Die große Zahl an Flüchtlingen, welche im Jahr 2015 in die Bundesrepublik kam, hat die Fragen nach den Vorstellungen für eine gelungene Eingliederung dieser Menschen in die Gesellschaft wieder verstärkt in die öffentliche Diskussion gerückt.
Zur Frage steht etwa, ob das Ziel die Integration, also die gleichberechtigte Einbindung der Menschen in die Gesellschaft unter Wahrung ihrer kulturellen Identität, oder sogar die kulturelle Assimilation der Migranten sein sollte. Eine Assimilation würde beabsichtigen, dass die Menschen den neuen Kulturkreis als eigentliche Identität annehmen und ihre Herkunftstradition hinter sich lassen.
Für einen gelungenen Einstieg in das gesellschaftliche Miteinander gilt dabei der Erwerb von Sprachkenntnissen des Deutschen und die Möglichkeit, durch Erwerbstätigkeit am Arbeitsleben teilnehmen zu können, als wesentliche Voraussetzung, wie die Erfahrungen mit früheren Einwanderungswellen in die BRD im Rückblick gezeigt haben. Beides bedingt ihre Beteiligung am deutschen Bildungssystem, welche die Qualifizierung bei Sprachkenntnissen sowie zur beruflichen Bildung vermittelt.
Einwanderung in den deutschsprachigen Raum aus anderen Nationen hat es auch in der Neuzeit bereits wiederholt gegeben. In der Bundesrepublik hat es auch zuvor bereits größere Migrationswellen gegeben. Nach dem Wiederaufbau setzte ein über viele Jahre kontinuierlich steigendes Wirtschaftswachstum ein. Um den Bedarf an Arbeitskräften decken zu können, vor allem im Bereich gering qualifizierter Tätigkeiten, warb man ab Mitte der 1950er Jahre eine beträchtliche Zahl an "Gastarbeitern" aus Südeuropa an. Die Mehrzahl von ihnen kam aus der Türkei, Italien, aber auch Spanien, Portugal und Griechenland in die Bundesrepublik.
Einen umfassenden Ansatz zur Integration dieser Menschen hat es zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Auch hier hat sich über die Jahre im Rückblick gezeigt, dass Sprachkenntnisse und Bildung der Schlüssel für eine gelungene Integration darstellen. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich einzelne Gruppen von Schülerinnen und Schülern verschiedener Herkunft und ihr Bildungsbeteiligung durch die Auswertung einzelner Studien beleuchten. Von Interesse wird dabei sein, welche Schulformen und Bildungsabschlüsse von ihnen mehrheitlich gewählt wurden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung / Herleitung der Aufgabenstellung
- 2. Migration
- 2.1. Definition des Begriffs
- 2.2. Definition des Begriff des "Migrationshintergrunds" in amtlichen Statistiken und jenen der Bildungsforschung
- 2.2.1. Grundsätzliche Fragen zur statistischen Erhebung
- 2.2.2. Anwendung anhand der konkreten Auswertung einer amtlichen Statistik
- 3. Bildungsbeteiligung
- 3.1. Definition des Begriffs
- 4. geographischer und zeitlicher Betrachtungsraum der vorliegenden Arbeit
- 5. Maßgebliche untersuchte soziale Gruppen von SUS mit Migrationshintergrund - aus Italien und aus Vietnam
- 5.1. Beteiligung am bundesdeutschen Bildungssystem von Schülerinnen und Schüler mit einem vietnamesischen Migrationshintergrund
- 5.1.1. Die Bildungssituation aus Lehrersicht
- 5.1.2. Sozialisation und Bildung im Elternhaus
- 5.2. Beteiligung am bundesdeutschen Bildungssystem von Schülerinnen und Schüler mit einem italienischen Migrationshintergrund
- 5.2.1. Analyse der in der Studie gebrachten Fallbeispiele italienischstämmiger Kinder mit Schulproblemen
- 5.2.2. Erziehungsinstanzen Eltern - Schule
- 5.2.3. Zusammenfassung
- 5.1. Beteiligung am bundesdeutschen Bildungssystem von Schülerinnen und Schüler mit einem vietnamesischen Migrationshintergrund
- 6. Vergleichende Betrachtung der beiden Forschungsergebnisse und zusammenfassendes Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Sie untersucht die Integration von Migranten und ihren Nachkommen in das deutsche Bildungssystem, indem sie den Vergleich zwischen Schülern mit vietnamesischem und italienischem Migrationshintergrund beleuchtet. Ziel ist es, die verschiedenen Herausforderungen und Chancen der Bildungsbeteiligung in beiden Gruppen aufzuzeigen und die Rolle der Familie, der Schule und des gesellschaftlichen Umfelds zu analysieren.
