Diese Arbeit befasst sich mit Spielfilmen aus der Zeit des Nationalsozialismus, welche sich in ihrem Inhalt mit historischen Begebenheiten auseinandersetzen und hierbei vornehmlich Bezug auf den Themenkomplex Preußen nehmen. Das Preußenthema gehört zu den beliebtesten filmischen Umsetzungen seit Beginn der Kinofilmproduktion in Deutschland. Schon zu Zeiten der Weimarer Republik entstand eine Vielzahl von Werken, deren namhaftesten unter Anderem „Das Flötenkonzert von Sanssouci“, „Der Alte Fritz“ Teil 1 und 2 sowie die die vierteilige „Fridericus Rex“ Reihe waren. Nach der Machtergreifung Hitlers nahm die Produktion von Filmen mit dem Preußenthema, aufgrund staatlicher Regulierung, ab. Dennoch blieb es ein weiterhin beliebtes Thema des deutschen Kinos, wobei die charismatische Rolle des „alten Fritz“, sowohl in der Weimarer Republik als auch später im NS – Staat, beinahe immer von Otto Gebühr gespielt wurde, der mit der Zeit zum Sinnbild der Darstellung des großen Preußenkönigs avancierte. Ziel der Arbeit wird das Offenlegen nationalsozialistischer Propaganda sein, die sich im Verfilmen historischer Stoffe insofern äußert, dass sie Parallelen zwischen vergangen historischen Ereignissen und dem Handeln großer Personen und aktuellen politischen Gegebenheiten der Zeit des dritten Reiches zu ziehen versucht. Zum einen um Handeln zu rechtfertigen, oder aber um zum Beispiel den Führer mit den vorangegangenen großen deutschen Staatsmännern in einer legitimierten Linie darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kurze Beschreibung der Filme / Inhaltsangabe
- Der alte und der junge König
- Der große König
- Bezüge zur politischen Gegenwart des „Dritten Reiches“
- Der alte und der junge König
- Der große König
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit zwei Spielfilmen aus der NS-Zeit, die sich mit historischen Begebenheiten aus dem Themenkomplex Preußen auseinandersetzen. Sie analysiert die filmische Darstellung der Geschichte, um nationalsozialistische Propaganda zu identifizieren, die Parallelen zwischen vergangenen Ereignissen und der politischen Gegenwart des "Dritten Reiches" aufzeigt.
- Filmische Darstellung der Geschichte im NS-Kino
- Propaganda im Film
- Preußenthema im NS-Kino
- Parallelen zwischen Geschichte und Gegenwart
- Legitimierung des NS-Regimes
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Thematik der Arbeit und die beiden zu analysierenden Filme vor: „Der alte und der junge König“ und „Der große König“. Es wird auf die Popularität des Preußenthemas im deutschen Film hingewiesen und die Regulierung der Filmproduktion nach der Machtergreifung Hitlers erläutert.
Kurze Beschreibung der Filme / Inhaltsangabe
Der alte und der junge König
Der Film beschreibt den Vater-Sohn-Konflikt zwischen Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II., später bekannt als „Friedrich der Große“. Der junge Prinz widersetzt sich den Erwartungen seines Vaters, sich den Pflichten des Thronfolgers zu widmen. Die Spannungen eskalieren, als Friedrich versucht, nach England zu fliehen. Der Plan scheitert, und er wird auf Festungshaft gesetzt. Der Film endet mit der Versöhnung von Vater und Sohn am Sterbebett.
Der große König
Der Film beleuchtet wichtige Schlachten aus dem Leben Friedrichs des Großen, insbesondere die Niederlage bei Kunersdorf. Trotz des Rückschlags mobilisiert der König seine Truppen und gewinnt schließlich eine entscheidende Schlacht. Der Film betont die Bedeutung von Disziplin und Opferbereitschaft im Kampf für das Vaterland.
Bezüge zur politischen Gegenwart des „Dritten Reiches“
In diesem Kapitel werden die Verbindungen zwischen den dargestellten historischen Ereignissen und der politischen Gegenwart des NS-Regimes untersucht. Es werden Parallelen gezogen zwischen den im Film dargestellten Persönlichkeiten und dem Handeln des Führers.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themenbereiche NS-Propaganda, Filmanalyse, Geschichte, Preußen, Friedrich der Große, „Drittes Reich“, Politik, nationalsozialistische Ideologie und Propaganda, Film und Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde das Thema Preußen im NS-Film instrumentalisiert?
Preußen diente als Symbol für Disziplin, Gehorsam und Opferbereitschaft. Filme nutzten historische Figuren wie Friedrich den Großen, um Parallelen zum NS-Regime und dem „Führerprinzip“ zu ziehen.
Wer war Otto Gebühr und welche Rolle spielte er?
Otto Gebühr war der bekannteste Darsteller Friedrichs des Großen. Er verkörperte den Preußenkönig sowohl in der Weimarer Republik als auch im NS-Staat und wurde zum personifizierten Sinnbild preußischer Tugenden.
Worum geht es im Film „Der alte und der junge König“?
Der Film thematisiert den Konflikt zwischen Friedrich Wilhelm I. und seinem Sohn Friedrich II. Er propagiert die Unterordnung des Einzelnen unter die Staatsräson und die Pflicht.
Welche propagandistische Botschaft vermittelt „Der große König“?
Der Film betont den unerschütterlichen Durchhaltewillen in Krisenzeiten (Siebenjähriger Krieg). Er sollte das deutsche Volk während des Zweiten Weltkriegs moralisch stärken und zur Opferbereitschaft mahnen.
Warum nahm die Produktion von Preußen-Filmen nach 1933 zunächst ab?
Dies lag an der staatlichen Regulierung der Filmindustrie durch das Propagandaministerium, das die Filmproduktion streng kontrollierte, um sie gezielt für aktuelle politische Ziele einzusetzen.
- Quote paper
- Thomas Marx (Author), 2005, Betrachtung zweier ausgewählter Historischer Spielfilme der NS-Zeit und deren Propaganda im Bezug auf politische Realität und Gegebenheiten während des NS-Regimes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44555