Sex sells. Seitdem der Mensch in der Lage ist, sexuelle Handlungen medial wiederzugeben, macht er davon rege Gebrauch – gleich, ob im Verborgenen oder öffentlich, ob zur persönlichen Erbauung oder zur kommerziellen Nutzung. Abgesehen vom Tod berührt kein anderes Phänomen die menschliche Existenz so intensiv, wie es die Sexualität tut. Wie der Tod offenbart auch die Sexualität eine grundsätzliche Ambivalenz, ein permanentes Schwanken zwischen Faszination und Abscheu, zwischen Ekel und Lust. Selbst die wissenschaftliche Rezeption dieses Phänomens ist davon nicht ausgenommen - insbesondere dann, wenn es um jene Aspekte der Sexualität geht, welche öffentlich als "obszön" wahrgenommen werden. Als "Obszönität" bzw. "ästhetische Grenzüberschreitung" stellen Erotik und Pornographie den sozialen Status quo und dessen Konventionen in Frage. Dieser gesellschaftliche Aspekt ist der Hauptgegenstand der vorliegenden Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Obszönität: Versuch einer Definition
- Obszönität und Komik
- Zu Batailles "Heterologie"
- Ökonomische Voraussetzungen
- Exkurs: Arbeit und Fest
- Verbot und Überschreitung
- Obszönität als literarisches Stilmittel
- "Erotic Action" in Kunst und Film
- Trivialpornographie
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die ästhetische Grenzüberschreitung durch Erotik und Pornographie im Kontext von gesellschaftlichen Normen und der Philosophie Georges Batailles. Die Analyse zielt darauf ab, ein Modell zu entwickeln, das die interkulturellen Aspekte der ästhetischen Grenzüberschreitung in einen logisch nachvollziehbaren Zusammenhang stellt.
- Definition und Analyse des Begriffs "Obszönität"
- Bedeutung und Funktion von Verboten in Bezug auf erotisch-pornographische Medien
- Die Rolle von Komik und Karikatur bei der Überwindung von gesellschaftlichen Normen
- Batailles "Heterologie" als Konzept für das Verständnis von affektiven Phänomenen, die sich der systematischen Ordnung entziehen
- Verbindung von ästhetischer Grenzüberschreitung mit der menschlichen Selbsterkenntnis
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt das Thema der ästhetischen Grenzüberschreitung durch Erotik und Pornographie im Kontext von gesellschaftlichen Normen und der Philosophie Georges Batailles vor. Es werden die verschiedenen Formen von Erotik und Pornographie sowie die Relevanz des Begriffs "Obszönität" diskutiert.
- Hauptteil:
- 1.1. Obszönität: Versuch einer Definition: Der Begriff "Obszönität" wird als Negation eines ästhetischen Ideals analysiert. Es wird auf verschiedene Definitionen des Begriffs eingegangen, insbesondere auf die von Karl Rosenkranz.
- 1.2. Obszönität und Komik: Der Zusammenhang zwischen Obszönität und Komik wird untersucht. Der Ansatz von Georges Bataille, der "Heterologie" als Konzept für das Verständnis von affektiven Phänomenen, die sich der systematischen Ordnung entziehen, wird eingeführt.
- 1.3. Zu Batailles "Heterologie": Die "Heterologie" von Georges Bataille wird genauer betrachtet. Es wird gezeigt, wie Bataille die Grenzen des subjektiven Ichs durch die Analyse von Phänomenen wie Gewalt und Tod überschreitet.
- 2.1. Ökonomische Voraussetzungen: Die ökonomischen Voraussetzungen für die Entstehung und Verbreitung von erotisch-pornographischen Medien werden untersucht.
- 2.2. Exkurs: Arbeit und Fest: Der Zusammenhang zwischen Arbeit und Fest wird im Kontext der ästhetischen Grenzüberschreitung betrachtet.
- 2.3. Verbot und Überschreitung: Die Funktion von Verboten in Bezug auf erotisch-pornographische Medien wird diskutiert. Es wird deutlich, wie Verbote die Attraktivität des Verbotenen verstärken können.
- 3.1. Obszönität als literarisches Stilmittel: Die Nutzung von Obszönität als literarisches Stilmittel wird untersucht.
- 3.2. "Erotic Action" in Kunst und Film: Die Darstellung von "Erotic Action" in Kunst und Film wird betrachtet.
- 3.3. Trivialpornographie: Die Merkmale und Funktionen von "Trivialpornographie" werden analysiert.
Schlüsselwörter
Ästhetische Grenzüberschreitung, Erotik, Pornographie, Obszönität, Heterologie, Georges Bataille, Komik, Karikatur, Verbot, Trivialpornographie, "Erotic Action", gesellschaftliche Normen, Medien
Häufig gestellte Fragen
Wie wird „Obszönität“ in dieser Arbeit definiert?
Obszönität wird als Negation eines ästhetischen Ideals und als ästhetische Grenzüberschreitung verstanden, die soziale Konventionen und den Status quo in Frage stellt.
Welche Rolle spielt die Philosophie von Georges Bataille?
Batailles Konzept der „Heterologie“ dient dazu, Phänomene wie Erotik, Gewalt und Tod zu verstehen, die sich der systematischen gesellschaftlichen Ordnung entziehen.
Wie hängen Verbot und Überschreitung zusammen?
Die Arbeit zeigt auf, dass Verbote in Bezug auf Erotik und Pornographie die Attraktivität des Verbotenen oft verstärken und somit die Lust an der Grenzüberschreitung fördern.
Was ist der Unterschied zwischen Erotik und Trivialpornographie?
Erotik wird oft als ästhetisch anspruchsvollere Form der Grenzüberschreitung gesehen, während Trivialpornographie durch spezifische ökonomische und funktionale Merkmale gekennzeichnet ist.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Obszönität und Komik?
Komik und Karikatur werden als Mittel untersucht, um gesellschaftliche Normen zu überwinden und die Ambivalenz zwischen Faszination und Abscheu aufzulösen.
- Quote paper
- Ulrich Goetz (Author), 2005, Zur ästhetischen Grenzüberschreitung durch Erotik und Pornographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44732