzen zwischen den sozialen Klassen sowie die weibliche Sexualität.
Was bedeutet Emanzipation im Kontext dieser Dramen?
Emanzipation bedeutet hier die Befreiung aus Abhängigkeitsverhältnissen – sei es von Ehemännern, Vätern oder den starren Erwartungen der Gesellschaft.
- Citation du texte
- Sabrina Reiners (Auteur), 2017, Gegenüberstellung dramatischer Frauenfiguren von Strindberg und Ibsen am Beispiel von "Et Dukkehjem" und "Fröken Julie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455699