In dieser Arbeit wird die Frage erörtert, welche raumtypologischen Faktoren eine Schule zur zukunftsorientierten Bildungsstätte machen und inwiefern diese auf Bestandsschulen anwendbar sind, konzeptionellem und raumtypologisch.
Im Vordergrund steht hierfür die Stadtschule als Bildungsort des urbanen Raums. Es werden Grundlagen beleuchtet, ausgewertet und ortsbezogen transformiert, um für den folgenden Entwurf eine Quintessenz für die zukunftsorientierte Bildungslandschaft zu erhalten.
Die Stadt Fürth fungiert hierbei als Verortung des späteren Entwurfs, der als Anwendungsbeispiel der Erkenntnisse dieser Arbeit dient. Nach Klärung der Frage nach der Begründung der Wahl des Ortes, erleichtert ein geschichtlicher Abriss und die Begriffserläuterung rund um das Thema Stadtschule den Einstieg. Ferner werden aktuelle Tendenzen im Bildungssystem betrachtet, die typologisch im darauf folgenden Teil der Arbeit vertieft werden. Hierzu wurden beispielhafte, internationale Referenzobjekte ausgewählt und deren innovativen Konzepte und Raumtypologien untersucht. Das daraus resultierende Fazit diente zum einen als Entwicklungshilfe für ein Raumprogramm, des Weiteren zur Bestimmung zukunftsweisender Faktoren im Schulbau.
Im Entwurfsteil dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit die Erkenntnisse über progressive Schultypologien beispielhaft im denkmalgeschützten Bestand anwendbar sind. Hierbei bestimmen ortsbezogene Faktoren und eine vertretbare Eingriffstiefe in die Substanz die Umsetzung der Konzepte. Gerade die Verortung inmitten des urbanen Raumes macht unterdies das hohe Potential der Stadtschule als Bildungslandschaft aus. Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf Quartiers- bzw. Stadtbereicherung. Einerseits durch städtebauliche Maßnahmen, zum anderen durch die Öffnung des Gebäudes für die Bürgerschaft. Sowohl in Form von Erwachsenenbildung als auch in Form von Kulturveranstaltungen in Zusammenarbeit von Stadt, Schule und Vereinen. Der Entwurf beschäftigt sich weiter mit der Frage nach Umgang mit zusätzlichem Raumbedarf, dessen Verortung und inwieweit ein Einfügen von Neugebautem im Quartier vertretbar ist. Die Besonderheit des Standorts direkt am Fluss und den großzügigen Pegnitzauen, die den Fürthern als Naherholungsgebiet dient, werden in die Überlegungen zur Aufwertung der Bildungsstätte und des Quartiers miteinbezogen. Eine Öffnung für die Bürgerschaft soll nicht nur die Stadtschule erfahren, sondern auch das bisher eher schwer zugängliche Flussufer.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- I. BILDUNGSREGION FÜRTH
- 1.1. HINTERGRUND UND MOTIVATION
- 1.2. ZIEL
- 1.3. FRAGESTELLUNG
- 1.4. STRUKTUR
- II. KONZEPT STADTSCHULE
- POTENTIAL DER STADTSCHULE ALS LERNORT
- 2.1. BEGRIFFSKLÄRUNG „STADTSCHULE“
- 2.2. BEWEGGRÜNDE ZUR STÄRKUNG DER INNERSTÄDTISCHEN SCHULSTANDORTE
- 2.3. GEGENWÄRTIGE TENDENZEN IM DEUTSCHEN BIL�DUNGSSYSTEM - DIE GANZTAGSSCHULE
- 2.4. HANDLUNGSOPTIONEN FÜR DIE STADTSCHULE ALS QUARTIERSZENTRUM
- III. GEBÄUDETYPOLOGIE
- ANALYSE INNOVATIVER SCHULTYPOLOGIEN
- 3.1. KLÄRUNG DES SCHEMAS
- 3.2. KONZEPTANALYSEN
- 3.2.1. Eerste Openluchtschool, Amsterdam (NL)
- 3.2.2. Ordrup Skole, Gentofte (DK)
- 3.2.3. Bischöfliches Cusanus Gymnasium, Koblenz (DE)
- 3.2.4. Bildungshaus am Westpark, Augsburg (DE)
- 3.2.5. Gymnasium Trudering, München (DE)
- 3.3. GEBÄUDESTRUKTURANALYSEN
- 3.3.1. Munkegaard Skole, Gentofte (DK)
- 3.3.2. Schule Im Birch, Zürich (CH)
- 3.3.3. Ørestad Gymnasium, Kopenhagen (DK)
- 3.3.4. Grundschule am Arnulfpark, Müchen (DE)
- 3.4. FAZIT
- IV. ALTE FEUERWACHE FÜRTH - POTENTIAL ALS BILDUNGSSTANDORT
- 4.1. GRUNDLAGEN STANDORT FÜRTH
- 4.2. ANALYSE STRUKTUR
- 4.3. KONZEPT HELMPLATZQUARTIER
- 4.4. ENTWURF
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
In dieser Arbeit wird die Frage erörtert, welche raumtypologischen Faktoren eine Schule zur zukunftsorientierten Bildungsstätte machen und inwiefern diese auf Bestands�schulen anwendbar sind. Im Vordergrund steht hierbei die Stadtschule als Bildungsort des urbanen Raums.
- Die Bedeutung der Stadtschule als Bildungslandschaft
- Die Herausforderungen der Ganztagsschule im Schulbau
- Die Analyse innovativer Schultypologien
- Die Umnutzung und Erweiterung von Bestandsgebäuden für Bildungszwecke
- Die Entwicklung eines exemplarischen Entwurfs für ein Bildungsquartier
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- I. BILDUNGSREGION FÜRTH - Dieses Kapitel beleuchtet den Kontext der Stadt Fürth als Bildungsregion, die Bedeutung des demografischen Wandels für die Bildungslandschaft und die Bedeutung der Alten Feuerwache als potenzielles Bildungszentrum.
- II. KONZEPT STADTSCHULE - Dieses Kapitel erörtert das Konzept der Stadtschule als Bildungslandschaft, analysiert die Beweggründe zur Stärkung innerstädtischer Schulstandorte und beleuchtet die Bedeutung der Ganztagsschule im deutschen Bildungssystem.
- III. GEBÄUDETYPOLOGIE - In diesem Kapitel werden verschiedene internationale und nationale Schulprojekte im Hinblick auf ihre innovativen Konzepte und Raumtypologien untersucht. Es werden beispielhafte Gebäude und ihre Strukturen analysiert, um ein Fazit für die Planung zukunftsweisender Schulen zu ziehen.
- IV. ALTE FEUERWACHE FÜRTH - POTENTIAL ALS BILDUNGSSTANDORT - Dieses Kapitel beleuchtet die strukturellen und städtebaulichen Möglichkeiten der Alten Feuerwache in Fürth, um sie als Teil eines neuen Bildungscampus zu revitalisieren. Es wird ein Konzept für das Helmplatzquartier entwickelt, das die Feuerwache als Bildungszentrum in die Stadt integriert.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Stadtschule, Bildungslandschaft, Ganztagsschule, Raumtypologie, Schulbau, Bestandsnutzung, Bildungsregion, Helmplatzquartier, Fürth.
- Arbeit zitieren
- Marie-Luise Pilz (Autor:in), 2014, Die Stadtschule. Lernen und Leben in urbanen Bildungslandschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441239