- Definition und Bedeutung des Begriffs "Migrationshintergrund" im Kontext der Bildungsforschung
- Untersuchung der Bildungssituation von Schülern mit vietnamesischem und italienischem Migrationshintergrund
- Analyse der Faktoren, die die Bildungsbeteiligung beeinflussen, wie z.B. Sprachkenntnisse, soziale Integration und familiäre Unterstützung
- Vergleichende Betrachtung der beiden Gruppen und Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Diskussion der Herausforderungen und Chancen der Integration von Migranten in das deutsche Bildungssystem
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Relevanz des Themas Bildungsbeteiligung von Migranten in Deutschland vor dem Hintergrund des aktuellen Flüchtlingsstroms und der historischen Einwanderungswellen verdeutlicht. Anschließend werden die Begriffe "Migration" und "Migrationshintergrund" definiert und die verschiedenen Beweggründe zur Migration erläutert.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Begriff der Bildungsbeteiligung definiert und der geographische und zeitliche Rahmen der Untersuchung vorgestellt. Die Arbeit fokussiert dann auf die Analyse der Bildungsbeteiligung von Schülern mit vietnamesischem und italienischem Migrationshintergrund.
Die Kapitel zur Bildungsbeteiligung von Schülern mit vietnamesischem Migrationshintergrund untersuchen die Bildungssituation aus Lehrersicht und beleuchten die Sozialisation und Bildung im Elternhaus.
Die Kapitel zur Bildungsbeteiligung von Schülern mit italienischem Migrationshintergrund analysieren Fallbeispiele von Kindern mit Schulproblemen, untersuchen die Rolle der Erziehungsinstanzen (Eltern und Schule) und fassen die Ergebnisse zusammen.
Die Arbeit gipfelt in einer vergleichenden Betrachtung der Forschungsergebnisse beider Gruppen und einem zusammenfassenden Fazit.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Migration, Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Integration, Schule, Familie, Sozialisation, Sprachkenntnisse, Vergleichende Analyse, Vietnamesischer Migrationshintergrund, Italienischer Migrationshintergrund, Deutschland, Bildungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Integration und Assimilation?
Integration bedeutet die Einbindung in die Gesellschaft unter Wahrung der kulturellen Identität, während Assimilation die vollständige Anpassung an den neuen Kulturkreis unter Aufgabe der Herkunftstradition beschreibt.
Warum ist Bildung entscheidend für die Integration?
Bildung vermittelt Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikationen, die die Voraussetzung für die Teilnahme am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben sind.
Wie unterscheidet sich die Bildungsbeteiligung von vietnamesischen und italienischen Migranten?
Studien zeigen Unterschiede in den gewählten Schulformen und Abschlüssen, die oft auf unterschiedliche Sozialisationsbedingungen und familiäre Unterstützung zurückzuführen sind.
Welche Rolle spielt das Elternhaus bei Schülern mit Migrationshintergrund?
Das Elternhaus fungiert als zentrale Erziehungsinstanz; die Einstellung der Eltern zu Bildung und ihre Unterstützung sind maßgebliche Faktoren für den schulischen Erfolg.
Was definiert den "Migrationshintergrund" in der Statistik?
In amtlichen Statistiken wird der Begriff über die Staatsangehörigkeit, den Geburtsort oder die Herkunft der Eltern definiert, wobei es verschiedene methodische Ansätze gibt.
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- Nils Oliver Berger (Author), 2017, Bildungsbeteiligung bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446235