Diese Arbeit handelt von der Eroberung Englands durch Wilhelm den Bastard. Dabei werden die Voraussetzungen untersucht, weshalb Wilhelm gegenüber den anderen Interessenten an der englischen Krone Vorteile besaß.
In der Forschung besteht Einigkeit, dass die Krönung Wilhelms gewaltige Auswirkungen auf den Verlauf der englischen Geschichte haben sollte. Mit der Niederlage Harolds in der Schlacht bei Hastings endete die seit 600 Jahren andauernde Herrschaft der Angelsachsen über England. So wurde auch ein Interesse der englischen Könige an ihren französischen Besitztümern geschaffen, was die Grundlage für die englisch-französische Rivalität weit über den Hundertjährigen Krieg hinaus bilden sollte. Ein Ereignis mit solch großen Auswirkungen für die westeuropäische Geschichte evoziert die Frage nach seinem genauen Ablauf.
Kontrovers diskutiert werden hingegen in der Forschung die jeweiligen Ansprüche und Vorgehensweisen der Prätendenten. Warum setzte sich ausgerechnet Wilhelm gegen Harold und Harald Hadrada durch? Im weiteren Verlauf soll deshalb der Frage nachgegangen werden, welche Ereignisse maßgeblich die Voraussetzungen für den Herrschaftsantritt Wilhelms schufen. Im Vorfeld der Arbeit wird angenommen, dass der Ausgang des Konflikts lange offen war, Wilhelms Sieg aber aufgrund seiner taktischen und militärischen Stärke, sowie einiger günstiger Ereignisse und Fehler seiner Gegner letztlich mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit erfolgte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die bedeutenden Voraussetzungen für die Machtübernahme Wilhelms
- Die widersprüchlichen Designationen Eduards
- Ansprüche der Prätendenten mit Fokus auf die Genealogie
- Politische Vorbereitungen auf die Invasion
- Wilhelms Aufstieg und politische Vorbereitungen auf die Invasion
- Harolds politische Vorbereitungen auf die Invasion
- Das Wirken Tostigs
- Die militärische Entscheidung der Invasion
- Die Schlachten von Fulford und Stamford Bridge
- Die Entscheidung des Konflikts: Die Schlacht von Hastings
- Die Kontingenz der Geschichte
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die genealogischen, politischen und militärischen Voraussetzungen für die normannische Eroberung Englands im Jahr 1066. Sie befasst sich mit den unterschiedlichen Ansprüchen der Prätendenten auf den englischen Thron, insbesondere denen Wilhelms des Bastard und Harolds Godwinson, sowie den politischen und militärischen Strategien, die zur entscheidenden Schlacht von Hastings führten.
- Die widersprüchlichen Designationen Eduards des Bekenner
- Die Ansprüche der Prätendenten und die Bedeutung der Abstammung
- Die politischen Vorbereitungen auf die Invasion
- Die entscheidenden Schlachten von Fulford, Stamford Bridge und Hastings
- Die Rolle der Kontingenz in der Geschichte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die historische Situation zur Zeit des Todes Eduards des Bekenner im Jahr 1066 dar und führt die zentralen Fragestellungen der Arbeit ein: Welche Voraussetzungen ermöglichten Wilhelms Machtübernahme und warum setzte er sich letztendlich gegen seine Konkurrenten durch?
Das zweite Kapitel beleuchtet die widersprüchlichen Designationen Eduards, die sowohl Wilhelm als auch Harold als Thronfolger auswiesen. Anschließend werden die Ansprüche der einzelnen Prätendenten, insbesondere Wilhelms, mit Blick auf ihre genealogische Legitimation erörtert.
Das dritte Kapitel widmet sich den politischen Vorbereitungen auf die Invasion. Es beleuchtet Wilhelms Aufstieg und seine politische Strategie sowie Harolds politische Vorbereitungen und das Wirken Tostigs. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den militärischen Entscheidungen und beschreibt die Schlachten von Fulford, Stamford Bridge und Hastings.
Das fünfte Kapitel analysiert die Bedeutung der Kontingenz in der Geschichte und reflektiert die Faktoren, die den Ausgang der Invasion beeinflusst haben.
Schlüsselwörter
Normannische Eroberung Englands, Eduard der Bekenner, Wilhelm der Bastard, Harold Godwinson, Harald Hadrada, Schlacht von Hastings, politische und militärische Vorbereitungen, genealogische Ansprüche, Kontingenz der Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Wer waren die Hauptkonkurrenten um den englischen Thron im Jahr 1066?
Die zentralen Prätendenten waren Wilhelm der Bastard (Herzog der Normandie), Harold Godwinson und Harald Hadrada.
Warum hatte Wilhelm der Bastard einen Anspruch auf die Krone?
Wilhelm stützte seinen Anspruch auf genealogische Verbindungen und eine angebliche Designation durch den kinderlosen König Eduard den Bekenner.
Welche Bedeutung hatte die Schlacht von Hastings?
Die Schlacht von Hastings besiegelte das Ende der angelsächsischen Herrschaft und markierte den Beginn der normannischen Ära in England, was weitreichende Folgen für die europäische Geschichte hatte.
Welche Rolle spielten die Schlachten von Fulford und Stamford Bridge?
Diese Schlachten fanden kurz vor Hastings statt. Harold Godwinson musste erst eine norwegische Invasion im Norden abwehren, was seine Truppen schwächte und Wilhelm einen strategischen Vorteil verschaffte.
Was bedeutet „Kontingenz der Geschichte“ in diesem Kontext?
Es beschreibt die Zufälligkeit von Ereignissen (z.B. Wetterbedingungen für die Überfahrt), die den Ausgang des Konflikts beeinflussten, obwohl Wilhelms Sieg auch auf militärischer Stärke beruhte.
- Quote paper
- Niklas Heil (Author), 2014, Die genealogischen, politischen und militärischen Voraussetzungen für die normannische Eroberung Englands 1066, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445074