Die wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit den Vor- und Nachteilen von Nachhaltigkeitszertifikaten. Da die heutige Zeit sowohl durch einen steigenden Trend, als auch durch die Notwendigkeit zu einem nachhaltigen Lebensstil geprägt ist, lässt sich auch in der Immobilienwirtschaft dieser Trend feststellen. Das Bedürfnis nach nachhaltig gebauten Immobilien, auch „Green Buildings“ genannt, steigt zum Vorjahr deutlich an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft
2.1 Definition von Nachhaltigkeit
2.2 Das Drei-Säulen-Modell
2.3 Die verschiedenen Nachhaltigkeitszertifikate
2.3.1 DGNB
2.3.2 LEED
3. Kritische Betrachtung von Nachhaltigkeitszertifikaten
3.1 Vorteile
3.2 Nachteile
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Chancen, Schwierigkeiten und den Mehrwert von Nachhaltigkeitszertifikaten in der Immobilienwirtschaft, um zu klären, ob diese einen ökologischen Beitrag leisten oder primär als Marketinginstrument dienen.
- Definition und theoretische Grundlagen der Nachhaltigkeit (Drei-Säulen-Modell)
- Vorstellung gängiger Zertifizierungssysteme wie DGNB und LEED
- Kritische Analyse ökonomischer, ökologischer und sozialer Vor- und Nachteile
- Bewertung von Kosten, Aufwand und Vergleichbarkeit bei der Zertifizierung
- Untersuchung der Relevanz von Green Buildings für verschiedene Marktteilnehmer
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorteile
Einige Vorteile sind bereits offensichtlich. Durch Nachhaltigkeitszertifikate werden die verschiedenen Immobilien miteinander verglichen und der Nachhaltigkeitsstand wird messbar gemacht. Zu den Vorteilen gehört auch die Auswirkung auf die Umwelt. Durch nachhaltiges Bauen wird der Verbrauch von Energie und Ressourcen minimiert. Laut Houssam Eddin Makkie in seinem Buch „Green Building: Nachhaltigkeitszertifikate im Bausektor“ verbrauchen Immobilien, die nicht den Anforderungen eines Green Buildings entsprechen 17% mehr Wasser, 35% mehr Holz, 35% mehr Energie und 45% mehr Materialien. Lambertz gibt in seinem Buch an, dass der Rat für Nachhaltigkeit, welcher im Jahr 2016 Green Buildings untersucht hat, die Hälfte der Gebäude die entstandenen Zusatzkosten, innerhalb von 5 Jahren durch die geringeren Energiekosten amortisiert. Die Zusatzkosten werden in dem Unterpunkt „Nachteile“ genauer erläutert. Vorteile ergeben sich für verschiedene Gruppen. Beispielsweise für die Gesellschaft, welche von der Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2- Emissionen profitiert. Auch die Umweltschonung, die Verbesserung des Klimas, der Erhalt von Wäldern und Ressourcen und der Erhöhung der Lebensqualität lassen sich als Vorteile herausstellen
Durch die Zertifizierung wird die Gebäudequalität in ökonomischen, ökologischen und auch sozialen Aspekten erhöht. Die Abbildung 2 auf Seite 8 zeigt die ökonomischen Gründe für Bauherren, Mieter und Besitzer, sich für ein Green Building zu entscheiden. Im folgenden Abschnitt werden einige Gründe näher erläutert.
Vorteile durch die Zertifizierung ergeben sich daraus, dass Investoren und Bauherren, durch die Wertsteigerung der Immobilie, einen höheren Verkaufspreis erzielen und die Vermietbarkeit der Immobilien erhöht wird. Der Vermietungsgrad erhöht sich um ca. 6% und die Mietpreise um ca. 2%. Auch der schnellere Verkauf der Immobilie spricht für die Zertifizierung, welcher sich durch die gesteigerte Nachfrage nach Green Buildings ergibt. Ein weiterer Grund für ein Green Building, welcher sowohl auf den Bauherren, als auch auf den Besitzer einer Immobilie zutrifft, sind die geringen Modernisierungskosten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Trends zu nachhaltig gebauten Immobilien und definiert das Ziel der Arbeit, die Vor- und Nachteile von Zertifizierungen kritisch zu hinterfragen.
2. Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit anhand des Drei-Säulen-Modells und stellt die Zertifizierungssysteme DGNB und LEED vor.
3. Kritische Betrachtung von Nachhaltigkeitszertifikaten: Hier werden die Vor- und Nachteile von Green-Building-Zertifikaten unter Berücksichtigung von Kosten, Transparenz und Marketingaspekten detailliert analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz hoher Anfangsinvestitionen und Vergleichbarkeitsschwierigkeiten der ökologische und ökonomische Mehrwert überwiegt.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Immobilienwirtschaft, Green Building, Nachhaltigkeitszertifikate, DGNB, LEED, Drei-Säulen-Modell, Immobilienbewertung, Lebenszykluskosten, Energieeffizienz, Green Washing, Investition, Mieterzufriedenheit, Marktwert, Zertifizierungskosten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Nachhaltigkeitszertifikaten für Immobilien und bewertet deren Vor- und Nachteile sowie deren tatsächlichen Mehrwert für die Immobilienbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Nachhaltigkeit (Drei-Säulen-Modell), die Funktionsweise der Zertifikate DGNB und LEED sowie die kritische Gegenüberstellung von ökologischem Nutzen und ökonomischen Kosten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Chancen und Schwierigkeiten von Zertifizierungen aufzuzeigen, um zu beurteilen, ob diese ein echtes Instrument für Nachhaltigkeit darstellen oder primär der Imagepflege dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Branchenkennzahlen und Zertifizierungslogiken, um die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen nachhaltigen Bauens objektiv einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die zwei führenden Systeme DGNB und LEED detailliert vorgestellt und anschließend hinsichtlich ihrer Kosten, Vorteile (z.B. Wertsteigerung) und Nachteile (z.B. Komplexität) kritisch bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Green Building, DGNB, LEED, Immobilienbewertung und Lebenszykluskosten charakterisieren.
Was unterscheidet das DGNB-System vom LEED-System?
Das DGNB-System betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes umfassender, während internationale Systeme wie LEED sich häufig stärker auf ökologische und soziale Einzelaspekte fokussieren.
Warum wird in der Arbeit der Begriff "Green Washing" erwähnt?
Der Begriff wird verwendet, um zu kritisieren, dass einige Unternehmen Nachhaltigkeit lediglich als PR-Maßnahme nutzen, ohne einen substanziellen Beitrag zu einem nachhaltigeren Leben zu leisten.
- Quote paper
- Vivien Tacke (Author), 2018, Vor- und Nachteile von Nachhaltigkeitszertifikaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446166