Die vielfach gestellte Frage lautet: Warum schneidet die Jugend hierzulande im Vergleich mit anderen Bildungssystemen eher schlecht ab und wie kann die Effizienz in Deutschland gesteigert werden?
Diese Fragen sind nicht neu. Zur Zeit der großen Bildungsdebatten Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre sind sie bereits gestellt worden, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. Derzeit war der Kindergarten zum großen Teil noch eine sozialfürsorgerische Institution ohne einen Bildungsauftrag.
War der Kindergarten lange Zeit nur Gegenstand der Sozialpolitik, so wurde er jetzt von der Bildungspolitik entdeckt. Besonderes Ziel der Kritik war das weitgehend unsystematische Vorgehen im Umgang mit den Kindern, sowie das Fehlen von gezielten Förderungsmaßnahmen.
Aus der Kritik entwickelten sich nun unterschiedliche Ansätze zur Kindergartenpädagogik. Der Mangel an geplantem Vorgehen führte zu der Idee Curricula auch im Kindergarten einzuführen. Aus dieser Idee entstanden verschiedene curriculare Ansätze, u.a. der funktionsorientierte und der situationsorientierte Ansatz.
Diese beiden Ansätze sind auch heute weiterhin aus verschiedenen Gründen von Interesse. Der funktionsorientierte Ansatz zielt im Schwerpunkt auf die Verbesserung bestimmter Fertigkeiten. Der situationsorientierte Ansatz hat sich sozusagen aus der Kritik funktionaler Ansätze heraus entwickelt und steht daher in starkem Kontrast zu ihm. Deshalb erscheint ein Vergleich der beiden Modelle besonders geeignet, um anhand der Unterschiede die jeweiligen Kernpunkte zu akzentuieren. Der situationsorientierte Ansatz ist heute weit verbreitet, aus diesem Grund steht er nun besonders im Blickpunkt der Debatte um die Sozialisation im Vorschulalter.
Ziel dieser Arbeit ist es, die beiden Ansätze auf ihre Vorteile und Schwächen hin zu untersuchen. Dabei sollen sie miteinander verglichen und Unterschiede herausgearbeitet werden. Dabei werden die idealen theoretischen Sichtweisen und Prämissen betrachtet. Somit können hier die Konzepte, insbesondere ihre vielfältigen praktischen Varianten, nicht erschöpfend analysiert werden.
Die ersten beiden Abschnitte widmen sich deskriptiv je einem Ansatz. Im dritten Teil werden dann die Ergebnisse zu einem Vergleich zusammengeführt. In der Schlussbetrachtung soll dann der Vergleich bewertet werden, sowie die sich aus dem Vergleich ergebenden Konsequenzen betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung und Fragestellung
- 2. Hauptteil
- 2.1 Der funktionsorientierte Ansatz
- 2.2 Der situationsorientierte Ansatz
- 2.3 Wesentliche Unterschiede
- 3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Sozialisation im Vorschulalter und analysiert zwei pädagogische Ansätze für den Kindergarten: den funktionsorientierten und den situationsorientierten Ansatz. Ziel ist es, die beiden Konzepte zu vergleichen, ihre jeweiligen Stärken und Schwächen herauszuarbeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
- Curriculare Ansätze im Kindergarten
- Funktionsorientierter Ansatz und seine Zielsetzung
- Situationsorientierter Ansatz und seine Kritik am funktionalen Modell
- Vergleich der beiden Ansätze hinsichtlich ihrer Kernpunkte und Prinzipien
- Relevanz der Ansätze im Kontext der frühkindlichen Bildung und Sozialisation
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird die Bedeutung der vorschulischen Sozialisation im Kontext der PISA-Debatte und der frühen Förderung von Kindern beleuchtet. Es werden historische Entwicklungen im Kindergartenbereich und die Kritik am traditionellen Kindergartenmodell beschrieben, die zur Entwicklung neuer pädagogischer Ansätze führten.
Das zweite Kapitel widmet sich dem funktionsorientierten Ansatz, der als ein Teil der curricularen Ansätze im Kindergarten gesehen wird. Es wird erläutert, wie dieser Ansatz die Verbesserung von bestimmten Fertigkeiten und Funktionen des Kindes anstrebt und welche Ziele damit verfolgt werden.
Der dritte Abschnitt befasst sich mit dem situationsorientierten Ansatz, der als eine Reaktion auf die Kritik am funktionalen Ansatz entstanden ist. Es werden die grundlegenden Prinzipien dieses Ansatzes dargestellt und die wichtigsten Unterschiede zum funktionsorientierten Ansatz herausgearbeitet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen der frühkindlichen Sozialisation, insbesondere mit den pädagogischen Konzepten des funktionsorientierten und situationsorientierten Ansatzes. Zu den wichtigsten Schlüsselbegriffen gehören Curricula, Lernziele, Kindergartenpädagogik, psychische Funktionen, Fertigkeiten, kindliche Entwicklung und die Bedeutung der frühkindlichen Bildung im Kontext gesellschaftlicher Anforderungen.
Was ist der funktionsorientierte Ansatz im Kindergarten?
Dieser Ansatz zielt auf die gezielte Förderung und Verbesserung spezifischer Fertigkeiten und psychischer Funktionen des Kindes ab.
Wie unterscheidet sich der situationsorientierte Ansatz davon?
Er stellt die aktuellen Lebenssituationen und Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt und entstand als Kritik an der rein funktionalen Förderung.
Warum wurde der Kindergarten in den 70ern "entdeckt"?
Man erkannte, dass der Kindergarten nicht nur eine soziale Fürsorgeeinrichtung, sondern eine wichtige erste Stufe im Bildungssystem mit Bildungsauftrag ist.
Welcher Ansatz ist heute weiter verbreitet?
Der situationsorientierte Ansatz ist heute in der deutschen Kindergartenpädagogik weit verbreitet und prägt die Debatte um die vorschulische Sozialisation.
Was sind Curricula im Kindergarten?
Es sind geplante Lernpläne, die festlegen, welche Ziele und Kompetenzen Kinder in der Vorschulzeit erreichen sollen.
- Quote paper
- Carsten Freitag (Author), 2003, Sozialisation im Vorschulalter, Konzepte für den Kindergarten. Situations- und Funktionsorientierter Ansatz im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44195