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Der praktische Aufbau einer Compliance Organisation am Beispiel der Siemens AG

Titel: Der praktische Aufbau einer Compliance Organisation am Beispiel der Siemens AG

Seminararbeit , 2018 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Brenner (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Korruptionsskandal im Hause Siemens, den bis heute größten Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte, hat in der deutschen Unternehmenslandschaft ein Umdenken in Hinblick auf dem Umgang mit Compliance ausgelöst. Auch der VW-Skandal verdeutlicht, dass Non-Compliance auf der einen Seite Reputationsschäden und auf der anderen Seite unkalkulierbare wirtschaftliche Schäden mit sich bringt.

Im Zuge der rasant fortschreitenden Globalisierung, dass heute alle international tätigen Unternehmen jeglicher Größe betrifft, hat Compliance auch aufgrund internationaler Anforderungen und Corporate Governance Standards zunehmend an Bedeutung und Einfluss für Unternehmen gewonnen. Für die Stakeholder eines Unternehmens bedeutet Compliance Sicherheit, hingegen wird dies für diverse Unternehmensorgane aufgrund des zunehmend komplexer werdenden regulatorischen Umfelds zum Risikofaktor. Aus diesen Gründen ist der Aufbau und die Funktionalität eines wirksamen Compliance Organisation für international tätige Unternehmen heute unabdingbar.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist ein solche vorbildhafte Compliance Organisation am Beispiel der Siemens AG zu beleuchten. Dabei soll folgenden Fragen geklärt werden: Wie sah die Compliance Organisation während des Skandals aus? Was waren die Effekte und Konsequenzen für Siemens und somit auch für anderen Industrieunternehmen? Welche Elemente zeichnen eine „Best Practice“ Compliance Organisation aus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundverständnis von Compliance

2.1 Was ist Compliance?

2.2 Compliance Management System

3 Rechtliche Grundlagen

3.1 Inländische Gesetzgebung

3.2 Ausländische Gesetzgebung

3.3 Fazit

4 Der Fall “Siemens”

4.1 Bestechung als „Geschäftsmodell“

4.2 Warum hat „Compliance“ versagt?

4.3 Folgen und Kosten des Skandals

5 Der Aufbau einer “Best Practice” Compliance Organisation

5.1 Aufgabe der Compliance Organisation

5.2 Bausteine einer Compliance Organisation

5.3 Aufbau -und Ablauforganisation

5.4 Rollen und Aufgaben der Organe

5.5 Compliance Regelwerk

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit analysiert den Aufbau und die Funktionalität einer wirksamen Compliance-Organisation, wobei der Siemens-Korruptionsskandal als prägendes Fallbeispiel dient, um daraus Anforderungen an eine "Best Practice" Compliance-Struktur abzuleiten und die haftungsrechtlichen Implikationen für Unternehmensorgane aufzuzeigen.

  • Analyse der Ursachen und Folgen des Siemens-Korruptionsskandals
  • Untersuchung der rechtlichen Anforderungen an ein Compliance Management System (CMS)
  • Darstellung der zentralen Bausteine einer modernen "Best Practice" Compliance-Organisation
  • Evaluation der Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb einer Compliance-Struktur
  • Kosten-Nutzen-Betrachtung von Compliance-Systemen in internationalen Unternehmen

Auszug aus dem Buch

4.1 Bestechung als „Geschäftsmodell“

Bis 1999 war die Bestechung von ausländischen Amtsträger in Deutschland legal und sogar steuerlich absetzbar. Der Umstand das viele Manager und Vorstandsmitglieder bei Siemens schon seit der Ausbildung angestellt waren und von Vorgesetzten die Notwendigkeit und Toleranz von Bestechung für das Geschäft vorgelebt bekamen und dies letztlich an die nächste Generation weitergegeben wurden, trug das zu bei das Bestechung als notwendige Praxis erachtet wurde, um weltweit Aufträge und dauerhaft Marktanteile zu behalten. Bis zum Jahr 2000 wurde hautsächlich mit Bargeld bestochen. Jedoch machten einerseits das Verbot von Bestechung von ausländischen Amtsträger als auch der Börsengang an der amerikanischen Börse NYSE das bisherige Bestechungsmodell aus Sicht der Verantwortlichen Personen obsolet. Aus diesem Grund wurde ein umfangreiches Netzwerksystem von schwarzen Kassen aufgebaut, welches in Abbildung 3 illustriert ist. Dafür schloss Siemens mit diversen Beraterfirmen die als Geschäftspartner Teil des Bestechungsmodells waren, sogenannte Schein-Beraterverträge ab. Dabei überwies Siemens überdurchschnittliche hohe Provision für Leistungen die nicht erbracht wurden. Außerdem gründete Siemens eine Vielzahl von Scheinfirmen in sogenannten Steueroasen wie bspw. Panama. Dadurch konnten mit Hilfe der Beraterfirmen hohe Geldsummen an die Briefkastenfirmen überwiesen werden, welche versteckte Bankkonten in der Schweiz hatten. Von diesen Konten floss das Bestechungsgeld dann an verschiedenen Regierungsmitarbeiter unterschiedlicher Länder, die Siemens im Gegenzug bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit wirksamer Compliance-Systeme infolge des Siemens-Korruptionsskandals und definiert das Ziel, ein "Best Practice"-Modell zu erarbeiten.

