Beck bezieht sich in seinem Klassiker oftmals auf nukleare Risiken, wie aber sieht es mit dem Zivilisationsrisiko durch Plastik aus? Wie viel Gefahr steckt in diesem alltäglichen Material, was uns alle, überall und zu jeder Zeit umgibt?
Die Arbeit verbindet zwei Felder, die Ökologie und die Soziologie. Im ersten Teil der Arbeit wird Plastik aus Sicht der Ökologie vorgestellt, hierbei geht es sowohl um gesundheitliche Risikopotenziale als auch Umweltbelastungen. Im Anschluss wird das Konzept der Risikogesellschaft des Soziolgen Beck anhand der Schwerpunkte Universalität/Internationale Ungleichheiten/ Bumerang-Effekt, Irreversibilität, Unsichtbarkeit/Wissensabhängigkeit und Unzuständigkeit vorgestellt, sowie der möglicherweise fehlende Einfluss von Macht im Konzept.
Anschließend wird das Konzept auf Kunststoff übertragen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Plastik
- 2.1 Ursprung und Entstehung
- 2.2 Technologie der Kunststoffe
- 2.2.1 Allgemeines
- 2.2.2 Additive
- 2.3. Auswirkungen von Plastik auf den menschlichen Körper
- 2.4. Umweltbelastungen durch Plastik
- 3. Risikogesellschaft
- 3.1. Grundthese des Konzepts der Risikogesellschaft
- 3.2. Zentrale Merkmale der Risikogesellschaft
- 3.2.1. Universalität/Internationale Ungleichheiten/Bumerang-Effekt
- 3.2.2. Irreversibilität
- 3.2.3. Unsichtbarkeit/Wissensabhängigkeit
- 3.2.4. Unzuständigkeit
- 3.3. Umweltpolitik zur Risikobewältigung?
- 3.4. Fehlender Einfluss von Macht in Becks Konzept der Risikogesellschaft?
- 4. Plastik als Werkstoff in der Risikogesellschaft?
- 4.1. Allgemeingültigkeit des Plastikrisikos
- 4.2. Plastik als irreversible Umweltbelastung
- 4.3. Wissensabhängigkeit und Plastik – ein unsichtbares Problem
- 4.4. Verortung von Plastik in der Unzuständigkeit der Risikogesellschaft
- 4.5. Grenzwerte bei Kunststoffen - Beck über Grenzwerte
- 4.6. Zwischenfazit
- 4.7. Plastik im Globalen Süden und der Unterschicht
- 5. Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Einordnung des Werkstoffs Plastik in Ulrich Becks Konzept der Risikogesellschaft. Ziel ist es, die Risiken der Plastikverwendung im Kontext der Risikogesellschaft zu beleuchten und die Frage zu untersuchen, ob Plastik als exemplarisch für die Risikogesellschaft betrachtet werden kann.
- Risiken der Plastikverwendung
- Einordnung von Plastik in Becks Risikogesellschaft
- Zentrale Merkmale der Risikogesellschaft (Universalität, Irreversibilität, Unsichtbarkeit, Unzuständigkeit)
- Globalisierung von Risiken durch Plastik
- Bedeutung von Wissensdefiziten und Forschung in Bezug auf Plastik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Katastrophe in Accra, Ghana, vor, die durch Überflutungen und eine Ölexplosion verursacht wurde und die Auswirkungen von Plastikmüll verdeutlicht. Im zweiten Kapitel werden die Entstehung, Technologie und die Auswirkungen von Plastik auf den menschlichen Körper sowie die Umweltbelastungen durch Plastik beleuchtet. Das dritte Kapitel erläutert Ulrich Becks Konzept der Risikogesellschaft und seine zentralen Merkmale. Das vierte Kapitel schließlich verbindet die Eigenschaften des Werkstoffs Plastik mit den Merkmalen der Risikogesellschaft und untersucht Gemeinsamkeiten.
Schlüsselwörter
Risikogesellschaft, Plastik, Umweltbelastung, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Globalisierung, Wissenslücken, Forschung, Bumerang-Effekt, Irreversibilität, Unsichtbarkeit, Unzuständigkeit, Bisphenol A, Umweltbundesamt, PlastX-Projekt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Ulrich Becks Konzept der „Risikogesellschaft“?
Es beschreibt eine moderne Gesellschaft, die durch selbst produzierte, oft unsichtbare und globale Gefahren (wie nukleare Risiken oder Umweltbelastungen) geprägt ist.
Warum wird Plastik als Risiko der Risikogesellschaft betrachtet?
Plastik ist universal vorhanden, seine Umweltbelastung ist oft irreversibel und die gesundheitlichen Gefahren (z. B. durch Additive wie Bisphenol A) sind oft unsichtbar.
Was bedeutet der „Bumerang-Effekt“ bei Plastikmüll?
Risiken, die in einer Region produziert werden (z. B. Müllexporte in den Globalen Süden), kehren über die Nahrungskette oder globale Umweltveränderungen zum Verursacher zurück.
Was ist mit der „Unzuständigkeit“ in der Risikogesellschaft gemeint?
Es beschreibt das Phänomen, dass bei globalen Problemen wie der Plastikflut oft kein einzelner Akteur oder Staat die volle Verantwortung übernimmt oder rechtlich belangt werden kann.
Welche gesundheitlichen Risiken gehen von Kunststoffen aus?
Die Arbeit beleuchtet Schadstoffe wie Weichmacher und Additive, die in den menschlichen Körper gelangen und dort hormonelle oder andere schädliche Wirkungen entfalten können.
Wie hängen Wissen und Risiko zusammen?
Risiken in der Moderne sind „wissensabhängig“; das heißt, sie existieren in der öffentlichen Wahrnehmung oft erst dann, wenn Wissenschaftler sie nachweisen und Grenzwerte definieren.
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- Caroline Ruffing (Author), 2018, Plastik in der Risikogesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452159