Nach der Veröffentlichung der internationalen PISA-Studie 2000, stellte man sich die Frage, woran es gelegen haben könnte , dass Deutschland in den Bereichen der Studie so schlecht abgeschnitten hat. Auch bei der PISA-Studie 2003 hat kaum eine Verbesserung der deutschen Schüler stattgefunden. Dies ist nur ein Grund, um einen Blick in die Schulsysteme unserer Nachbarländer zu werfen. Vor allem in die Länder, die bei der PISA-Studie besser als Deutschland abgeschnitten haben. Die PISA-Ergebnisse Englands zum Beispiel, sind deutlich besser als der OECD-Durchschnitt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Informationen über England
3. Organisation des englischen Bildungswesens
3.1. Das „Nationale Curriculum“
3.2. Das „opting-out“- Arrangement
4. Das englische Schulwesen
4.1. Schaubild des englischen Schulsystem
4.2. Die Vorschule
4.3. Die Primarschule
4.4. Die Sekundarschule
4.4.1. Comprehensive school
4.4.2. Grammar school
4.5. Die Sonderschule
4.6. Weiterbildung
4.7. Universitäten
5. Integration von Schülern mit Migrationshintergrund
6. Lehrerprofessionalität
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem englischen Schulsystem auseinander, um die Hintergründe für dessen im Vergleich zu Deutschland besseres Abschneiden in der PISA-Studie zu untersuchen. Im Fokus stehen dabei die strukturellen Reformen, die Integration von Migranten sowie die Lehrerprofessionalität im englischen Bildungswesen.
- Struktureller Aufbau des englischen Bildungswesens und die Rolle des "Nationalen Curriculum".
- Analyse des "opting-out"-Arrangements und dessen Auswirkungen auf die Schulfinanzierung und den Wettbewerb.
- Herausforderungen und pädagogische Ansätze bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund.
- Anforderungen an die Lehrerprofessionalität und Mechanismen der Lehrerfortbildung.
- Vergleichende Betrachtung der bildungspolitischen Ansätze zwischen England und Deutschland.
Auszug aus dem Buch
8.2. Das „opting–out“- Arrangement
Mit der Einführung des Nationalen Curriculum, kam es gleichzeitig zu einer Umstrukturierung des Finanzierungskonzeptes für Schulen, dem „opting-out“-Arrangement. Hierbei wurde den Schulen angeboten, sich direkt von der Zentralregierung und nicht mehr von den lokalen Schulbehörden, finanzieren zu lassen. Hiermit bekamen die Schulen die Möglichkeit, sich von den lokalen Schulbehörden und deren Aufsicht und Kontrolle abzukoppeln und selbstständig zu werden.
„Das opting-out-Arrangement hat vordergründig die Aufgabe, das Schulwesen an die Regeln der „Freien Marktwirtschaft“ anzupassen.“9 Jedoch stellt dieses Arrangement auch einen Versuch dar, die traditionellen dezentralen Verwaltungsstrukturen abzubauen.
Grundlage für die finanzielle Zuwendung dieses Arrangement ist die Anzahl der Schüler an der Schule. Das heißt, je mehr Schüler eine Schule besuchen, umso mehr Geld bekommt diese Schule vom Staat.
Die landesweitenPrüfungen im Rahmen des Nationalen Curriculum und die daraus entstehenden Ranglisten (league tables), sollen für die Eltern die Grundlage für eine bessere Wahl der Schulen sein. „Der Effekt ist, dass Schulen mit sozial benachteiligten Schülern gegenüber Schulen in bevorzugter Lage kaum wettbewerbsfähig sein können, in einen Strudel immer stärkeren Abstiegs geraten, wenn ihnen besser gestellte Schüler abwandern und infolge des Rückgangs der Schülerzahlen ihre finanziellen Mittel immer geringer werden.“10
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation durch die PISA-Studie dar und definiert die zentralen Forschungsfragen zur Struktur des englischen Schulsystems, zur Integration von Migranten und zur Lehrerausbildung.
2. Allgemeine Informationen über England: Hier werden grundlegende demografische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Englands als Teil des Vereinigten Königreichs beschrieben.
3. Organisation des englischen Bildungswesens: Dieses Kapitel erläutert die Abkehr von einem dezentralen System hin zum "Nationalen Curriculum" und die damit verbundene Einführung des "opting-out"-Arrangements.
4. Das englische Schulwesen: Ein Überblick über die verschiedenen Bildungsstufen von der Vorschule bis hin zur Universität, unter besonderer Berücksichtigung von Schulformen wie Comprehensive und Grammar Schools.
5. Integration von Schülern mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert die pädagogischen Debatten und Programme zur Integration, vom multikulturellen bis zum anti-rassistischen Ansatz.
6. Lehrerprofessionalität: Hier wird der Prozess der Lehrerausbildung, die zunehmende Übertragung von Verantwortung an Schulen und das System der standardisierten Schulinspektionen kritisch beleuchtet.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass England bildungspolitisch in vielen Bereichen voraus ist, wenngleich das Finanzierungsmodell auch soziale Segregationsrisiken birgt.
Schlüsselwörter
Englisches Schulsystem, PISA-Studie, Nationales Curriculum, opting-out, Comprehensive school, Grammar school, Integration, Migrationshintergrund, Lehrerausbildung, Lehrerprofessionalität, Bildungsreform, Schulinspektion, Chancengleichheit, Bildungsfinanzierung, Segregation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das englische Schulsystem vor dem Hintergrund des PISA-Erfolgs Englands, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum deutschen System sowie mögliche Best-Practice-Ansätze zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich auf den strukturellen Aufbau des Schulwesens, die Finanzierungsmodelle durch das "opting-out"-Arrangement, die Strategien zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund und die Anforderungen an Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, warum England bei internationalen Leistungsstudien wie PISA besser abschneidet als Deutschland und welche spezifischen bildungspolitischen Maßnahmen diesen Erfolg stützen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und eine deskriptive Darstellung des englischen Bildungssystems, gestützt auf wissenschaftliche Fachliteratur und offizielle Bildungsberichte.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die historische und aktuelle Organisation der Schulen, die curricularen Vorgaben, die verschiedenen Schulformen, die Herausforderungen der Integration und die Qualitätssicherung bei der Lehrerausbildung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören englisches Schulsystem, Nationales Curriculum, PISA, Lehrerausbildung und Bildungsreform.
Welche Bedeutung hat das "opting-out"-Arrangement für Schulen in England?
Es ermöglicht Schulen, sich finanziell von der lokalen Behörde zu lösen und direkt mit der Zentralregierung zu agieren, was den Wettbewerb um Schülerzahlen und finanzielle Mittel erhöht.
Wie wird das System der Lehrerfortbildung in England kritisch bewertet?
Die Arbeit hebt hervor, dass die Koppelung der Lehrervergütung an Schülerleistungen und die ständigen öffentlichen Schulinspektionen das soziale Klima in den Kollegien belasten und zu sinkenden Bewerberzahlen beitragen.
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- Yvonne Schäfer (Author), 2004, Das englische Schulsystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44396