2 Grundverständnis von Compliance: Hier werden der Begriff Compliance und die sieben Grundelemente eines Compliance Management Systems (CMS) gemäß Prüfungsstandard IDW 980 erläutert.

3 Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel untersucht die gesetzliche Pflicht zur Einrichtung eines CMS nach inländischem und ausländischem Recht, inklusive der Haftungssituation für Unternehmensorgane.

4 Der Fall “Siemens”: Die Ursachen, das Ausmaß der Korruption durch ein komplexes Netzwerksystem sowie die massiven finanziellen und juristischen Folgen für den Konzern werden detailliert analysiert.

5 Der Aufbau einer “Best Practice” Compliance Organisation: Es wird dargelegt, welche Bausteine, Strukturen, Rollen und Regelwerke eine moderne Compliance-Organisation am Beispiel der neu strukturierten Siemens AG bilden.

6 Schluss: Die Arbeit resümiert, dass eine effektive Compliance-Organisation unternehmensspezifisch sein muss und neben rechtlichen Anforderungen auch kulturelle und organisatorische Faktoren für den Unternehmenserfolg entscheidend sind.

Schlüsselwörter

Compliance, Korruption, Siemens AG, Compliance Management System, CMS, Best Practice, Corporate Governance, Haftung, Vorstand, Compliance Officer, Bestechung, Geschäftsethik, Risikomanagement, Whistleblower-System, Regelwerk

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den praktischen Aufbau einer umfassenden Compliance-Organisation, wobei sie als Grundlage den historischen Korruptionsskandal der Siemens AG analysiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Grundlagen von Compliance, der Aufarbeitung des Siemens-Skandals, der Gestaltung von CMS-Bausteinen und den Haftungsrisiken für Führungskräfte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aus den Erfahrungen des Siemens-Skandals Anforderungen für eine vorbildhafte "Best Practice" Compliance-Organisation abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung regulatorischer Standards und der Auswertung von Fallbeispielen und Gerichtsurteilen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Compliance, die juristische Herleitung der Aufbaupflicht, die detaillierte Darstellung des Versagens bei Siemens sowie die Konzeption moderner Compliance-Strukturen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Compliance, Korruptionsprävention, Unternehmensethik, Haftungsrecht, Risikomanagement und Best-Practice-Organisation beschreiben.

Warum war der Siemens-Skandal ein Wendepunkt für das deutsche Compliance-Recht?

Der Skandal und das nachfolgende Urteil gegen den Ex-Vorstand Neubürger verdeutlichten, dass Compliance keine rein freiwillige Option, sondern eine Pflichtaufgabe ist, bei deren Verletzung Manager persönlich haften können.

Welche Rolle spielt das "Tone from the Top"-Prinzip im Siemens-Modell?

Es bezeichnet die Vorbildfunktion und aktive Kommunikation der Unternehmensführung, die für Siemens nach dem Skandal essenziell wurde, um eine regelkonforme Unternehmenskultur zu etablieren und zu fördern.

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Details

Titel
Der praktische Aufbau einer Compliance Organisation am Beispiel der Siemens AG
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
1,0
Autor
Maximilian Brenner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
31
Katalognummer
V450763
ISBN (eBook)
9783668839632
ISBN (Buch)
9783668839649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufbau compliance organisation beispiel siemens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Brenner (Autor:in), 2018, Der praktische Aufbau einer Compliance Organisation am Beispiel der Siemens AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450763
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Leseprobe aus  31  Seiten
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