Pflegefamilien bieten traumatisierten Kindern ein neues Zuhause. Dort erfahren sie Schutz und Geborgenheit. Doch manche Traumata sind dauerhaft. Mehr noch: Die Erlebnisse der Kinder können auch die Psyche ihrer Pflegeeltern beeinflussen.
Wie aber können Pflegeeltern einer Sekundären Traumatisierung entgehen? Und wie einen bereits ausgelösten Traumaprozess bewältigen? Heinrich Bellinghausen-Thomas widmet sich einem Thema, das sonst im Verborgenen bleibt.
Seine Publikation erklärt, welche pädagogischen Maßnahmen weiterhelfen. Pflegeeltern sollten nicht nur familiären, sondern auch professionellen Rat einholen. Bellinghausen-Thomas stellt die verschiedenen Optionen vor und geht auch auf Maßnahmen zur Prävention ein.
Aus dem Inhalt:
- Kinder und Jugendliche;
- Sekundäre Traumatisierung;
- Indirekte Traumatisierung;
- Posttraumatische Belastungsstörung;
- Pflegeelternschaft;
- Ersatzfamilie
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1 Einleitung
- 2 Trauma
- 2.1 Trauma - eine Klärung des Begriffs
- 2.2 Entstehung von Traumata und Typologie ihrer Faktoren
- 2.3 Neurobiologische Mechanismen
- 2.4 Verlauf psychischer Traumatisierungen
- 2.5 Abwehrmechanismen und Bewältigungsstrategien (Coping)
- 2.6 Folgen traumatischer Erfahrungen in der Entwicklung von Kindern
- 3 Sekundäre Traumatisierung
- 3.1 Kernbegriffe der Sekundären Traumatisierung
- 3.2 Besondere Schutz- und Belastungsfaktoren
- 3.3 Stand der ST-Forschung
- 3.4 ST bei Psychotherapeut_innen und anderen im beruflichen Kontext mit Traumaopfern arbeitenden Menschen
- 4 Pflegekinder
- 4.1 Lebenswelt der Kinder
- 4.2 Herkunftssysteme
- 4.3 Kindeswohlgefährdung, Inobhutnahme und was folgt
- 5 Pflegefamilien
- 5.1 Professionelle Betreuung in bewusst unprofessionellem Rahmen
- 5.2 Formen der Pflege
- 5.3 Besondere Herausforderungen einer Pflegeelternschaft
- 6 Prävention und Selbstschutz der Pflegeeltern vor ST
- 6.1 Persönlicher Bezugsrahmen – Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst
- 6.2 Organisationsspezifische Präventionsmöglichkeiten
- 6.3 Begegnung intrusiver bildlicher Vorstellungen
- 7 Fazit
- 7.1 Kernaussagen der einzelnen Kapitel
- 7.2 Schlussfolgerungen und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Publikation untersucht das Phänomen der Sekundären Traumatisierung (ST) bei Pflegeeltern, die mit traumatisierten Pflegekindern zusammenleben. Sie beleuchtet die Entstehung von Traumata, die neurobiologischen Mechanismen und die Folgen traumatischer Erfahrungen für die Entwicklung von Kindern. Besonderes Augenmerk liegt auf der Belastung, die Pflegeeltern durch die Arbeit mit traumatisierten Kindern erfahren können, und auf den Möglichkeiten der Prävention und des Selbstschutzes.
- Trauma und seine Folgen für Kinder
- Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern
- Besondere Herausforderungen der Pflegeelternschaft
- Prävention und Selbstschutz vor Sekundärer Traumatisierung
- Schlussfolgerungen und Ausblick
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Sekundären Traumatisierung (ST) bei Pflegeeltern ein und stellt die Relevanz des Themas sowie die Forschungsfrage dar. Kapitel 2 widmet sich dem Begriff des Traumas und seiner Entstehung sowie den neurobiologischen Mechanismen und Folgen traumatischer Erfahrungen. Kapitel 3 beleuchtet die ST, ihre Kernbegriffe, besondere Schutz- und Belastungsfaktoren und den aktuellen Forschungsstand. Kapitel 4 befasst sich mit der Lebenswelt von Pflegekindern, ihren Herkunftssystemen und den Herausforderungen, die mit Kindeswohlgefährdung und Inobhutnahme verbunden sind. In Kapitel 5 geht es um Pflegefamilien, die professionelle Betreuung in einem bewusst unprofessionellen Rahmen bieten. Kapitel 6 befasst sich mit Präventions- und Selbstschutzmaßnahmen für Pflegeeltern vor ST.
Schlüsselwörter
Sekundäre Traumatisierung, Pflegeeltern, Trauma, Pflegekinder, Kindeswohlgefährdung, Prävention, Selbstschutz, Neurobiologie, Entwicklung, Belastung, Schutzfaktoren, Coping, professionelle Betreuung, unprofessioneller Rahmen, Lebenswelt, Herkunftssysteme, Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist sekundäre Traumatisierung (ST)?
Sekundäre Traumatisierung beschreibt die psychische Belastung von Bezugspersonen (wie Pflegeeltern), die durch das Miterleben oder die intensive Beschäftigung mit den traumatischen Erfahrungen anderer entstehen kann.
Warum sind Pflegeeltern besonders gefährdet?
Pflegeeltern bieten einen "bewusst unprofessionellen Rahmen", also ein familiäres Zuhause, wodurch die emotionale Abgrenzung zu den traumatisierten Kindern schwieriger ist als im beruflichen Kontext.
Welche Präventionsmaßnahmen gibt es für Pflegeeltern?
Wichtig sind professionelle Beratung, Supervision, Selbstschutzstrategien sowie die Stärkung der eigenen Resilienz und des persönlichen Bezugsrahmens.
Wie wirken sich Traumata auf die Entwicklung von Kindern aus?
Traumatische Erfahrungen können neurobiologische Mechanismen verändern und zu langfristigen Verhaltensauffälligkeiten oder Bindungsstörungen führen.
Was ist der Unterschied zwischen indirekter und sekundärer Traumatisierung?
Beide Begriffe beschreiben Belastungen durch fremde Traumata. Sekundäre Traumatisierung wird oft als spezifische Folge der Arbeit mit Traumaopfern definiert, die Symptome einer PTBS ähneln kann.
- Quote paper
- Heinrich Bellinghausen-Thomas (Author), 2019, Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern. Kann die Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern zu eigenen Belastungsstörungen führen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445369